Omar A. Rodriguez-Lopez - A manual dexterity - soundtrack volume 1

Omar A. Rodriguez-Lopez- A manual dexterity - soundtrack volume 1

Gold Standard Laboratories / Import
VÖ: 31.08.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Uhrwerk Blutorange

Weit draußen. Omar A. Rodriguez-Lopez, auch bekannt als der gitarrewürgende Afro von At The Drive-In und The Mars Volta, ist niemand, der es seinem Publikum leicht machen würde. An dem Meisterwerk "De-loused in the comatorium" beißt sich heute noch so mancher erfolglos die Zähne aus. Aber dieses krude-geniale Konzeptalbum ist nicht der einzige Ausritt in Gegenden, die sonst eher das Feuilleton beleuchtet. Zum einen steht Hirnfick Nummer zwei namens "Frances the mute" demnächst ins Haus, zum anderen bastelt Multitalent Rodriguez-Lopez bereits seit dem Auseinanderbrechen von At The Drive-In 2001 an einem vermutlich arg entrückten Film. Über "A manual dexterity", betitelt nach einem Track seiner spacigen Dub-Formation De Facto, kann allerdings bislang nur spekuliert werden. Der erste Teil des Soundtracks hingegen, liegt ganz greifbar bereits vor. Wenn auch bislang nur in Übersee oder für importierwillige Jünger.

"A manual dexterity - soundtrack volume 1" jedenfalls ist ähnlich wie "De-loused in the comatorium" ein Ritt entlang von Nervenbahnen und Bewußtseinszustände. Doch während The Mars Volta auf expliziten Expressionismus setzen, verlegt sich Rodriguez-Lopez für sein Solodebüt eher auf impressionistische Mittel und Wege. Statt endloser Griffbretteskapaden bleiben hier die Töne auch mal für sich selbst stehen, tasten vorsichtig umher, werfen Blasen, fransen aus. Mit aller Ruhe, die ein Hyperaktiver aufzubringen bereit ist.

Das erwartet verschrobene Mysterium also. Aber statt den Zuhörer vom Start weg mit Reizüberflutung zu beschäftigen, gleichen die ausschweifenden Soundmalereien eher einem vorsichtigen Tasten durchs klangliche Dunkel. Weitgehend instrumental werden jene Regionen des Gehirns beackert, in denen sich Erinnerungen an Psychedelik, Krautrock, Spacerock und Postrock eingenißtet haben. Die Riffs, Feedbacks, Sprachfetzen, Störgeräusche und Klangoszillationen greifen dabei so nahtlos ineinander wie Lego-Bausteine. Und alle Tracks dienen, so unterschiedlich sie auch durch die Synapsen flirren, einem gemeinsamen Zweck.

Egal ob es der unterwanderte Salsa von "Deus ex machina", das elektrische Brizzeln von "Sensory decay part II", die zärtliche Psychedelik von "Dramatic theme", der funkensprühende Roboter-Groove von "Dyna sark arches", das ausflippende "Of blood blue blisters" oder die weiträumige Aufwärmübung "Around knuckle white tile" ist, stets hat man das Gefühl, einem fortschreitenden Traum lauschen zu dürfen. Nicht immer nachvollziehbar in seiner Surrealität, aber keineswegs überfordernd oder gar alptraumhaft. Dafür ist dieser Wurf allerdings auch deutlich weniger innovativ als das Mars-Volta-Schaffen. In "The palpatations form a limit" darf gar Cedric Bixler-Zavalas wieder um seine Existenz zittern. "Of all the schemes that you've conducted / This one makes it safe / Erasing all my fond memories / Of a life you couldn't take." Ein überraschend geradliniges Donnern, am Ende der Träumerei.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Around knuckle white tile
  • Dyna sark arches
  • Of blood blue blisters
  • The palpatations form a limit

Tracklist

  1. Around knucke white tile
  2. Dyna sark arches
  3. Here the tame go by
  4. Deus ex machina
  5. Dramatic theme
  6. A dressing failur
  7. Sensory decay part II
  8. Of blood blue blisters
  9. Dream sequence
  10. The palpatations form a limit

Gesamtspielzeit: 52:48 min.

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