The Gris Gris - The Gris Gris

The Gris Gris- The Gris Gris

Birdman / Rough Trade
VÖ: 04.10.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Panic mansion

Oh je! Was ist denn nun schon wieder los? Erst ist der Velvet-Underground-Detektor vom Chef ausgeschlagen. Dann hat der Drucker beunruhigende Meßwerte ausgespuckt. Obwohl alle beteuern, gar nichts angestellt zu haben. Und jetzt ist auch noch das siebeneinhalbte Stockwerk in unserem Bürokomplex eingestürzt. Zum Glück waren wir gerade draußen, den Soundmüll rausstellen. Aber da oben liegt jetzt trotzdem alles in Schutt und Asche. Nur eine einzige CD hat sich gerade noch aus dem Fenster werfen können. Unten beim Aufprall ist die Hülle aufgesprungen, die Platte weggeflogen und das Bild innen drin zum Vorschein gekommen. Vier Typen trinken Dosenbier, und ein Schwarm Vögel fliegt weg. The Gris Gris. Mal sehen.

Gut ist, daß die Platte mit einem Stück losgeht, das acht Minuten zweiundzwanzig dauert. Das sollten alle guten Platten mal machen. Und es wäre auch nicht verkehrt, so zu klingen wie dieses "Raygun" hier. Bitte vorstellen: Die Fiery Furnaces werden nachträglich erwachsen, machen auf harmlosen Partys harmlose Bekanntschaft mit harmlosen Drogen, nehmen immer mehr davon, geraten auf die schiefe Bahn, wechseln die Drogen, klauen Geld von ihren Eltern, gehen auf den Strich und schreiben gerade noch dieses eine Lied mit seinen häßlichen Feedbacks und haxenbrechenden Turnarounds, bevor sie in der Gosse draufgehen. Macht keinen Spaß, oder? Du bist auf dem richtigen Weg.

Der führt dann direkt vorbei an den Dracula-Orgeln aus "Everytime". Es tanzen die gleichen Vampire, die auch zum Liebeslied-Walzer von "Mary #38" um Deine Hand bitten. Pack das mal lieber nicht an. "Me queda um bejou" zerreißt seine Streicher wie einst John Cale seine Viola und könnte jetzt eigentlich mal ein Saxofon-Solo vertragen. Ah, da ist es ja schon. Zu "Necessary separation" ist es dann auch nicht mehr weit. Ein 60s-Holper-Stotter-Hit mit entsprechender Gitarreneinlage. Und dabei können wir uns gar nicht erinnern, die Platte gewechselt zu haben. Auch "Best regards" kommt mit rumpelnder Grundhaltung, klingt aber, als hätte jemand versucht, die Stimme des Sängers mit Fleckenentferner rauszukriegen. Hat nur halb geklappt.

Wir sind noch kein Lied weiter, aber die Gitarre kotzt trotzdem gerade das letzte bißchen Rückkopplung von gestern aus. Hätten wir wohl doch nicht mehr aufwärmen sollen. "Medication #3" kommt uns da natürlich gerade recht mit seinem Akustikgeklampfe. Würde nur die Percussion nicht so konsequent daneben hauen. Aber es wird ja noch besser, mit "Winter weather" ganz am Schluß. Das kann man auch vorspielen, wenn man mal in eine Lagerfeuer-mit-Gitarre-Runde reingerät. Und sollte hinterher noch einer eine Gruselgeschichte hören wollen, gibst Du ihm einfach dieses Album mit in den Schlafsack. "Best regards", fürwahr.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Raygun
  • Necessary separation
  • Best regards

Tracklist

  1. Raygun
  2. Everytime
  3. Mary #38
  4. Me queda um bejou
  5. Plain vanilla
  6. Necessary separation
  7. Best regards
  8. Medication #3
  9. Winter weather

Gesamtspielzeit: 40:21 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Gibtes
2004-11-05 18:27:09 Uhr
Tolle Scheibe, ich empfehle die auch

wer die nightfreak das beste coral album findet soll zugreifen
Sebastian
2004-11-04 18:00:30 Uhr
Damit beweist du Geschmack!
Armin
2004-11-03 17:20:22 Uhr
Hier wird auch noch eine Rezension folgen.
Sebastian
2004-11-03 17:15:47 Uhr
Psychedelische Sounds, tolle abwechslungsreiche Songs, unverkennbar!

Ne Rezension gibts hier:
www.kleinebucht.de.vu


Live solln die auch toll sein, mal gucken obs bald paar Termine gibt, ansonsten hört mal rein :)
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