Neil Young - Greatest hits

Neil Young- Greatest hits

Reprise / Warner
VÖ: 22.11.2004

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Volksfäller

Er ist ein Held, noch immer, der inzwischen 59-jährige Kanadier mit den Visionen. Neil Young hatte, hat und wird immer den Traum von einer besseren Welt haben. Und auch wenn man seinem letzten Album "Greendale" sowie vor allem seinem 9/11-Nachruf "Are you passionate?" nicht mehr als Mittelmäßigkeit attestieren kann, bleibt Neil Young eines der Denkmäler des Rock schlechthin. Er müßte schon einiges anstellen, um diesen Status zu verlieren.

Ein "Greatest hits"-Album alleine jedenfalls reicht nicht, um daran zu kratzen. Auch wenn sich die berechtigte Frage stellt, wer so etwas denn braucht. Nun, es schadet sicher nicht, den aufgeschlossenen Hoobastank-Hörern diese Platte unter den Festbaum zu legen. Vielleicht ist ja noch nicht alles verloren. Auch ältere interessierte Einsteiger bekommen nun einen Kreuz-und-quer-Einblick in das Schaffen des Neil Young. Und sogar Alles- und Vielhaber könnten ihren Nutzen aus "Greatest hits" ziehen. Der Rezensent kann ein Lied davon singen, wenn er denn singen könnte. Denn für Autofahrten ist es nicht so förderlich, den Young-Backkatalog auf Vinyl zu besitzen. Es kann sich ja nicht jeder einen vollautomatischen Zwanzigfach-LP-Wechsler im Kofferraum leisten.

Zuerst die Fakten: 16 Songs in 77 Minuten aus der rund 35 Jahre währenden Solo-Schaffenszeit. Der Schwerpunkt liegt klar auf den früheren Werken, andere wie "On a beach", "Tonight's the night", diverse Crazy Horse-Werke oder die "Mirrorball"-Kooperation mit Pearl Jam mußten komplett ausgespart werden. Interessanter als die klanglich nur leicht aufpolierte CD-Version dürfte das Package mit der DVD sein. Auf letzterer findet sich nicht nur ein albernes Filmchen, das das Abspielen einer Schallplatte demonstrieren soll, sondern auch die 16 Songs in DVD-Stereo-Qualität.

Dazu verheißt der Cover-Aufkleber: "Because sound matters [...] Features all original master mixes now in super-saturated DVD-stereo for the highest quality audio". Und auch der Meister selbst soll die Aufnahmen persönlich überwacht und sich begeistert gezeigt haben. Aber lassen wir ihn das selber sagen: "Eine der wichtigsten Aufgaben eines Musikers ist es, den Leuten qualitativ hochwertigen Sound zu geben. Die Qualität ist in den vergangenen Jahren eher schlechter geworden, aber dank der Stereo-DVD gibt es einen Qualitätsschub. Es gibt keine vergleichbare Qualität auf einer normalen CompactDisc oder sogar im 5.1-Sound. Das ist ein Unterschied wie zwischen dem Original und einer mittelmäßigen Kopie. Ich bin immer ein großer Freund des Analogen gewesen, und der DVD-Stereo-Mix kommt dem Vergleich mit einer echten Vinyl-Schallplatte am nächsten." Ach so.

Ob der Unterschied wirklich so riesig ist, mögen die Audiophilen mit dem absoluten Gehör entscheiden. Der Rezensent stellt dies eher in Frage und erfreut sich an den Originalen. Wobei selbstredend mehr fehlt als drauf ist, unter den 16 Stücken. Und doch wurden die Schwerpunkte mit Bedacht gesetzt, mit je drei Beiträgen von den Frühwerken "Everybody knows this is nowhere", "After the goldrush" und "Harvest", darunter natürlich auch "Heart of gold", das noch heute jedes Formatradio besetzt, das nicht sein letztes bißchen Geschmack bei der Mediaanalyse gemacht hat. Nur ein Song aus den Achtzigern ist vertreten und einer aus den Neunzigern. Und die ganz neuen wird auch kaum jemand vermissen. Weder eine komplette noch eine zeitlich repräsentative Zusammenstellung ist dieses "Greatest hits"-Album also. Aber ein durchaus geschmackvoller Querschnitt, der die schwierige Aufgabenstellung durch Weglassen ganzer Alben und Phasen halbwegs elegant löst. Auch wenn "Walk on" fehlt. Und "My heart". Und "Tonight's the night". Und "Out on the weekend". Undundund. Hauptsache, der vielleicht wichtigste Song von Neil Young ist vertreten und reckt die Faust: "Keep on rockin' in the free world". Vielleicht kommen wir eines Tages wieder dorthin.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Down by the river
  • After the goldrush
  • Heart of gold
  • Like a hurricane
  • Rockin' in the free world

Tracklist

  1. Down by the river
  2. Cowgirl in the sand
  3. Cinnamon girl
  4. Helpless
  5. After the goldrush
  6. Only love can break your heart
  7. Southern man
  8. Ohio
  9. The needle + the damage done
  10. Old man
  11. Heart of gold
  12. Like a hurricane
  13. Comes a time
  14. Hey hey my my (Into the black)
  15. Rockin' in the free world
  16. Harvest moon

Gesamtspielzeit: 76:50 min.

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User Beitrag
hey hey my my
2012-01-28 15:29:18 Uhr
in der rezension heißts ja: ein song aus den 80ern, einer aus den 90ern. hey hey, my my nehm ich an ist der aus den 90ern, wegen cobain und so. welcher war 80? hört man ( zum glück ;-) ) nicht raus...
captain kidd
2004-12-07 19:03:57 Uhr
freedom is doch ein schlimmes album? was sind denn da für gute tracks drauf??? ragged glory fehlt leider ganz. liegt aber daran, dass es keine hits abgeworfen hat.
mauiproject
2004-12-07 08:36:17 Uhr
hätten echt mehr Songs vom "Freedom" Album drauf sein
no.l
2004-12-06 15:46:00 Uhr
Maybe. Finds trotzdem mau.
Norman Bates
2004-12-06 15:40:00 Uhr
Die 8/10 sind ja nicht für die Daseinsberechtigung oder das, was in den letzten Jahren von Neil Young kam, sondern für die Musik, die drauf ist. Und die ist zweifellos gut.
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