(hed) P.E. - Broke

(hed) P.E.- Broke

Jive / Zomba
VÖ: 25.09.2000

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Psychopaten oder Pharmazeuten?

(hed) P.E. nehmen den zweiten Anlauf, sich in der Adidas-Metal-Szene zu etablieren. Ihr Zweitwerk trägt den bedeutungsschwangeren Titel "Broke", der zugleich den textlich-gedanklichen Ansatz des Album wiederspiegelt. Sänger Jahred reflektiert auf "Broke" nicht mehr die ach so schlimme Außenwelt, sondern dringt in die Tiefen seines Inneren vor, um sich für den Persönlichkeitsdurst der Hörerschaft auszuschütten. Musikalisch bleibt der Sechser seiner bisherigen jedoch Linie treu.

Was sich aus dem üblichen Line-Up einer New-Metal-Formation herausholen läßt, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Hier machen (hed) P.E. keine Ausnamhe. Der Opener "Killing time" dient sozusagen als Erwartungshorizont. Hier werden Hip Hop, Brett-Metal, ein rhythmischer Refrains und brachialer Gesang zu einem recht gelungenen Song vermischt. Das Konzept von "Waiting to die", durch das nicht mehr ganz innovative "Fuck you" im ersten Moment sehr nach dem Methods Of Mayhem klingend, wird durch den aus der dunkelsten Metalkehle entstammenden Chorus über den Haufen geworfen. Das Phänomen, einen Song vom einen auf den anderen Moment komplett anders klingen zu lassen, hebt die Band auch ein wenig aus dem üblichen Drei-Streifen-Getümmel hervor. Solche markanten Stilwechsel sind im Vergleich wirklich selten. Zwar wird man auch mitunder durch seicht eingesungene Passagen eingelullt, aber im nächsten Moment wird der Hörer durch beklemmend aggressive Refrains wieder aus der Ruhe gerissen. Im gleichen Song kann es aber genauso passieren, daß man nach brettartigen Versen durch einen melodischen Refrain wieder in diese Entspannung zurückversetzt wird.

Durch Dauerrotation düfte sich die Erstauskopplung "Bartender" schon in den Ohren festgesetzt haben. Ebenso wie bei "Feel good" gibt es einen erstaunlich melodischen Refrain, dessen Zeilen "Take me there / take me with you" verdächtig an Limp Bizkit erinnern, was dem Song an sich aber keinen Abschlag tut. Eher lustig geriet "Crazy legs" als Anspielung auf Notorios B.I.G.s "Hypnotized". Hier steuern Serj Tankian (System Of The Down) und Morgan Lander (Kittie) als Gastsänger den Refrain "(hed) P.E., oh, can't you see, sometimes your shit just hypnotized me".

Der Rest der Spielzeit wurde für Songs von solider Bauart ("Swan dive") und leider auch für die üblichen Hip-Hop-Attacken ("Stevie") verwendet, was bedeutet, da?szlig; das Album zum Ende hin leicht an Brauchbarkeit verliert. Zum Abschluß legen (hed) P.E. aber mit "The meadow"nochmal einen sehr fähigen Song hin. Ruhig wie dieser ist, kann man problemlos in eine imaginäre Wiesenlandschaft entschweifen, um "Broke", das zu den besseren Erscheinungen der jüngeren Zeit zählt, gemütlich ausklingen zu lassen.

(Benjamin Bunte)

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Highlights

  • Killing time
  • Feel good
  • Bartender
  • Crazy legs

Tracklist

  1. Killing time
  2. Waiting to die
  3. Feel good
  4. Bartender
  5. Crazy legs
  6. Pac bell
  7. I got you
  8. Boom (How you like that)
  9. Swan dive
  10. Stevie
  11. Jesus (of Nazareth)
  12. The meadow

Gesamtspielzeit: 49:26 min.

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