Super Furry Animals - Songbook - The singles volume 1

Super Furry Animals- Songbook - The singles volume 1

Epic / Sony
VÖ: 04.10.2004

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Interstellar overkill

Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn eine Band wie die Super Furry Animals eine Compilation veröffentlichen darf. Normalerweise passiert einem so was schließlich nicht, wenn man Lieder hat mit Titeln wie "(Nid) hon yw'r gan sy'n mynd I achub yr laitl". Oder eine Single rausbringt, in der über den Daumen gepeilt 2500 Mal "fuck" gesagt wird. Und sein Major-Label-Video-Budget schon mal gern für ein paar Big-Foot-Kostüme und eine Tonne Drogen verscheuert. Wer all das macht und am Ende auch noch damit durchkommt, der muß es wirklich geschafft haben. Und da freut man sich dann eben für die Super Furry Animals. Auch wenn eigentlich ja keiner weiß, was "es" bedeutet und "geschafft" meinen will.

Wie auch immer. "Songbook" ist jedenfalls ein glitzerndes, funkelndes, kratziges, weinendes, lachendes, schreiendes und immerzu wundervolles Dokument schamlos ausgelebter Narrenfreiheit. Angefangen bei der wilden Frühphase, als noch niemand so recht wußte, was er tat, und trotzdem immer wieder toller Krachbumm-Blur-Schrammelrock wie "Something 4 the weekend" dabei rauskam. Weitergedacht mit zunehmender Sophistication, ein bißchen Elektronik und anhaltend eselsohrigem Songwriting. Bis hin zu "Phantom power" schließlich, der jüngsten Animals-Platte, die von all dem etwas und vorneweg zauberhaft exzentrischer Pop war. 'Ne Menge Kurven für eine Strecke. Zeit, ein paar davon abzufahren.

Fangen wir doch kurz vor knapp an. "Juxtapozed with U", Teil des vorletzten Furry-Albums "Rings around the world", ist vielleicht der schönste Song, den diese Band sich jemals ausgedacht hat. Die Rechte wird zur Verbrüderung gereicht, die Linke wischt uns verstohlen den Schlaf aus den Augen, und über allen Kreisen Worte wie ein Abfangjäger: "You've got to tolerate / All those people that you hate." Sie hatten immer was von Hippies, die fünf Waliser. Man denke nur mal an Tagträume wie "Hello sunshine" und das zugehörige Video im "Hello Kitty"-Look. Aber auch das ist ja wieder nur eine Seite.

Da ist auch noch die Bacardi-Feeling-Sause "Northern lites", die Edel-Schnulze "Fire in my heart" und "The man don't give a fuck" natürlich, hier in live und als Anti-Hymne vor dem Herrn aufgeführt. Dann ist da der fuzzy Robot-Rock von "Ice hockey hair", die kleine Glam-Eskapade "God! Show me magic" und "(Drawing) Rings around the world", das ja nun ehrlich mal klingt, als hätte Brian Wilson einen Song für Status Quo geschrieben. Außerdem haben wir da großes Drama mit kleinen "Demons", trockenen Humor samt "Golden retriever" und "The international language of screaming" mit seinen alles sagenden Video-Untertiteln: "Es ist dort, wo Du dazwischen bist."

Kurzum also: Da ist so verdammt viel Buntes, Abgefahrenes, Ausgeflipptes, Schreckhaftes, Schwachsinniges und aufrichtig Schönes, daß man tatsächlich gar nicht anders kann, als ein gutes Gefühl bei der Sache zu haben. Die Super Furry Animals haben es geschafft. Sie dürfen jetzt eine Compilation veröffentlichen. Und das Beste daran ist natürlich, daß sie ein "Vol. 1" im Titel trägt. Es ist noch jede Menge Zeit für mehr Quatsch, Krimskrams und sonstige Mätzchen von diesen Männern. Also los jetzt! "Clarity just confuses me."

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Something 4 the weekend
  • Juxtapozed with U
  • Slow life
  • The man don't give a fuck
  • Demons

Tracklist

  1. Something 4 the weekend
  2. It's not the end of the world?
  3. Northern lites
  4. Juxtapozed with U
  5. Slow life
  6. Fire in my heart
  7. The man don't give a fuck
  8. Herman loves Pauline
  9. Play it cool
  10. Ice hockey hair
  11. Do or die
  12. (Drawing) Rings around the world
  13. God! Show me magic
  14. Ysbeidiau heulog
  15. Demons
  16. Golden retriever
  17. The international language of screaming
  18. Hello sunshine
  19. Hometown unicorn
  20. If you don't want me to destroy you
  21. Blerwytirhwng

Gesamtspielzeit: 78:20 min.

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