Pearl Jam - Rearviewmirror (Greatest hits 1991-2003)

Pearl Jam- Rearviewmirror (Greatest hits 1991-2003)

Epic / Sony BMG
VÖ: 29.11.2004

Unsere Bewertung: 9/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kraftpaket

Wenn auf dieser Welt überhaupt noch Best Ofs veröffentlicht werden dürfen, dann nur solche wie "Rearviewmirror (Greatest hits 1991-2003)". Von einer Band wie Pearl Jam, die das als Grunge-Urväter mehr als verdient haben. Die längst alle alten Gefährten wie Nirvana, Soundgarden, Alice In Chains oder die Stone Temple Pilots überlebt haben. Die zwar seit 1991 teils reichlich schwere Kost, aber kein einziges schlechtes Album veröffentlicht haben. Die auch wirklich genügend Qualität bieten können, um zwei CDs zu tragen. Und die sich unter 33 Songs keinen einzigen Ausfall leisten, sondern sogar den einen oder anderen Hit wie "Green disease" oder "Crazy Mary" weglassen müssen.

Wenn man schon an jeder dieser Compilations herummäkelt, so gehört auch das Gegenteil mal festgestellt. Und obwohl auch diese im Kommerz begründet ist und das Label nach Auslaufen des Vertrags nochmal Bilanz ziehen wollte: "Rearviewmirror (Greatest hits 1991-2003)" hätte sich kaum besser realisieren lassen, als es realisiert wurde. Das fängt an beim sehr schicken, in schwarz-weiß gehaltenen Artwork des aufklappbaren Digipaks und des Booklets mit alten Fotos. Und geht bis zur sinnigen konzeptionellen Aufteilung auf eine "Up side"- und eine "Down side"-CD, deren Songs wiederum chronologisch nach Erscheinungsdatum sortiert sind. "Up" und "Down" meinen selbstredend nicht die Stimmung, denn viel Sonne scheint in keinem Song von Pearl Jam. Sondern lediglich das Tempo, pi mal Daumen bemessen.

Insbesondere bei der Auswahl des Materials wurde an alles Nötige gedacht: Das revolutionäre Debüt "Ten" findet mit fünf Titeln angemessene Berücksichtigung, vom kaum weniger hochklassigen "Vs." gibt es mit sechs Tracks gleich das halbe Album. "State of love and trust" und "Breath", die beiden kraftstrotzenden Beiträge vom legendären "Singles"-Soundtrack, wurden nicht vergessen, ebensowenig wie die Benefiz-Schnulze "Last kiss" und der "Big fish"-Filmsong "Man of the hour" von 2003. Und sogar an "Yellow ledbetter", eigentlich nur B-Seite von 1992 und doch längst zum Live-Klassiker avanciert, wurde gedacht. Kann man da überhaupt ein langes Haar in der Suppe finden? Doch, das geht.

Denn an einer Sache werden sich die Geister scheiden und die Fans zoffen. Wer es noch nicht weiß, setze sich hin, um nicht umzufallen. Und binde sich fest, um nicht vom Stuhl zu kippen. Achtung: "Once", "Alive" und "Black" gibt es in neu abgemischter Form. "Remixed" steht da sogar. Ausrufezeichen. Braucht jemand Baldrian? Der Rezensent jedenfalls hat sämtliche Vorräte aufgebraucht, nachdem er obige Songs in den Originalversionen über die Jahre zusammen sicher weit über 100 mal gehört hatte. Und jetzt setzt sich da einer wie Brendan O'Brien (immerhin langjähriger Begleiter und Soundbastler der Band) hin und macht alles neu. Darf der das? Er darf.

Denn an den Songs selbst hat er nichts geändert, sondern lediglich den Sound restauriert. "Remixed" führt also in die Irre. Und tatsächlich: Die neuen Abmischungen klingen irgendwie noch transparenter und ausgewogener. Bei solchen Klassikern hat man beinahe Angst vor dieser Feststellung. Und bei dieser Compilation erstarrt man immer wieder in Ehrfurcht. Hat wirklich eine einzige Band all diese Songs geschrieben? All die Kraft, Wut, Energie entladen und immer wieder neue aufgebracht? Sie hat. Pearl Jam. Die ganz Großen.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Alive
  • Even flow (UK version '92)
  • State of love and trust (2004 take)
  • Black
  • Immortality (2004 take)

