Handsome Boy Modeling School - White people

Handsome Boy Modeling School- White people

Atlantic / Warner
VÖ: 08.11.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Klassenfahrt

Sie sind die beiden so ziemlich coolsten Schweine im ganzen HipHop-Biz. Sie zimmern die dicksten Beats und fahren die größten Stars auf. Die Neptunes? Dr. Dre & Eminem? Timbaland und Missy Elliott? No way. Dan The Automator alias Nathaniel Merriweather und Prince Paul alias Chest Rockwell sind nach fünf Jahren Pause mal wieder zusammen die Handsome Boy Modeling School und sammeln für ihren Zweitling "White people" ganze Busladungen an Celebrities aus allerlei Genreecken auf.

Mike Patton ist selbstredend gleich vorneweg mit dabei und gibt für "Are you down with it" mal wieder den düsteren Schwerenöter, um Chan Marshall zu betören, die wenig später auch noch das lasziv mit dem Arsch wackelnde "I've been thinking" veredelt. Die Herren Mike Shinoda und Chester Bennington von Linkin Park battlen sich im etwas ausufernden "Rock and roll (could never hip hop like this) part 2" mit Qbert, Rahzel und Jazzy Jay, während sich auf Sample-Ebene Vivaldi und Fatboy Slim in die Haare geraten. Dazu geht Chino Moreno bei "The hours" über einem orientalisch verhedderten Beat als manisch-depressiver Psycho durch, während sich der Tinnitus in seinem Ohr als Gebrabbel von El-P und Cage entpuppt.

Und wer glaubt, das Gaststar-Aufgebot müßte jetzt so langsam ausgereizt sein, darf weiter Striche auf die Liste machen. Pauls alte Kumpel von De La Soul hinterlassen ihre Fingerabdrücke in "If it wasn't for you", Jack Johnson surft für "Breakdown" gewohnt souverän auf der Schaumkrone der Lässigkeit, und der trockene Elektro-Reggae der Single "The world's gone mad" genießt die Anwesenheit von Del The Funky Homosapien, Toasting-Legende Barrington Levy und Alex "Franz Ferdinand" Kapranos. Das schlüpfrige "A day in the life" ist zwar kein Beatles-Cover, hat aber mit RZA, Rahzel und den kaum erkennbar agierenden Mars Volta die Bude noch mal gerappelt voll. Ach ja, sogar die Neptunes höchstselbst sind bei "Class system" auch noch dabei.

Auf dem Papier also eine klare Sache: HipHop-Meisterschaft und Champions-League-Sieg. Mindestens. Darunter geht eigentlich nichts. Und doch wirkt "White people" seltsam unentschlossen. Routiniert bis in die äußersten Spitzen ihrer aufgeklebten Bärte haben Handsome Boy Modeling School sechzehn Tracks zustande bekommen, die zwar auf dicke Hose machen und keine Effekthascherei auslassen, aber dennoch selten mehr als das übliche Kopfnicken provozieren. Schicke Anzüge, prall gefüllte Gästeliste und eingebaute Comedy-Show reichen nicht wirklich aus, um die Weisheit "Handsome is as handsome does" in die Tat umzusetzen. So gekonnt hier die Grooves und die dezent angeschrägten Ohrwürmer beim gemeinsamen Gruppenkuscheln so um die Wette flattern, ist "White people" tatsächlich nur ziemlich hochklassiges Standardprogramm.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Are you down with it (feat. Mike Patton)
  • The world's gone mad (feat. Del The Funky Homosapien, Barrington Levy & Alex Kapranos)
  • Breakdown (feat. Jack Johnson)
  • I've been thinking (feat. Cat Power)

Tracklist

  1. Intro (feat. Father Guido Sarducci)
  2. If it wasn't for you (feat. De La Soul and Starchild Excalibur)
  3. Are you down with it (feat. Mike Patton)
  4. The world's gone mad (feat. Del The Funky Homosapien, Barrington Levy & Alex Kapranos)
  5. Dating game (feat. The Meadows, Hines Buchanan and introducing Neelam)
  6. Breakdown (feat. Jack Johnson)
  7. It's like that (feat. Casual) / I am complete (feat. Tim Meadows)
  8. I've been thinking (feat. Cat Power)
  9. Rock and roll (could never hip hop like this) Part 2 (feat. Lord Finesse, Mike Shinoda, Chester Bennington, Rahzel, Qbert, Grand Wizard Theodore & Jazzy Jay) / Knockers (feat. Tim Meadows)
  10. The hours
  11. Class system (feat. Pharrell Wiliams & Julee Cruise)
  12. First ... and then (feat. Dres from Black Sheep)
  13. A day in the life (feat. RZA, The Mars Volta & AG) / Good hygiene (feat. Tim Meadows)
  14. Greatest mistake (feat. John Oates & Jamie Cullum)
  15. Dating game Part 2 (feat. Tim Meadows, Hines Buchanan & Neelam)
  16. Outro (feat. Father Guido Sarducci)

