A Thorn For Every Heart - Things aren't so beautiful now

A Thorn For Every Heart- Things aren't so beautiful now

Kickball / Interscope / UMIS / Universal
VÖ: 26.10.2004

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kein Stich

Musiker sind eine bisweilen recht eigenwillige Spezies. Während der singende Teil, neudeutsch auch Frontmann einer Band genannt, sich gerne mal als waschechte Diva zwischen Selbstfindungsprozeß und gekränkter Eitelkeit entpuppt, wird so manchen Bassisten und Schlagzeugern eine ähnliche Waffel wie den Linksaußen und Torhütern beim Fußball angedichtet. So weit nichts Neues.

Ebenfalls ein alter Hut ist die Tatsache, daß die meisten Combos es schlicht und ergreifend hassen, von der kritisierenden Zunft einer bestimmten Schublade zugeordnet zu werden. Auch A Thorn For Every Heart werden nicht müde, zu betonen, daß man ja eigentlich mit zahlreichen Facetten ausgestattete Rockmusik macht und in der Emolade echt nicht passend aufgehoben sei. Vor diesem Hintergrund sei aber natürlich die Frage erlaubt, warum sich Bands dieser Coleur einen Namen geben, der drei Meilen gegen den Wind so nach Emo riecht, daß es letztlich fast schon egal ist, ob die zweite Silbe "Pop", "Rock" oder "Core" lautet.

Das Quartett aus den kalifornischen Chino Hills entschied sich auf seinem Erstlingswerk für eine Kombination mit der letztgenannten Variante. Es geht ganz ordentlich zur Sache. Ordentlich, aber vorhersehbar, wie schon der Opener beweist. Handwerklich einwandfrei arbeitet sich "99 with an anchor" unspektakulär mit einigen Breaks hin zum ersten Refrain. Gleich wird wohl jemand schreien. Ah, da schreit jemand: "I'll let you walk away, right now, right now." Oje.

Ähnlich verhält es sich mit den meisten der zehn eingespielten Songs. Überraschungen sind eher spärlich gesät. Wenn, dann aber geschickt plaziert und wohlklingend. Zum Beispiel bei dem plötzlich zum Refrain einsetzenden Tempowechsel in "A night to remember, a morning to forget". Oder bei der sich zum Ende hinaus enorm steigernden Uptempo-Nummer "Pretty when you cry" und den lieblichen Pianoklängen im zweiten, abschließenden Teil des Titeltracks. Etwas mehr von der Sorte und man hätte sich das mit der Schublade noch mal überlegen können. Aber A Thorn For Every Heart haben es nicht anders verdient.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • A night to remember, a morning to forget
  • Pretty when you cry
  • Things aren’t so beautiful now (Part 2)

Tracklist

  1. 99 with an anchor
  2. February
  3. A night to remember, a morning to forget
  4. Next of kin
  5. The prediction
  6. Streetcar
  7. Summer so bleak
  8. Pretty when you cry
  9. Things aren’t so beautiful now (Part 1)
  10. Things aren’t so beautiful now

Gesamtspielzeit: 31:02 min.

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