Shadows Fall - The war within

Shadows Fall- The war within

Century Media / SPV
VÖ: 20.09.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Dunkelmänner

Abkürzungen sind schon etwas Feines. Und zuweilen Beklopptes. Wahre Meister des kontrollierten Buchstabenwahnsinns sind nicht nur in den Ämtern und Behörden dieser Republik zu Hause, sondern finden sich zuweilen auch im Reiche der musizierenden Zunft wieder. Die Fantastischen Vier beispielsweise könnten ein Lied darüber singen. Haben sie sogar. Oder N.W.A. Die waren seinerzeit so dermaßen hip(hop), daß jeder auch ohne den ganzen Namen auszusprechen wußte, wer hier Haltung bewahrt.

Die schreibenden Vertreter der Branche sind auch fix dabei. Vor allem, wenn es um Schubladen und Kategorien geht. NYHC, sXe, R&B, R'n'R, NM etc. Shadows Fall haben damit eigentlich gar nichts am Hut. Und trotzdem gelten sie seit den letzten zwei Jahren als einer der Vorreiter des so genannten NWOAHM, wie man in einschlägigen Musikjournalien schwarz auf weiß zu lesen bekommt. Alles klar? Nein, nicht MAOAM. NWOAHM. Heißt? New Wave of American Heavy Metal. Ahja.

Klingt diffus, schwachsinnig und zu plakativ? Ja, das mit Sicherheit. Allerdings liegen die US-Kritiker damit gar nicht mal so falsch, haben sich in den letzten Jahren doch einige neue Bands aufgemacht, um dem Heavy Metal vergangener Jahrzehnte in ein neues Gewand zu helfen. Das Schatten-Quintett aus Massachusetts ist zweifelsohne vorne mit dabei. Traditioneller als beim fünfminütigen "The light that blinds", das mit langsamem, fast schon virtuosem Intro loslegt und alsbald von Double-Bass-Attacken und Saitengewitter rabiat von der Bildfläche verdrängt wird, geht’s nicht. Oder doch? Doch. Während "Act of contrition" ein wenig Maiden-lastig klingt, scheint das famose "Inspiration on demand" die alte Härte von Metallica mit den melodisch gesungenen Refrains aus der Furchtfabrik zu vereinen.

Shadows Fall überzeugen allerdings nicht nur durch ihre von ausufernden Rifforgien und Gitarrensoli ("Stillness") begleitete Hommage an die mattenschwingende Vergangenheit, sondern auch durch geschickte Hinzunahme zeitgenössischer Hardcore-Elemente. "The power of I and I" ist aggressiver, polternder und enorm grooviger Metalcore der besseren Sorte. Daß hier ein gewisser Herr namens Zeuss, der schon Bands wie Hatebreed zu einem druckvollen Sound verhelfen konnte, hinter den Reglern stand, ist bei dieser wahrlich amtlichen Produktion unüberhörbar. ACK?

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • What drives the weak
  • Inspiration on demand
  • The power of I and I

Tracklist

  1. The light that blinds
  2. Enlightened by the cold
  3. Act of contrition
  4. What drives the weak
  5. Stillness
  6. Inspiration on demand
  7. The power of I and I
  8. Ghosts of past failures
  9. Eternity is within
  10. Those who cannot speak

Gesamtspielzeit: 42:16 min.

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