Downpilot - Leaving not arriving

Downpilot- Leaving not arriving

Blue Disguise / Tapete / Indigo
VÖ: 31.01.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Streuner

Da ist dieser Tischler, dessen Band mit flaumigem, für seine Heimatstadt Seattle ziemlich untypischem Alt. Country über die Bühnenbretter schlich. Da ist dieser frische Kult-Produzent aus der gleichen Stadt, dem der Tischler beim Ausbau seines Studios half. Da ist ebendieses Studio, in dem der Produzent dem Tischler ganz handfest unter die Arme griff, als sich dessen Bandkollegen nach und nach aus dem Staub machten. Und da ist dieser geschmackssichere Indie aus Hamburg, der sich bislang vornehmlich dem Niveau des einheimischen Gitarrenpops verschrieben hatte.

Wir können nur ahnen, welche Zufälle Downpilots Zweitling ausgerechnet in die hanseatischen Hallen von Tapete Records spülten. Aber dieses "Leaving not arriving" zum ersten amerikanischen Album auf diesem Label zu machen, war einmal mehr eine gute Wahl. Denn Tucker Martine, der mit "Good news for people who love bad news" von Modest Mouse das Album des vergangenen Jahres in Form brachte, hat derzeit scheinbar einen ziemlichen Lauf. Und das steht den gefühlvollen Hymnen von Paul Hiraga vortrefflich.

Die feingliedrige Produktion bietet schwermütigen Songs wie "Cold street light" reichlich Platz zur Entfaltung und traut sich manch große Geste. Das beatleske "My sunshine" sonnt sich im zickigen Schwung der Bläser, während "Mapmaker" seine Riffs nur im Refrain ins rechte Licht rückt. Besonders geschmeidig aber wiegen sich die langsamen Rhythmen zu Orgel und Violine. Behutsam wächst der Opener "True" über seinen Klavierakkorden an die Grenze des Kitsches heran, im bewegenden "High water mark" flirten Hiraga und Anne Marie Ruljancich zu resigniertem Moll, und in "Not detoured" tönt die Sehnsucht alle schüchternen Gitarrentupfer in nachtweiches Blau.

Hiragas wehmütige Geschichten erzählen vom Loslassen, vom Aufbruch und vom Umherirren. Ein Tasten, das sich manchmal auch in der Musik wiederspiegelt. "Overground” versucht zum Abschluß, mit suchenden Zeilen wie "Darkness fills in the line of my sight / In the frame of a downtown neon light" diese Rastlosigkeit zusammenzufassen. Ein beizeiten melancholisches Roadmovie, ein romantisches Gefühl von Heimatlosigkeit. "You couldn’t feel the wind on your face / So you turn around." Der Weg ist das Ziel.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • True
  • Not detoured
  • High water mark
  • Cold street light

Tracklist

  1. True
  2. Everyday dream of the west
  3. Not detoured
  4. My sunshine
  5. High water mark
  6. Cold street light
  7. Interlude
  8. Mapmaker
  9. My time this time
  10. Overground

Gesamtspielzeit: 41:59 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
music777
2005-02-07 09:27:20 Uhr
Mittlerweile hat der Schallplattenmann das Album rezensiert:

"Downpilot "Leaving Not Arriving"
Rock – Amerika von West nach Ost
(CD; Tapete)

Downpilot sollte man nicht zu schnell aufgeben. Nach den ersten Durchläufen ist bei mir lediglich ein starker Opener hängen geblieben, der Rest bleibt in sympathischer Erinnerung, aber konturlos. Irgendwann entdeckt man die feinen Melodien, die Sänger und Songwriter Paul Hiraga in die Songs gebettet hat und möchte gar nicht mehr loslassen. Der schon erwähnte Opener "True" nutzt sich auch nach x-maligem Hören nicht ab und begeistert mich jedes Mal, wenn das Schlagwerk gegen Ende immer wieder aufbegehrt um sich doch sofort zurückzuziehen. Auch bei dem darauffolgenden "Everyday Dream Of The West" fallen einem all die liebgewonnenen Musiker ein, die mit Hingabe an ihren Arrangements werkeln: Ben Folds, The Walkabouts und vielleicht auch eine Brise Death Cab For Cutie.
Es sind zwar nicht nur Großtaten auf "Leaving Not Arriving", aber selbst die vermeintlich durchschnittlichen Songs stören das Gesamtbild keineswegs. Und mit dem schwermütigen Abschlusssong "Overground" entlassen Downpilot ihre Hörer auf eine neue Reise: "Each and every town I see is now my home." [dmm: @@@]"
music777
2004-07-15 16:18:27 Uhr
Ich habe gerade die Band bei www.Amazon.com unter music downloads entdeckt. Der kostenlose mp3-Titel "true" ist eine scheinbar simple Klavierballade, jedoch mit ganz großem Tiefgang! Einfach wunderschön.

Glitterhouse schreibt über das Album:

"Downpilot -
Leaving Not Arriving

(Alt.Rock/Pop) 2003 Blue Disguise - dem CD-Titel absolut gerecht werdende Reise durch musikalische Landschaften und Klangebenen, roadmoviehafte Szenarien und traumhafte Stimmungsbögen. Downpilot sind ein neues Quartett aus Seattle, sozusagen aus dem "Stall" des bekannten Produzenten Tucker Martine (s.a. Modest Mouse, Jesse Sykes, Terry Lee Hale, Kaz Murphy, Transmissionary Six), bestehend aus Bandleader Paul Hiraga, der sich als Multiinstrumentalist (Gitarren, Keyboards, Harmonica, Melodica), fantastischer Leadsänger, alleiniger Songschreiber beweist, dazu Bassist/Drummer/Percussionist Jeff Brown, Drummer Eric Eagle und last but ganz sicher nicht least Anne Marie Ruljancich mit einer sehr dezenten, aber megawirksamen Geige und gelegentlichen Backing & Duet Vocals. Sie kennen wir ja bestens von den Walkabouts, Jesse Sykes & The Sweet Hereafter, Shins u.v.m. Was Downpilot aus der Masse der "Sound-Bands" herausragen läßt, sind die wirklich exquisit ausgearbeiteten Songs und die unglaublich geschmackvolle Balance zwischen schwer melancholischem, tiefschürfendem Alternative Dream Pop und kräftigeren, zupackenden, ambitionierten Rocksequenzen mit unterschwelligen Noise-Partikeln. Das ist hochgradig emotional und musikalisch brilliant, was auf dieser wunderbaren Platte passiert!!"

Bei www.ubl.com kann man sich Soundsamples des Albums anhören und die lassen Großes erhoffen.
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