Tracklist

  • CD 1
    1. Once
    2. Alive
    3. Even flow (UK version '92)
    4. Jeremy (2004 take)
    5. State of love and trust (2004 take)
    6. Animal
    7. Go
    8. Dissident
    9. Rearviewmirror
    10. Spin the black circle
    11. Corduroy
    12. Not for you
    13. I got ID
    14. Hail hail
    15. Do the evolution
    16. Save you
  • CD 2
    1. Black
    2. Breath
    3. Daughter
    4. Elderly woman behind the counter in a small town
    5. Immortality (2004 take)
    6. Betterman
    7. Nothingman
    8. Who you are (2004 take)
    9. Off he goes
    10. Given to fly
    11. Wishlist
    12. Last kiss
    13. Nothing as it seems
    14. Light years
    15. I am mine
    16. Man of the hour
    17. Yellow ledbetter

Gesamtspielzeit: 143:23 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Update
2015-08-10 17:02:24 Uhr
Up side:
Alive [2004 remix]
Even Flow [single version]
Jeremy
State Of Love And Trust [alternate mix]
Breath
Rearviewmirror
Dissident
Spin The Black Circle
Not For You
I Got Id
Hail, Hail
In My Tree
Do The Evolution
Insignificance
Green Disease
World Wide Suicide
Life Wasted
Got Some
Mind Your Manners

Down side:
Black
Daughter
Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town [acoustic]
Better Man
Immortality
Off He Goes
Present Tense
Given To Fly
Nothing As It Seems [single version]
Light Years
I Am Mine
Man Of The Hour
Gone
Just Breathe
Sirens
Pendulum
Crazy Mary [feat. Victoria Williams]
–– H u n z & K i n z ––
2012-01-27 14:02:43 Uhr
Peter, mein Held!
mxzaikj
2012-01-27 04:27:43 Uhr
Sex -Blog:
http://blog.erolove.in/land?pc.html
–– H u n z & K i n z ––
2007-09-30 12:06:25 Uhr
Größter Wehrmutstropfen: "Crazy Mary" fehlt. Gab vielleicht Copyright-Probleme.

Das schwächelnde "Vitalogy" ist mit 6 Songs mindestens doppelt zu stark vertreten.
"Go", "Nothingman", "Corduroy" u.v.a. waren höchstens Live-Hits.

Trotzdem ist die 9/10 auf PT verdient, weil die Songs an sich fast alle genial sind.
"Rearviewmirror" ist dennoch verzichtbar, denn alle Studioalben von PJ sind ihr Geld mehr als wert.

Der Remix von "Black" ist längst nicht so intensiv wie die Originalversion.

Meine Bewertung:
Once [2004 remix] - 9/10
Alive [2004 remix] - 9/10
Even flow [UK version von der Single, immens bessere Aufnahme als das Original auf "Ten"] - 9/10
Jeremy [2004 take] - 10/10
State of love and trust [2004 take] - 10/10
Animal [2004 take] - 8/10
Go - 8/10
Dissident - 8/10
Rearviewmirror - 10/10
Spin the black circle - 8/10
Corduroy - 9/10
Not for you - 9/10
I got Id - 10/10
Hail, hail - 9/10
Do the evolution - 9/10
Save you (kommt live deutlich besser) - 6/10
Black [2004 remix] - 9/10 (Original: 10/10)
Breath - 10/10
Daughter - 10/10
Elderly woman... - 9/10
Immortality [2004 take] - 10/10
Better man - 10/10
Nothingman - 7/10
Who you are [2004 take] - 9/10
Off he goes - 8/10
Given to fly [2004 take] - 10/10
Wishlist - 8/10
Last kiss - 7/10
Nothing as it seems - 10/10
Light years [2004 take] - 10/10
I am mine - 9/10
Man of the hour - 8/10
Yellow ledbetter [2004 take] - 8/10
Himbrumbeere
2006-09-02 01:35:03 Uhr
Schöne Rezension.
Schade dass es von PJ's Meisterwerk "No code" (dem letzten US-Nr.-1-Album der Band) lediglich die streitbaren Singles aufs Best-of geschafft haben und große Songs wie "Present tense", "In my tree" und "Smile" vergessen wurden.
Dennoch eine fantastische Compilation, auch wenn von "Vs." und "Vitalogy" viel zu viel drauf ist.

Highlights
State of love and trust; Rearviewmirror; Not for you; Black; Immortality; Off he goes; Light years
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