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Kasabian - Kasabian

Kasabian- Kasabian

RCA / BMG
VÖ: 15.11.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Gift und Galle

An unserem Revival-Abriß-Kalender sind mittlerweile auch nicht mehr viele Blätter dran. Garagen-Rock kann keiner mehr hören, der Punk stirbt in den Armen der Libertines, und das große 80er-Warmmachen ist ja nun völlig in die Fetenhits-Hose gegangen. Nein, der große Zeiger der Coolness-Uhr tickt stramm auf die Neunziger zu. Shoegazer sollten schon mal die alten Treter polieren und Rave-Gänger die Pillenschachtel abstauben. Stone Roses, Happy Mondays, Charlatans: Hier ist jemand, der Euch verstanden hat. Hier sind Kasabian. Und knapp dahinter hechelt ganz Großbritannien. Feuer frei.

Von Anfang an schwebt etwas unerklärlich Bedrohliches über dem Debütalbum von Kasabian. Es juckt in den Fingern, es kribbelt in den Füßen, und es kriecht Dir unter die Haut. Vom ersten Ton des giftigen Fuzz-Basses aus "Club foot" bis zur letztem Faust auf dem Synthie im zappendusteren "U boat". Vielleicht ist es die Stimme von Sergio Pizzorno, die gewissenhaft in Liam-Gallagher-Form geraucht wurde und jetzt ätzt, motzt und mosert, was die Bänder hergeben. Vielleicht sind es auch die beinahe maschinell durchgebolzten Drums wie in "Reason is treason", die jeden Profi-Hypnotiseur um den Verstand bringen würden. Oder doch die einfach gehaltenen, zusammengestauchten Beats aus der Music Box. Was es jedenfalls nicht ist, sind die Songs.

So geheimnisumwoben der dunkelrot funkelnde Sound dieser Platte auch sein mag, die Songs können ihm nüchtern betrachtet zu keiner Zeit Folge leisten. Oft, ja beinahe immer, funktionieren sie nach dem gleichen Prinzip, schweben in den gleichen Sphären und hauen nach dem Absturz in die gleiche Kerbe. Es sind keine Schnörkel dran an diesem Album, kein Gramm überflüssiges Fett. Aber eben auch keine Überraschungen, keine Erschütterungen oder Wendungen, wie sie etwa bei den Brüdern im Geiste von The Cooper Temple Clause mit gewetzten Messern hinter jedem Refrain lauern. Ja doch, "Kasabian" ist heiße Luft. Aber die, mein Freund, die willst Du nicht atmen.

Machen wir also keinem was vor. Diese Platte gehört nicht dahin, wo Gehirne ungestört arbeiten können. Sie gehört in die pumpenden Riesen-Boxen eines feuchten Keller-Clubs, der Lautstärkeregler jenseits von "Wahnsinn", rücksichtslos auf die Meute geballert. Und Du gehörst da mitten rein, spätestens wenn in "Test transmission" die Gitarren abheben. Wenn Dir "Cutt off" mit seinem Kühlschrank-Grinsen die unnötigen Körperteile abhackt. Und sie vom verstohlenen "Butcher blues" gleich wieder eingesammelt werden. Beunruhigend, wie gesagt. Aber egal. Du mußt da jetzt rein. Einmal Madchester, bitte.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Club foot
  • Reason is treason
  • Cutt off

Tracklist

  1. Club foot
  2. Processed beats
  3. Reason is treason
  4. I.D.
  5. L.S.F. (Lost souls forever)
  6. Running battle
  7. Test transmission
  8. Cutt off
  9. Butcher blues
  10. U boat

Gesamtspielzeit: 47:35 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
XTRMNTR
2012-03-26 19:42:57 Uhr
Für mich immernoch ihr bestes. Schön düster und elektronisch. Leider haben sie sich danach für einen anderen und meiner Meinung nach den falschen Weg entschieden.
Söze
2006-07-26 11:41:52 Uhr
Kasabian [--------|-------x] Happy Mondays / Black Grape
Blocoholi
2006-07-26 11:26:26 Uhr
Ich mag Metric lieber.
floesn
2006-07-26 01:44:43 Uhr
Ne, eben. Sagte ich ja. Aber irgendwie gehören sie für mich zusammen. Kein Plan, warum. Naja....auf jeden Fall mag ich die Bloc Party dann halt lieber.
toifel
2006-07-26 01:41:28 Uhr
auf Bloc Party wäre ich jetzt nicht gekommen. naja, beide sind sehr groovy und haben auch wunderbar atmosphärische stücke. aber sonst, vom sound her? hm...
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