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Thirteen Senses - The invitation

Thirteen Senses- The invitation

Vertigo / Mercury / UMIS / Universal
VÖ: 26.10.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Gastfreundschaft

Erinnert Ihr Euch noch, wie das früher bei Kindergeburtstagen war? Man bekam immer am Ende der lustigen Feier (also kurz nach 19 Uhr) ein mit gekräuseltem Geschenkband zugeknotetes durchsichtiges Beutelchen, in dem sich allerlei Süßigkeiten und Pfennigsartikel befanden. Radiergummis zum Beispiel. Die waren dann oft von Motiven bekannter Publikumslieblinge geziert: Donald Duck, die Schlümpfe, Alf. Nun eine Einladung von den Thirteen Senses, wie nett. Das Durchschnittsalter des Quartetts aus Cornwall liegt zwar bei erst Anfang zwanzig, Kindergeburtstag feiern die Jungs aber natürlich schon lange nicht mehr. Trotzdem liefern sie zusammen mit "The invitation" ein Geschenktütchen. Und das ist durchsichtig genug, um einige vertraute Favoriten entdecken zu können: Keane-Klavier. Coldplay-Gitarren. Ansätze von Travis-Melodien. Einen Hauch von Embrace-Intonation. Sanftes Starsailor-Gerocke.

Das von Danton Supple (Coldplay, Elbow) produzierte Debüt der Band aus Truro ist ein guter Gastgeber. Es weiß, wie man glückliche, mindestens zufriedene Gesichter - und vor allem: Ohren - zaubert. Melancholischer Gitarrenpop mit wohlportionierten Zwischentönen und großen Melodien, die sich auch in ausverkauften Stadien heimisch fühlen würden. "Into the fire" läßt zum Apéritif die Champagnerkorken knallen und erweist sich als durchaus edler Tropfen. "Thru the glass" flambiert mit feinsten Indiegitarren gleich das komplette Büffet; bittersüß während der Strophen und geradezu euphorisch während des Refrains. Bei "Gone" drängt sich die Vermutung auf, daß Chris Martin als Überraschungsgast an seiner Apfelschorle nippt und an jenem Abend den Anzug ausführt, der ihm zu "Parachutes"-Zeiten am besten paßte.

"The salt wound routine" trägt hingegen den schönsten Cashmere-Pullover und bittet die Gäste auf einen flauschigen Streicherteppich vor dem angefeuerten Kamin. Dort darf entspannt werden. Das geht ebenso hervorragend zu den relaxten E-Piano-Klängen von "History". Auch wenn die Inspirationsquellen für die Mottoparties der Thirteen Senses manchmal nur allzu deutlich sind und hin und wieder das Tischgespräch stockt oder man während vor sich hinplätschernder Unterhaltung dazu verleitet wird, ungeniert zwischen den Zähnen hängende Essensreste herauszupuhlen: So gute Gastgeber werden natürlich auch gerne selbst eingeladen. Zum Beispiel in den kommenden Wochen als Support für die UK-Touren von Embrace, Starsailor und den Charlatans. Und ehrlich: Für so eine sympathische Band muß man einfach die Tür öffnen. Herzlich Willkommen!

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Into the fire
  • Thru the glass
  • The salt wound routine
  • History

Tracklist

  1. Into the fire
  2. Thru the glass
  3. Gone
  4. Do no wrong
  5. The salt wound routine
  6. Saving
  7. Lead us
  8. Last forever
  9. History
  10. Undivided
  11. Angels and spies
  12. Automatic

Gesamtspielzeit: 52:54 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
13 Sinne
2014-01-08 16:27:36 Uhr
Starkes Debut!
Nun gibt's Nachschlag

Neues Album "A Strange Ecounter"


https://www.facebook.com/thirteensenses?fref=ts
jo
2006-02-13 22:26:35 Uhr
Trotzdem sind Parallelen unüberhörbar, sowohl vom Gesang als auch von der Melodieführung etlicher Songs.

Ja... geht so. Würde der Gesang einigermaßen gleich sein, würde ich ihn ungefähr gleich langweilig finden. Dem ist aber nicht so, da der Gesang für mich ebenfalls nicht so "glattgeschliffen" daherkommt.
Ebenso auch die Melodieführungen: die finde ich bei 'Thirteen Senses' weitaus "ungewöhnlicher" als die vorhersehbaren 'Keane'-Melodien.
yadias
2006-02-13 18:01:49 Uhr
Ich finde sowohl Keane als auch Thirteen Senses beide gleich toll. Mal mag ich das Album lieber, mal das.
Ich würde aber auch sagen, dass Thirteen Senses etwas ungeschliffener daherkommen und der Sound nicht ganz so perfekt ist. Zudem sind halt noch Gitarren mit an Bord, dadurch wirkt es nicht ganz so eintönig wie bei Keane. Trotzdem sind Parallelen unüberhörbar, sowohl vom Gesang als auch von der Melodieführung etlicher Songs.

Es kommen ja von beiden dieses jahr neue Alben. Bin mal gespannt, wer da das bessere hinbekommt. Wird aber schon mal nicht leicht die Debüts zu übertreffen.
jo
2006-02-13 09:48:09 Uhr
Da ich von 'Keane' nur sehr wenig mag, kann ich den Vergleich nicht wirklich bestätigen.
'Thirteen Senses' klingen jedenfalls - für mich - etwas roher, "echter"... *denk*... oder so...
yadias
2006-02-13 01:18:40 Uhr
Erinnert imho insgesamt eher an Keane als an Coldplay. Halt nur mit Gitarren und etwas weniger Pathos, dafür noch mal ne ordentliche Schippe Schwermut oben drauf.
Nach wie vor, eines meiner liebsten Alben 2005.
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