From Autumn To Ashes - The fiction we live

From Autumn To Ashes- The fiction we live

Vagrant / Cargo
VÖ: 15.11.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Schmerzblut

Eines muß man nochmal sagen: "Too bad you're beautful" ist schon eine wirkliche Hammerplatte. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die holzt einen so derbe klein, daß man sich mit seinen lausigen ein Meter sechsundsiebzig noch kleiner fühlt, als man es ohnehin schon ist. Kam ja in Deutschland mit, ähem, etwas Verspätung auch offiziell in die Läden. Vorteil: Auf diesen Nachfolger mußte man man hierzulande nicht mehr allzu lange warten. Ist doch auch was.

"The fiction we live" kommt jetzt auch nicht mehr über Ferret, sondern über Vagrant. Richtig: Labelwechsel. Auch richtig: ein wenig Richtungswechsel. From Autumn To Ashes atmen immer noch Metal und Core. Allerdings ist das hier weitaus kompakter, als die unberechenbaren Bestien, die das Debüt auf einen losließ. Das klappt bei einem vorzüglichen Fresseklopper wie "The after dinner payback" vorzüglich. Anderernorts gerät das schon ein wenig zu schematisch. Einer singt und brüllt, der Rest klopft bei Bedarf stumpf und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk auf die Zwölf. Kalkulierte Aggression statt psychopathischem Totalausraster. Eigentlich schon ein bißchen schade.

Immerhin aber überaus wirkungsvoll. From Autumn To Ashes schreien immer wieder Worte wie "Will it tear you apart? / Will it? / Will it tear you apart?" Zumindest unter der aufgeräumten Oberfläche scheint also alles beim (guten) Alten zu sein. Wenn sie sich im Titeltrack ganz leise und ganz weit aus dem Fenster lehnen, ist das zwar okay, aber absolut nicht spannend. Eher schon die andere, von betörender Frauenstimme gesungene Version des Songs, "Autumn's monologue". Akustikgitarren im stillen Kämmerlein. So hat man die noch nie gehört.

"The fiction we live" ist beinahe etwas viel der konstruierten Vollbedienung. Auch ein "Lilacs & Lolita" geht nicht mehr unter die Haut, sondern zielt nur noch in Richtung Magengrube. Das aber sehr gekonnt. Schimpft sich wohl Effizienz oder so. So klöppeln sie dann weiter und gurgeln was von "Don't you ever think for one second / That I will forget the reasons that I cried." Irgendwo dazwischen treffen sie immer irgendwo den Nerv. Es ist nicht mehr der endgültige Zusammenbruch, der einen nicht mehr loslassen will. Der war gestern. Sondern "nur" noch wohlproportionierte Lautstärke. Sei's drum. Ring frei!

(Sven Cadario)

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Highlights

  • The after dinner payback
  • Lilacs & Lolita

Tracklist

  1. The after dinner payback
  2. Lilacs & Lolita
  3. No trivia
  4. Milligram smile
  5. The second wrong makes you feel right
  6. Every reason to
  7. Autumns monologue
  8. Alive out of habit
  9. All I taste today is what's her name
  10. The fiction we live
  11. I'm the best at ruining my life

Gesamtspielzeit: 39:55 min.

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Winnie
2006-07-02 22:10:36 Uhr
Sicher, enttäuscht waren wohl die meistens anfangs (viele wohl immer noch). Fällt das Zweitwerk glatter aus, sind die Vorwürfe schnell parat.
Trotzdem hat sich bei denen einiges getan gehabt, man muss doch nur genau hinhören. ;) Klingt natürlich ausgelutscht, aber die Songs sind wesentlich abwechslugsreicher, nicht nur was die Songideen betrifft. Die Gitarrenarbeit ist wesentlich ausgefeilter als in den Anfangszeiten. Zudem entfaltet "The fiction we live" imo auch nur noch mehr Atmosphäre. Vor allem in Songs wie "The second wrong makes you feel right" und "Alive out of habit". Gegen diese Grundstimmung fallen bei mir sogar selbst der Spannungsaufbau von "Reflections" und "Short stories..." ab.

Egal, sinnlos hier irgendwas zu verteidigen. Jedem das Seine, mir das Meine. =)
Ocean
2006-06-30 12:56:28 Uhr
doch also mich hat dies doch etwas enttäuscht. und überhaupt sind viele kürzere Songs drauf und gerade die sind die härteren, finde ich schon etwas schade. und der Abschluss song ist auch nicht das Gelbe vom Ei durch diesen sieht das Album ziemlich Schwach aus. Das Debut wird FATA nie toppen können.
Winnie
2006-06-28 15:38:36 Uhr
Aber hallo. Über das Album könnte ich pausenlos etwas erwähnen. ;)

Ich finde "The fiction we live" auch gar nicht mal so unorigineller als "Too bad you're beautiful". Da steckt sogar fast noch mehr drin, nur rüttelt das eben nicht mal annähernd so durch wie eben der Vorgänger. Stören tut mich das aber weniger.

avail
2006-06-27 21:43:08 Uhr
würde ich auch als highlight hervorheben. sonst ist da gar nicht so viel zu erwähnen. :D
Khanatist
2006-06-27 21:42:18 Uhr
Richtig, nur ist das auf einer anderen, originelleren CD drauf.

Hier ganz klar das Highlight: "The After Dinner Payback".
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