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Lawn - Backspace

Lawn- Backspace

Supermodern / Indigo
VÖ: 15.11.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Friesisch herb

Direkt an der Grenze zu Friesland liegt das niederländische Groningen. Und wer von links wie rechts so viele merkwürdige Einflüsse über sich ergehen lassen muß, ist irgendwann mit so mancherlei Marotten ausgestattet. Nicht anders präsentieren sich die vier Jungs von Lawn auf ihrer zweiten Veröffentlichung. Denn wie sonst ist es zu erklären, daß auf "Backspace" musikalische Spielarten wie Postrock, Flower Power, Metal und Gothic in einen großen Topf geworfen werden und das fertige Gericht tatsächlich nach was schmeckt.

Um beim Klischee zu bleiben, müßte jetzt der Hinweis auf Holland und die Drogen kommen. Doch nachdem in den letzten Wochen in unserem schönen Nachbarland allerlei Dinge vorgefallen sind, die die sprichwörtliche Toleranz und Liberalität in einem zumindest anderen Licht erscheinen lassen, sparen wir uns das. Nur so viel: Wofür eine Band wie The Notwist in Deutschland fast zehn Jahre gebraucht hat - nämlich außerhalb der Indie-Kreise wahrgenommen zu werden und auch erfolgreich zu sein - gelingt Lawn nachgerade in Schallgeschwindigkeit. Auch musikalisch ist der Vergleich mit den Weilheimern nicht allzu weit hergeholt, klingen doch Stücke wie "Tide" oder "Mercury" sehr nach der "Nook"-Ära der Acher-Brüder.

Für einen Moment wird sogar der Kampf gegen allzu eingängige Harmonien und das Streiten für den steten Wechsel von laut und leise, heftig und verletzlich aufgegeben. Und ein veritabler Hit produziert, der in den Niederlanden seit einem Jahr sowohl im Radio, als auch im Musikfernsehen auf Hot-Rotation ist. "Fix" ist auf der einen Seite vielschichtiger als der Rest der Platte: Die Instrumentenvielfalt wird durch den Einsatz von Geige, Theremin und Samples deutlich gesteigert. Andererseits wirkt die Komplexität nicht verkopft, weil die fast schon poppige Melodieführung und der Gastauftritt von The-Gathering-Sängerin Anneke van Giersbergen absolut charmant wirken. Doch direkt danach schließt sich mit "Winter" wieder Musik in einem anderen Aggregatzustand an - langsamer, bedachter, schwermütiger. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt den Eindruck: Der Sommer ist endgültig vorbei.

(Joerg Utecht)

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Highlights

  • Fix
  • Winter
  • Tide

Tracklist

  1. Tide
  2. Fix
  3. Winter
  4. Silverscreen
  5. Mercury
  6. Backspace
  7. Frontspace
  8. Polaroid
  9. Neon

Gesamtspielzeit: 52:39 min.

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