Hardcore Superstar - Bad sneakers and pina colada

Hardcore Superstar- Bad sneakers and pina colada

Music For Nations / Zomba
VÖ: 10.04.2000

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Rock'n'roll und Guns'n'Roses

Die Regel ist genauso alt wie das Rockmusikgeschäft an sich: nahezu jede Band, die einen ihrer Songs "Rock'n'roll star" benennt, ist noch Welten davon entfernt, dieses Ziel zu erreichen und wird es auch vermutlich nie. Oasis oder Hole können da höchstens als die Regel bestätigenden Ausnahmen gelten, während sich in die lange Reihe zu Favez, Myballoon und unzähligen Nobodies nun auch Hardcore Superstar gesellen.

Hinter dem plakativen Bandnamen stehen vier aufrechte Rocker aus Göteborg, die mit ihren über und über tätowierten Oberkörpern und gefährlich dreinblickenden, schwarz geschminkten Augen dem Ahnungslosen gleich auf den ersten Blick zeigen, wo es lang geht. Gitarrist Silver Silver, der gefährlichste von allen, erklärt auch gleich, wie man ihre Musik zu verstehen hat: "Wenn man Musik macht, ist es wichtig, wahre Gefühle auszudrücken, und genau darum geht es uns bei Hardcore Superstar". Wie diese wahren Gefühle denn nun auszusehen haben, verraten die Songtexte ganz unmißverständlich: "Sex sex baby, now you gotta please me" oder "Maybe you want it too" sind nicht gerade der subtilen Romantik letzter Schluß und lassen vermuten, daß Hardcore Superstar gleich zweimal angestanden haben, als Gott über die Länge ihres Gemächts entschieden hat.

Und während der Übervater aller Schweinerocker, Guns N' Roses-Frontmann W. Axl Rose, seine zahlreichen, auf ein neues Album wartenden, Fans ein ums andere Mal vertröstet, legen Hardcore Superstar mit "Bad sneakers and a pina colada" ein lupenreines Sleazerock-Album hin, das sich in ihrer Heimat dazu noch wie geschnitten Brot verkauft und die Band ins schwedische Pendant zu "Top of the Pops" beförderte, wo man sich mit Showgrößen wie Britney Spears oder Mel C. messen durfte. Daß Hardcore Superstar auch tatsächlich grandiose Songs schreiben können, läßt sich anhand von Stücken wie "Liberation" oder "Someone special" auch zweifelsfrei festmachen. Die Tatsache, daß sie dies viel zu oft gar nicht wollen und stattdessen lieber die trainierten Muskeln spielen lassen, schlägt dem ungeneigten Hörer hingegen gleich mit einem halben Dutzend Testosteron-Rockern Marke "Beat you down", "Hey now!" oder dem genannten "Rock'n'Roll star" entgegen.

Was unter dem Strich bleibt, ist ein Album, das alle, die Musik mit dem Maßstab messen, ob sie "fett ist und genügend Druck hat" und beim allsamstäglichen Motorradputz-Ritual durch den Sommer führen kann. Alle anderen bleiben ein wenig unbeholfen mit zwei sehr gelungenen Tracks zurück und vor allem mit der Erkenntnis, daß der große Bogen, den man gemeinhin um reichlich tätowierte Zeitgenossen mit grimmigem Blick macht, auch bei Hardcore Superstar nicht fehl am Platze gewesen wäre.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Liberation
  • Someone special

Tracklist

  1. Hello goodbye
  2. You will never know
  3. Liberation
  4. Have you been around
  5. Punk rock song
  6. Beat you down
  7. Rock'n'roll star
  8. Someone special
  9. Slide song
  10. Hey now!!
  11. Strapped
  12. Bubblegum ride
  13. So deep inside

Gesamtspielzeit: 44:40 min.

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