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Logh - A sunset panorama

Logh- A sunset panorama

Bad Taste / Soulfood
VÖ: 21.02.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Drahtseilakt

Das metaphorische Drahtseil: Als Gitarrensaite bringt's Melodien hervor, über tiefe Abgründe stellt es manchmal den einzigen Weg dar, und in kritischen Situationen sollten die Nerven aus eben einem solchen sein. Alles passend zum neuen Album von Logh: "A sunset panorama" bietet Gitarrenmusik mit großen Ambitionen, die vom Hörer mehr fordert, als sie ihm verraten mag.

Denn Geduld braucht man für die Musik der vier Schweden fürwahr. Wie auf den beiden Vorgängern wird große Schwermut zelebriert. Aber wo früher noch klare Liedlinien zu finden waren, schwebt nun eine breite Nebelwand, die erst durchdrungen werden muß. Manchmal verspielt, meistens abwartend führen minimalistische Mollklänge durch die düsteren Gedankenfetzen von Sänger Matthias Fridberg. "The sun is challenging over my head", ein kühles Morgengrauen.

Logh wollen mehr als auf den bisherigen Alben, Strophe-Refrain-Strophe wie in "Fell into the well" bleiben Ausnahme. Subtil wird das Leiden in resignativen Klavierklängen und zeitweisen Pathos ausgebreitet, nur kleine Rythmuseinsprengseln dürfen aufleuchten und Erleichterung verschaffen. Liedkonstrukte, die auch den heutigen Sonic Youth gut zu Gesicht stehen würden. Aber wie bei den Amerikanern wird die Grenze des Erträglichen manchmal überschritten. "Bring on the ether" lebt allein vom Verzerrhall bedrohlicher Gitarrenspitzen. Zwar keine Gefühlsausbrüche, aber dafür kalkulierte Neurosen-Musik für gefestigte Gemüter.

"A sunset panorama" ist ein schönes, rundes Album, bei dem man sich aber manchmal noch mehr Mut zum Ausufern gewünscht hätte. Zu früh enden viele der Liedpassagen, gerade dann, wenn sie gefangengenommen haben. Die Band befindet sich auf einem guten Weg, aber man darf gespannt sein, wie weit sie ihn gehen wird. Und übrigens: Käufer, nicht Downloader der CD dürfen sich noch über eine beigelegte DVD freuen, die den Musikern bei ihrer Arbeit im Studio über die Schultern schauen läßt. Die vorerst letzte Etappe einer irrealen Reise weit hinein ins Land der Tränen, auf die die Schweden den Hörer entführen. Und aber auch wieder sanft zurückführen: "The smoke will lead you home" heißt es vor dem Outro am Ende der Platte. Es wird weitergehen.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • Fell into the well
  • The big sleep
  • The smoke will lead you home

Tracklist

  1. String theory
  2. Fell into the well
  3. A sunset knife fight
  4. Destinymanifesto
  5. Asymmetric tricks
  6. Bring on the ether
  7. The big sleep
  8. Trace back the particle track
  9. Ahabian
  10. My teacher's bed
  11. The smoke will lead you home
  12. Exit

Gesamtspielzeit: 44:19 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Mayakhedive

Postings: 2191

Registriert seit 16.08.2017

2021-01-14 17:00:39 Uhr
Okay, "Saturday Nightmares" ist wirklich toll.
Merke auch wieder, dass ich die Stimme wirklich sehr mag.

Mayakhedive

Postings: 2191

Registriert seit 16.08.2017

2021-01-14 16:49:33 Uhr
Mach ich sicher die Tage mal. Die Vorgänger liefen zuletzt sowieso auch wieder häufiger ("City, I'm sorry" ist wirklich anbetungswürdig).
Live war ich auch mal da und war sehr begeistert. Das war dann aber wohl irgendwann vorher, denn an zwei Schlagzeuger erinnere mich nicht. Muss aber nix heißen :D

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 25082

Registriert seit 07.06.2013

2021-01-14 16:47:09 Uhr
Ich mochte "North" immer am meisten. Der Mittelteil mit "All the trees", "Death to my hometown" und "Black box" ist gigantisch.

fakeboy

Postings: 811

Registriert seit 21.08.2019

2021-01-14 16:44:50 Uhr
Hör mal wieder rein in die North. Ein sehr gutes Album. Gut, ich hab sie damals auch auf der Tour mit den zwei Schlagzeugern gesehen. Nur schon der Anfang von "Saturday Nightmares" hat da alle weggeblasen.

Mayakhedive

Postings: 2191

Registriert seit 16.08.2017

2021-01-14 15:16:40 Uhr
Auch wenn ich die "North" nicht so wirklich oft gehört habe - die war mir irgendwie zu ruhig - hätte ich von denen echt gern ein neues Album.
Vielleicht wird das ja doch noch was.
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