No Bounds - Get what you deserve

No Bounds- Get what you deserve

Enola
VÖ: 18.09.2000

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Verdientermaßen

"Get what you deserve" heißt das Debüt von No Bounds aus Ratingen bei Düsseldorf. Die Frage, was wir uns denn nun verdient haben, wird schon mit den ersten Klängen beantwortet: Der Opener "Drowned without water" erklingt stolz wie ein Gott. Beherztes Riffing mit nicht gerade als unterschwellig zu bezeichnenden Anleihen beim seligen Crossover und eine kraftvolle weibliche Frontröhre erwecken Erinnerungen an höchste Chartsregionen, die sich in den letzten Jahren eigentlich nur eine deutsche Rockband erkämpfen konnte.

No Bounds aber gleich als billige Pinguinschißaffen-Kopie abzutun, wäre eindeutig zu kurz gehört. Gleich Track zwei, "Elementary popsong", zeigt uns schon, daß da doch mehr Substanz ist. Mit weniger Lust an primusscher Frickelei und einer offensichtlicheren Leidenschaft für Melodien gewinnt der Vierer ohne Grenzen durchaus Sympathiepunkte. Die Stimme von Sängerin Michèle paßt sich dem mannschaftsdienlichen Spiel ihrer Kollegen an: kratzig, wenn es rockt, und seidig, wenn es poppt.

Und poppen tut es auf "Get what you deserve" in gar nicht mal zu knappen Ausmaß. "Strange" erinnert an die späten Siebziger, als Bands wie Blondie und die Pretenders zeigten, wie eine Melodie zu klingen hat. Songs wie "Inside (my silence)" und "Maybe heaven" lassen genügend Raum für Sehnsüchte und brauchen sich vor keinem "Rain" zu verstecken. Hier drängelt sich keine Gitarre vor, sondern läßt den Song Song sein, auch wenn man sich manchmal wünscht, Produzent Marcus Wichary (Terry Hoax) hätte noch ein wenig mehr Druck aus den Verstärkern gekitzelt.

Eine weitere Band, die mit der Empfehlung eines Talentwettbewerbs daherkommt, hat nun also ihr Debüt vorgelegt. Zu behaupten, No Bounds würden den Rock neu erfinden, wäre nicht angebracht. Zu deutlich stehen ihre Vorbilder noch mit auf der Bühne. Spaß macht "Get what you deserve" in seinen besten Augenblicken dennoch. Wer also die Lücke, die im Plattenschrank zwischen den Guano Apes und Skunk Anansie zu klaffen scheint, schließen möchte, darf No Bounds als durchaus eingängigste Kandidaten auf der Liste der Anwärter ansehen. Immerhin das haben sie sich verdient.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Drowned without water
  • Elementary popsong
  • Strange

Tracklist

  1. Drowned without water
  2. Elementary popsong
  3. Get what you deserve
  4. Lay down
  5. Ordinary lies
  6. Inside (my silence)
  7. Thunder
  8. Tonight
  9. Strange
  10. Feed my skin
  11. Believer
  12. Maybe heaven

Gesamtspielzeit: 42:48 min.

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