Sophie B. Hawkins - Wilderness

Sophie B. Hawkins- Wilderness

Trumpet Swan / Neo
VÖ: 15.11.2004

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Feine Wilde

Es gab eine Zeit, da strömten plötzlich die jungen Frauen auf den Musikmarkt. Nachdem ein paar unfrisierte Kerle den Boden bereitet hatten, durften die Mädels ran. Ob am Klavier oder an der Gitarre, sie machten stets eine gute Figur und nicht selten auch sehr schöne Popsongs. Für die Jüngeren: Das waren quasi die Vorreiterinnen aller Avrils, Michelles und Vanessas. Und diese Frauen kehren jetzt alle zurück, um es dem Nachwuchs noch mal zu zeigen.

Nachdem sich in diesem Jahr schon Alanis Morissette alter Tugenden erinnerte, Sarah McLachlan ein wundervolles, wenn auch etwas unspektakuläres Comeback ablieferte und k.d. lang ein gut durchdachtes Cover-Album herausbrachte, ist jetzt auch Sophie B. Hawkins an der Reihe. Es gilt, an Hits wie "Damn I wish I was your lover", "As I lay me down" und "Right beside you" anzuknüpfen. Und natürlich, die Jüngeren alt aussehen zu lassen. Das alles klappt mit "Wilderness" aber nur bedingt. Zwar ist "Open your eyes" genau die verliebte Midtempo-Popnummer, die man von der 38jährigen erwartet, aber diesem Kleinod folgt ausgerechnet ein so beliebiger Langweiler wie "Meet me on a rooftop".

Auch sonst bleibt Frau Hawkins auf diesem Album viel zu oft hinter den Erwartungen zurück. Warum ein Titel wie "Surfer girl" ausgerechnet nach Weihnachtslied klingen muß, wissen wohl nur die Künstlerin und die ebenfalls produzierenden Berman Brothers. Überhaupt scheint das Hauptproblem in der Produktion zu liegen. Man ist sich nicht mal sicher, ob die Songs nicht eigentlich ganz nett wären, wenn sie nicht ständig in den überbordenden Arrangements baden gingen.

Und doch gibt es eben immer wieder diese Songs, die zeigen, warum auch dieses dritte Album der New Yorkerin seine Existenzberechtigung hat. Zwar kann es kaum ein Lied mit den alten Hits aufnehmen, aber immerhin verstecken sich gegen Ende des Albums einige Perlen zwischen all den Belanglosigkeiten. So ist "You make me high" eine schön vor sich hinswingende Beinahe-Jazz-Nummer, die vom nachfolgenden Gilbert-Price-And-The-Urchins-Cover "Feelin' good" noch getoppt wird. (Gut, die Muse-Version des Songs war irgendwie interessanter.) Und da der abschließende Remix von "Soul lover" bedeutend spannender ist als der Song selbst, fühlt man sich am Ende dann sogar wieder ein bißchen mit Sophie versöhnt.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Open up your eyes
  • You make me high
  • Feelin' good

Tracklist

  1. Beautiful girl
  2. Open up your eyes
  3. Meet me on a rooftop
  4. Walking on thin ice
  5. Blue
  6. Sweetsexywoman
  7. Surfer girl
  8. Adrian
  9. Soul lover
  10. Angel of darkness
  11. You make me high
  12. Feelin' good
  13. Soul lover (Infinite space mix)

Gesamtspielzeit: 54:09 min.