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My Early Mustang - My Early Mustang

My Early Mustang- My Early Mustang

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 25.10.2004

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Fury in the slaughterhouse

Neulich hatte ich einen bizarren Traum: Henning Wehland erklärte mir, wie man "echte, gute Rockmusik" macht. Als mir kurz darauf noch Kardinal Ratzinger die besten Stellungen für vorehelichen Sex empfehlen wollte, bin ich sicherheitshalber aufgewacht. In meinem Briefkasten fand sich das Debüt-Album von My Early Mustang, einer Band, die aus (Ex-)Mitgliedern von Liquido, Flyswatter und der Deutsch-Punk-Band Tristesse besteht. Eine Supergroup des deutschen Rock-Mittelstands, sozusagen. Und um das Namedropping auf die Spitze zu treiben, nennt die Presseinfo dann auch als erstes Die Happy, H-BlockX und Donots als Beispiele für erfolgreiche deutsche Rockmusik. Zyniker würden hier schon von Rufschädigung für die hoffnungsvolle neue Band sprechen.

Aber im Ernst: Was zählt, ist ja die Musik. Und die klingt in etwa so, wie man es bei dieser Vergangenheit der Bandmitglieder erwarten würde - melodiöser, amerikanisch orientierter Rock, dem man ein paar Kanten zu viel abgeschliffen hat. Recht eingängig und - das ist wohl das Wichtigste - über weite Strecken schmerzfrei. Sicher, zu hohe Ansprüche sollte man an diese Musik nicht stellen, aber das erwartet die Band vermutlich auch gar nicht. Sie versuchen auch nicht unbedingt, ihre Wurzeln zu verleugnen - das wird spätestens bei "How it ends" klar, das von einer Liquido-typischen Keyboardmelodie durchzogen ist.

Durchaus positiv treten mit Tim Eiermann (Liquido) und Florian Kämmerling (Flyswatter) die beiden Sänger in Erscheinung. Sowas sorgt für Abwechslung und erinnert manchmal ein ganz kleines bißchen an Jimmy Eat World. Trotzdem fehlen dem Album auf Dauer die Spannung und die großen Ideen - die Platte verliert sich im netten Mittelmaß. Das führt so weit, daß der Hörer mit "Secret letter to a lost friend part 2" ein Potpourri der schönsten Blink-182-Melodien vorgesetzt bekommt. Übel ist das alles ja nun nicht. Gemessen an den Erwartungen, die die Vorgänger-Bands mit sich brachten, ist das Ergebnis sogar ordentlich. Aber es sorgt auch sicher nicht für schlaflose Nächte.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Over my head
  • Driving down
  • Constant changes

Tracklist

  1. Intro
  2. December
  3. Over my head
  4. When you sang
  5. Miss you
  6. Romeo's burning
  7. Driving down
  8. Constant changes
  9. How it ends
  10. Secret letter to a lost friend part 2
  11. Doggamn (It's looking good)
  12. Samantha
  13. Sixpack

Gesamtspielzeit: 40:17 min.

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