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Teitur - Poetry & aeroplanes

Teitur- Poetry & aeroplanes

Universal
VÖ: 22.11.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Waiting for love

"No more happy songs of heartbreak / Oh heartbreak", hat sich Teitur vorgenommen. Darauf wäre man auch noch von alleine gekommen. Teitur steht auf Kriegsfuß mit der Fröhlichkeit, der Liebe und überhaupt der ganzen Welt. Er macht keinen Hehl daraus, sondern lieber Songs. Verhuschte Kammerspiele, mal mit Keyboards, mal mit Streichern, Farfisa oder Instrumenten, zu denen das hiesige Englisch-Deutsch-Lexikon keine Übersetzung weiß. Und doch sind vor allem zarte Akustikgitarren präsent. Und natürlich Teiturs Stimme, die ähnlich trocken schallt wie die von Dave Matthews und ähnlich wehleidig wie die von Kristofer Åström.

"Poetry & aeroplanes" ist das beste Album, das je von einem Künstler aus dieser Nation in Deutschland veröffentlicht wurde. Und vermutlich auch das einzige. Denn Teitur Lassen ist bis zu seinem 17. Lebensjahr auf den Färöer-Inseln festgesessen, unter jedem Volk, das scheinbar durch den Ozean dümpelt, den ganzen Tag lang fischt und alle paar Jahre mal Österreich im Fußball schlägt. Stilistisch mag sich "Poetry & aeroplanes" wenig von all den anderen Singer/Songwriter-Alben unterscheiden. Echte Highlights sind rar gesät, und man würde sich vielleicht das eine oder andere mehr wünschen. Aber bei Teitur lautet das wenig zauberhafte Zauberwort "Durchhörbarkeit". Das internationale Debüt des Mannes mit den tiefgrünen Augen paßt von vorne bis hinten. Vor ein Kaminfeuer, zu einer Tasse Tee, zu einer warmen Decke. Natürlich sind das alles Klischees. Aber schließlich kann kein Album so sehr Winter sein wie "Poetry & aeroplanes".

Ein Stück gibt es dann doch noch, das man ganz für sich alleine lieb haben kann. Den Titelsong nämlich, den Teitur Lassen gemeinsam mit jemandem geschrieben hat, der Cohen mit Nachname heißt. Der olle Leonard ist es nicht, und doch sorgt dieser vierte Albumtrack für langanhaltendes Mitleid. Und für Herzklopfen. Und für sämtliche Gefühlsregungen, die man schon lange mal wieder erleben wollte. "Alone in these strange beds / I think that I've travelled enough poetry and aeroplanes / I am tired of waiting for love", hadert er. Er sucht die letzte Hoffnung, klammert sich am Strohhalm fest, bis jemand anderes kommt. Bitte melde Dich! "Another night I lie awake / In woken dreams of faith and fate / Hope my love don't come too late." Er wartet und wartet und wartet. Und müßte nur die Hand ausstrecken. Vielleicht.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Poetry & aeroplanes

Tracklist

  1. Sleeping with the lights on
  2. I was just thinking
  3. You're the ocean
  4. Poetry & aeroplanes
  5. Josephine
  6. One and only
  7. Rough around the edges
  8. Let's go dancing
  9. Amanda's dream
  10. Shade of a shadow
  11. To meet you
  12. Halfway between

Gesamtspielzeit: 40:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
André
2007-09-21 18:36:58 Uhr
Da habe ich heute im Wühlkorb dieses Album entdeckt und zugeschlagen, zumal ich bisher eher wenig Singer/Songwriter gehört habe. Schon beim ersten Song "Sleep with the lights on" dachte ich jetzt zu wissen warum. Wie kann man das mögen? Skip. Da hat sich die Sache mit der "Durchhörbarkeit" (s. Rezi). Zweiter Song "I was just thinking": Minimalistisch, akkustisch und erstaunlich gut. Der bleibt im Kopf.
Was kam dann noch? Nicht mehr so sehr viel. Die Instrumentierung ist stellenweise allerdings sehr gelungen eingesetzt, gerade die Streicher und seine Akkustikgitarre wirken ausgesprochen schön zusammen.
Aber was stört: Der Gesang, die Texte. Wenn in der Rezension hier auch von Winter und Resignation die Rede ist, lässt sich derartiges auf Poetry & aeroplanes eher nicht finden. Das Album ist eben nicht kalt und traurig, wie es das Albumcover suggeriert und warum auch immer: das enttäuscht mich am meisten.
Durchhörbar ist das also wohl für Leute, die es nicht stört, wenn im Radio auch mal James Blunt oder Keane läuft.
desaparecido
2005-06-03 18:45:54 Uhr
live war er auf jeden fall sehr sympathisch, also durchaus sehenswert (auch wenn die geschichten dazwischen fast besser waren als seine lieder ;) )
Konsum
2005-06-03 16:57:03 Uhr
Kann mich nicht so recht entscheiden, was ich davon halten soll. Will nicht so recht zünden.
myvision
2005-05-29 12:54:29 Uhr
Schade, nirgends hier in der Nähe. "Poetry & Aeroplanes" ist meiner Meinung nach auch 'ne 7 wert.
evilkneevilchen
2005-05-29 12:39:37 Uhr
oh..würzburg*freu*
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