Genepool - Everything goes in circles

Genepool- Everything goes in circles

Nois-O-Lution / Indigo
VÖ: 31.01.2005

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Standortvorteil

Genepool haben ja trotz recht prominenter Besetzung bisher eher ein Schattendasein gefristet. Doch jetzt holen die bluNoise-/bluBox-Obersoundhexer Guido Lucas und Thilo Schenk mit ihrer gemeinsamen Band zum großen Gongschlag aus. Die beiden Klangtüftler fröhnen in diesem Projekt nicht etwa dem labeltypischen Noiserock, sondern einer Spielart aus der eher düster-guftigen Ecke von Punk und Hardcore. Die Bezeichnung "Old School" ist für "Everything goes in circles" nicht ausreichend. Sagen wir also lieber "Classic Old School". Nur um ganz sicher zu gehen.

Die beiden Produzenten, die sonst durchaus auch neue Pfade beschreiten, gehen mit Genepool einem bewußt traditionellen Ansatz nach. "Keine Experimente" dürfte aber trotzdem nicht die Devise der Aufnahme- und Mixingsessions zu "Everything goes in circles" gewesen sein. Denn im Gegensatz zu dem soliden, bodenständigen und einfach nur gut abgehenden Songmaterial haut die ausgefeilte Produktion den aufmerksamen Zuhörer schlicht aus den Latschen. Was vordergründig wie eine authentische und zur Musik passende Garagenaufnahme klingt, entwickelt vor allem laut gehört eine Macht, die fast beängstigend wirkt.

Wie bekommt man es hin, daß ein Baß auf der einen Seite so dreckig knurrt, andererseits aber in den tiefen Frequenzen so definiert drückt, wie es bei Genepool der Fall ist? Wie bekommt man so einen rumpelnden Schlagzeugsound aufs Band, der trotzdem keine noch so kleine Nuance untergehen läßt. Und wie läßt man ein so dichtes Klangbild so unglaublich transparent erscheinen? Mit der punküblichen Drei-Takes-sind-genug-und -das-Mixing-dauert-einen-Tag-Herangehensweise sicherlich nicht. Genepool sind ein Liebhaberprojekt. Das Gespann Lucas-Schenk hat hier wohl einen Haufen Arbeitsstunden investiert, die ohne ein eigenes, gut gerüstetes Studio wohl nicht zu einem solchen Resultat geführt hätten. Man hört die Detailverliebtheit der beiden deutlich - aber glücklicherweise nicht zu deutlich - heraus. Denn sauber klingen ist immer noch etwas ganz anderes.

Bei dieser Wunderproduktion mit ihrem gefühlvoll verteilten Schmutz auf blitzsauberen Fundamenten gerät es fast zur Nebensache, daß Genepool bei "Everything goes in circles" einen Gastsänger der Extraklasse an Bord haben. Es dürfte in Deutschland für genau dieses Album kaum jemand passenderen gegeben haben als Smoke-Blow-Frontsau Jack Letten. Der zeigt hier auf einem Terrain, das im Vergleich zum Explosivpunk seiner Stammband ja fast schon ruhig zu nennen ist, ein paar beinahe sanfte Seiten seiner Stimme. Letten croont sich durch diese nagelneuen Punkrockklassiker und versprüht dabei eine Souveränität, die dem Album ein feines Sahnehäubchen aufsetzt. Ganz egal, ob er im Vordergrund steht und aggressiv keift oder aus der zweiten Reihe dunkle Melodien einstreut. Ein HiFi-Schmankerl für Leute, die sonst wirklich nur LoFi mögen.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • London cemetery
  • For those who believe
  • Blood turns to water
  • From our younger eyes

Tracklist

  1. London cemetery
  2. Vampire
  3. Misery
  4. It can't be done
  5. For those who believe
  6. The return
  7. Grave
  8. Shape of things to come
  9. Blood turns to water
  10. Darker than betrayal
  11. Heartland
  12. From our younger eyes

Gesamtspielzeit: 35:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Kurt
2007-02-28 10:42:56 Uhr
Was ich ja echt peinlich finde: Der Bart ist ab.
Guido Lucas macht jetzt auf eagles of deathmetall.
Erstens sieht das bei ihm scheisse aus, denn er hat gar kein Kinn und zweitens ist Nachmacherei immer was für Leute ohne eigene Eier. Schade.
Lass ma wieder wachsen.
TTT
2007-02-23 16:20:09 Uhr
war gestern in köln, live im sonic ballroom laut jack letten; hat er im letzten wochenende die vocals des neuen albums "eingesungen"
Rick
2007-02-13 15:07:51 Uhr
Ich bin auch mal gespannt, ich hoffe sie kommen auch einmal in den Süden...
mad
2007-02-13 14:18:35 Uhr
Jau, Ich hab Letten mit Genepool gesehen und das wra anders als bei SMOKE BLOW... nicht diese Assi-Show, aber was ein geiler Frontmann, Die neuen Sngs sind der Hammer. Berlin by Night (War das nicht ein PVC Song??).. was ein Brett. Ich will das neue Album hören...:-)
Armin
2007-02-13 12:46:59 Uhr
Und GENEPOOL sind zur Zeit auch nicht mehr zu bremsen. Eine Single kommt im
April und wird für Überraschung sorgen. Dieses gebräu aus dunkelstem 80s
Punk-wave-rock hat die Elektronik entdeckt und groovt Hölle. Dass Letten
zurück ist - obwohl er ja gar nicht richtig weg war - ist schon fein, die
neuen Songs jedoch sind der Knaller. Schaut´s euch an, zur Zeit live
unterwegs:
http://www.noisolution.de/live.html Und im Herbst dann nochmal.
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