Murder By Death - Who will survive, and what will be left of them?

Murder By Death- Who will survive, and what will be left of them?

Eyeball / Green Hell
VÖ: 19.01.2004

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Out of the blue

Mit Thursday auf der Bühne. Mit der Dunkelheit im stillen Kämmerlein zu Hause. Murder By Death sind schon ein bißchen anders. Man hat es sich auch verdient. Den Deal bei Eyeball Records, den Thursdays Geoff Rickly einfädelte, der aber noch ohne regulären Deutschland-Vertrieb auskommen muß. Ein Debüt mit dem kuriosen Titel "Like the exorcist, but more breakdancing". Und dann diese Platte. Dieses "Who will survive, and what will be left of them?". Eine im Grunde schon ganz und gar merkwürdige Sache, die funktioniert. Und dann auch etwas sehr Besonderes ist.

Zwischen Cursive und dem ganz großen Indieschrubber klagen Klavier und Cello. Ein Schlagzeug perlt meist sachte mittenrein. In Songs wie "Three man hanging" und "Pillars of salt" kommt das so hypnotisch, daß einem tatsächlich angst und bange werden kann. Weil Murder By Death Tiefen suchen, die weiter gehen, als bis nur nach Irgendwo. Man lausche mal "End of the line". Da passen Morricone-Gitarren und Orgel zusammen. Eine verrückte Welt für sich, dieses "Who will survive, and what will be left of them?".

Das Gute daran: Abgehoben und heuchlicherich ist das niemals. Im heimlichen Hit "Killbot 2000" mit kaum hörbaren Gastvocals von eben Geoff Rickly sogar durchaus tanzflächenkompatibel. Auf eine zurückhaltende, intime Weise. Schwarzlicht ohne Discokugel eben. Nicht die große Sause, sondern verschüchtertes Schunkeln im Dämmerlicht. "Tell all the boys and girls from school / To keep breaking all the rules", meint dann einer. Und Klavier und Orgel stimmen munter mit ein. Wunderschön.

Knappe Vierminüter wie "Desert's on fire" muten episch an. Wie das geht? Das wissen wohl nur Murder By Death. Die Mischung macht's. Diese Stakkato-Celli. Dieses Breitwand-Format, das in Wahrheit ja eigentlich Kammermusik ist. Sehr intensive natürlich. Und diese schleppenden Momente, die seltsamerweise nie nach Trauerklops munden, weil sie dann trotzdem so furchtbar nahe gehen. Den Nerv der Zeit wollen Murder By Death gar nicht treffen. Sondern Dich. Und Dich. Und Dich.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Killbot 2000
  • Three man hangin'
  • Pillars of salt

Tracklist

  1. Devil in Mexico
  2. Killbot 2000
  3. Until morale improves, the beatings will continue
  4. Three men hangin'
  5. Intermission
  6. Masters in reverse psychology
  7. That crown don't make you a prince
  8. Desert's on fire
  9. Pillars of salt

Gesamtspielzeit: 42:21 min.

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