The Koreans - The Koreans

The Koreans- The Koreans

Storm / Broken Silence
VÖ: 07.02.2005

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hail to the thieves

Ach ja, die Briten mal wieder. Papier ist nicht nur geduldig, sondern auf der Insel auch manchmal strunzdoof. "The new Radiohead", jubelt nämlich das übertreibendste der ohnehin grundsätzlich übertreibenden dortigen Presseorgane über die Koreans. Und sollte sich dringend mal die Ohren waschen. Denn mit den Querköpfen aus Oxford haben die Koreans absolut gar nichts gemeinsam. Außer der unbedingten Ambition vielleicht, Großes zu erschaffen. Der Wille ist unüberhörbar da. Nur das Fleisch ziemlich schwach. Wie auch ihr Debütalbum.

Wenn sie schon irgendwas Neues sind, die Koreans, dann die neuen The Music oder die neuen Kasabian. Wobei die wiederum ja selbst schon ziemlich neu sind - und die Sache mit den Rave-Beats weit sinniger zuende denken. Die Koreans bringen lieber von allem etwas in ihrem Sound unter: eine Überdosis Gefiepe, die Synthies von New Order, schneidende Gitarren aus der Zeit von EMF und ab und an Beats von der Resterampe der Neptunes. Dazu tragen sie noch jene Lederjacken auf, die die Jungs vom Black Rebel Motorcycle Club irgendwann zurück in den Second Hand-Shop getragen haben, weil sie ihnen selbst zu affig wurden. "I do so much / I get nothing done." Genau. So reaktionär, daß es beinahe schmerzt. Und so zweitklassig, daß man dringend eine Qualitätskontrolle für Hype-Bands fordern möchte, die Debütalben wie dieses schon im Vorfeld verhindert.

Natürlich springt beim Trial-and-error-Prinzip der Koreans auch mal ein Mini-Hit heraus wie das mäandernde "Machine code" oder das piepsige "Talking to myself". Vom versammelten Rest weiß man auch nach dem dritten Hören noch keinen Songtitel und spürt auch keine Veranlassung, diese auswendig zu lernen. Die Koreans sind nicht vollkommen schlecht, sondern nur so durchschnittlich, daß sie zwischen den zahlreichen grandiosen neuen Bands nicht hätten sein müssen. Letztlich stören sie nur als unnötiger Wurmfortsatz irgendwelcher Trends, statt sie selbst zu setzen. Absolut hip, angestrengt bis zum Gehtnichtmehr. Und genau deswegen schon wieder von gestern.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Talking to myself
  • Machine code

Tracklist

  1. Keep me in your mind
  2. Still strung out
  3. Broken spell
  4. Land of the free
  5. Talking to myself
  6. How does it feel
  7. Machine code
  8. Slow motion
  9. Drawn away
  10. It keeps coming

Gesamtspielzeit: 35:03 min.

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