Bowling For Soup - A hangover you don't deserve

Bowling For Soup- A hangover you don't deserve

Jive / Zomba / BMG
VÖ: 15.11.2004

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Damals hinterm Mond

Die Kinder kommen immer früher in die Pubertät, das sagen die Ärzte und sagen die Lehrer. Daß die Pubertät auch immer länger dauert, davon war nie die Rede. Und trotzdem gibt es genügend Bands, deren Mitglieder in einem Alter, in dem ihre früheren Mitschüler globale Unternehmensgruppen leiten, immer noch in Boxershorts durch die Welt laufen und versaute Lieder schmettern. Dabei geht es nicht um Blink 182, die der Pickelzeit inzwischen doch irgendwie entkommen sind, sondern um Bowling For Soup, die aber wie eine direkte Reinkarnation derer wirken. Gut zu wissen, daß man sich auch in sieben Jahren Bandgeschichte keinen Schritt weiterentwickeln muß.

Die Band erfüllt alle Erwartungen, indem sie ihr drittes Album "A hangover you don't deserve" nennt und die üblichen Power-Pop-Nummern abspult, die man von vier Texanern mit Tattoos und gefärbten Haaren erwartet. Und das ist über die Distanz von 17 Songs (plus 27 zusätzlichen Tracks, die die CD füllen sollen) mindestens langweilig, wenn nicht ungeheuer nervtötend. Dabei ist die Single "1985" eine zwar anspruchslose, aber unterhaltsame Mitgröhl-Nummer geworden. So wunderbar hat schon lange niemand mehr die Achtziger verklärt. "Bring back Springsteen, Madonna / Way before Nirvana / There was U2 and Blondie / And music still on MTV", heißt es da über das Jahr, in dem die meisten Hörer der Band noch nicht mal gezeugt waren. Das waren noch Zeiten, damals. Sagen zumindest die, die sie erlebt haben.

Man erwartet ja nicht unbedingt viel von einer Band wie Bowling For Soup, ein bißchen Unterhaltung wäre ja schon genug. Aber die kommt viel zu selten auf. Die meiste Zeit über hetzt die Band durch die austauschbaren Nummern, die niemand braucht, der sich schon irgendwann mal eine Green-Day-CD gekauft hat. Hinzu kommt, daß sich Sänger Jaret Reddick durch so penetrant gutgelaunte Songs kräht, daß es einem spätestens nach der Hälfte der Zeit erheblich auf die Nerven geht. Und in diesem Moment möchte man noch einmal "1985" zitieren: "When did Mötley Crüe become classic rock? / And when did Ozzy become an actor? / Please make this stop / Stop!"

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • 1985

Tracklist

  1. Almost
  2. Trucker hat
  3. 1985
  4. Get happy
  5. Ohio (Come back to Texas)
  6. Ridiculous
  7. Shut-up and smile
  8. Last call casuality
  9. Next ex-girlfriend
  10. A-haloe
  11. My hometown
  12. Smoothie king
  13. Sad sad situation
  14. Really might be gone
  15. Down for the count
  16. Two-seater
  17. Friends o' mine

Gesamtspielzeit: 71:03 min.

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