Destiny's Child - Destiny fulfilled

Destiny's Child- Destiny fulfilled

Columbia / Sony
VÖ: 15.11.2004

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Krankenschwestern

Es ist der klassische Fall von "Man kriegt was man verdient": Die ganze Welt läßt sich von drei kecken Hasen mit kurvenreichen Stimmen und toller Single betören. Destiny's Child sind folglich einige Zeit lang zurecht die schmackhafte Schaumkrone auf jenem Chart-Pop-Einerlei, das lächerlicherweise unter R'n'B firmiert. Und bevor man sich noch versieht, gerät die Sache außer Kontrolle. Plötzlich kommmen die Damen in Scharen mit Solo-Songs über uns, schleimen sich bei Pflaster-Backe Nelly ein und halten Austin Powers den Goldständer. Allein Oberschwester Beyoncé ist dermaßen absurd erfolgreich, daß selbst Jay-Z kapituliert und sich den Feind ins eigene Bett holt. Und mittlerweile ist sogar Miss Knowlesens kleine Schwester dick im Geschäft. Das haben wir nun davon.

Bedenkt man also, daß die Soul-Schnicksen praktisch die ganze Zeit über präsent waren wie der Leberfleck von Christian Wörns, wirkt es nun doch ein klein bißchen merkwürdig, vom großen "D-Child"-Comeback zu blafasern. "Destiny fulfilled" hört sich für das ungeübte Ohr schließlich nach einem Haufen neuer Beyoncé-Lieder an, bei denen halt manchmal ein paar andere mitsingen. Und wenn man's mal genau nimmt, ist es ja auch genau das. Angefangen vom eiskalten Punktlandungs-Funk der Einstiegsnummer "Lose my breath" bis zum Kuschelecken-Soundtrack von "Game over" wurde diese Platte einzig und allein um Beyoncés ausladenden Luxus-Hintern herumgezimmert. Was für die anderen bleibt, sind Komparsenrollen. Wenn uns doch bloß einfallen würde, wie sie noch gleich hießen.

Egal. Das Erfrischendste an dieser Platte ist jedenfalls, daß ausnahmsweise weder die Neptunes, noch Missy Elliott ihre Finger im Spiel hatten. Besser wird es deshalb aber auch nicht. "Is she the reason" macht uns einen schönen Old-School-Soul mit leisem Shaft-Echo, "Bad habit" hat ein clever getrickstes Cello-Intro, und natürlich ist das hier alles ausgesprochen gut gesungen und so. Je länger die Platte aber dauert, desto tiefer versinkt sie im mehrstimmigen Schmuse-Sumpf. Mit jeder hauchzarten Seidenglanz-Ballade zeichnet sich das große Bügeleisen der Produzentenhorde deutlicher in den ohnehin reichlich flachbrüstigen Tracks ab. Und wenn einem solche Kleinigkeiten erstmal auffallen, ist die Mission der Damen eigentlich schon gescheitert. Jetzt bitte nur noch L'Oréal-Werbung.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Lose my breath
  • Is she the reason

Tracklist

  1. Lose my breath
  2. Soldier
  3. Cater 2 U
  4. T-Shirt
  5. Is she the reason
  6. Girl
  7. Bad habit
  8. If
  9. Free
  10. Through with love
  11. Love
  12. Game over

Gesamtspielzeit: 51:55 min.

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