Gesamtspielzeit: 68:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
333
2004-12-19 19:10:58 Uhr
da hast du aber noch einige songs vergessen, und die reißen es raus
Henneke
2004-12-19 17:10:38 Uhr
Genau! Vivaldi, nicht Mozart! Und ist es nicht unser Cedric, den man in "A day in the life" hört? Kann ich mich aber auch irren...

Trotzdem: Ich halte die Platte für ziemlich schwach. Der lange Rock and Roll could never und so weiter Track ist eigentlich nur eine Collage, die die beiden Herren nicht zu einem Song gekricht haben. Chinos Stimme klingt so leer wie noch nie (Shame on you, Mr. Aufnahmeleiter) und Mars Volta klingen nach "hatten wir gerade Lust drauf". Mike Pattons Song mag ich noch am liebsten, leider kricht der auf der Pattonesk-Skala gerade mal 3/10, sprich: Da sing FNM-Patton, den Fantômas-Patton zu HipHop hätte ich viel lieber gehört. Und ob Alex Kapranos in der Single vorkommt oder nicht, ist nur für die Gästeliste wichtig. If it wasn't for you und Breakdown hingegen sind wieder große Klasse. Hmmnaja. Hören, nicht kaufen.
Armin
2004-12-16 21:40:34 Uhr
HANDSOME BOY MODELING SCHOOL - The World's Gone Bad
CDM, VÖ 21.02.2005
Mit "White People" legten HANDSOME BOY MODELING SCHOOL nicht nur den 1a-Ratgeber für den gehobenen Style vor, sie präsentierten auch eine umfassende Kollektion an Accessoires und Kombinationen, die sich auf den ersten Blick als ungewöhnlich und auf den zweiten Blick als umwerfend darstellen. Denn, ja: man kann Vivaldi in den HipHop inaugurieren, man kann auch Linkin Parks Mike Shinoda zu einer Session einladen, man kann The Mars Volta den Funk heraushängen lassen und man kann mit Faith No Mores-Mike Patton, Jazzy Jay und Kid Koala zusammen ein mehr als stimmiges Album voller positiver Überraschungen und unerwarteter Wendungen elegant um die eigene Achse drehen lassen. Vorausgesetzt man überlässt es Dan "The Automator" Nakamura (Gorillaz) und Prince Paul (DeLa Soul), die richtige Mischung anzusetzen. "Die schiere Gedankenfülle, die "White People" beherbergt, ist ein Fest," diagnosiziert treffsicher das InGroup-Magazin Spex.
Kein Wunder, dass die beiden kultig belegten Macher hinter der HANDSOME BOY MODELING SCHOOL bei einer solchen MultiKulti-Vitaminprothese mit ihrem ersten Album seit fünf Jahren reichhaltig absahnen: Von Spex bis Blond häufte sich für "White People" die Auszeichnung "Album des Monats", Intro setzte es in der Rubrik Platten vor Gericht auf Platz 1, Visions erklärt es sowohl zum "Album des Monats" als auch des "Jahres" und der ME zählt es unter die 50 Platten des Jahres! Top-Reviews auf Spiegel Online, im Stone im Juice, und es ist noch gar nicht wirklich abzusehen, was da noch alles kommt. Sieht so aus, als hätten HANDSOME BOY MODELING SCHOOL tatsächlich das nächste große Ding gesetzt.
Die Single, die das alles nun bestätigen soll und wird, heißt "The World’s Gone Mad" und ist ein irrwitziger Trip durch Reggae, Dancehall, HipHop und die Apokalypse. Barrington Levy, Del Tha Funkee Homosapien und Alex Kapranos (von Franz Ferdinand) legen sich für den Track ins Zeug und machen eine hervorragende Figur. Kein Wunder, sind sie doch ausgestattet von den Top-Designern aus dem Lehrerzimmer der HANDSOME BOY MODELING SCHOOL.
...
2004-11-16 13:10:52 Uhr
finde die single eigentlich den stärksten track.
Del Tha Funkee Homosapien ist - wie immer - grandios.
maniB
2004-11-16 10:57:03 Uhr
gestern im Zündfunk die nummer "World`s gone mad" gehört.... besonders im gesungenen refrain hört man einen sanften reaggae-einschlag ... klasse
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