Darren Hayes - The tension and the spark

Darren Hayes- The tension and the spark

Columbia / Sony
VÖ: 01.11.2004

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kammerflimmern

Ein junger Mann sitzt in seinem Hotelzimmer und wartet auf einen Anruf. All seine Besitztümer sind in einem kleinen Koffer verstaut. Er hat eine Videokamera aufgebaut, auf seinem Nachttisch stehen ein Glas Whiskey und einige Tablettenröhrchen. Keine Ahnung, was uns Darren Hayes mit den Fotos im Booklet zu seinem neuen Album "The tension and the spark" sagen will, aber die Geschichte, die sich unweigerlich im Auge des Betrachters entspinnt, sieht so aus: Da hat jemand noch eine Botschaft an die Welt, ehe er gehen will. Vielleicht hat aber auch die Produktion des Albums so viel Geld verschlungen, daß für ein paar ordentliche Hochglanzbilder kein Geld mehr blieb. Oder Anton Corbijn hatte gerade keine Zeit.

Wie dem auch sei: Das Booklet lenkt für den ersten Moment von der Musik ab, und das ist auch bitter nötig. Denn was der Ex-Sänger von Savage Garden hier verzapft, ist nicht unbedingt das, was einen vor Begeisterung aus den Schlappen haut. Seine zweifellos großartige Stimme schleppt sich durch durchschnittliche Kompositionen und muß zu allem Überfluß auch noch gegen hunderte Effekte ankämpfen. Zwischendurch pluckert und zischt es, als ob das Album von den Star-Wars-Soundtechnikern abgemischt worden wäre. Das war aber Mark "Spike" Stent, der unter anderem für Depeche Mode, Madonna und Björk gearbeitet hat - und sich jetzt offensichtlich mal tierisch austoben wollte.

Eine Single wie "Pop!ular" wäre für Britney Spears sicher ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, bei Darren Hayes klingt sie einfach nur aufgesetzt und peinlich. Vor allem aber unnötig, da der Mann keine Vocoder braucht, um gut zu klingen. Der Beweis folgt dann auch auf dem Fuß in Form von "Dublin sky". Da hätte die Akustikgitarre allerdings auch völlig ausgereicht, den Drumcomputer und das alberne Gefiepe hätte man sich sparen können. Ebenso unnötig waren offensichtlich auch die Co-Autoren, wenn man bedenkt, daß ausgerechnet die drei Songs, die Hayes alleine verfaßt hat, die besten auf dem ganzen Album sind - und diejenigen, bei denen die Produktion auch weitgehend zum Song paßt.

Wir haben verstanden: Darren Hayes will weg von dem Abziehbildchen-Image von Savage Garden. Er will keinen Hausfrauenpop mehr machen, sondern irgendwas zwischen Elektro-Pop und Ambient. Natürlich darf er das, es gelingt ihm ja zwischendurch sogar sehr eindrucksvoll. Nur sollte er sich dann diese manischen Radio-Singles sparen und das ganze Album ein bißchen homogener gestalten. Dann kann er auch endlich die albernen Tablettenröhrchen wegräumen.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Dublin sky
  • Void
  • Feel

Tracklist

  1. Darkness
  2. I like the way
  3. Light
  4. Pop!ular
  5. Dublin sky
  6. Hero
  7. Unlovable
  8. Void
  9. I forgive you
  10. Feel
  11. Love and attraction
  12. Sense of humor
  13. Ego

Gesamtspielzeit: 58:56 min.

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