Kings Of Leon - Aha shake heartbreak

Kings Of Leon- Aha shake heartbreak

RCA / BMG
VÖ: 01.11.2004

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hempels unterm Sofa

Mal unter Freunden. So richtig schlecht war das Kings-Of-Leon-Debüt "Youth and young manhood" ja dann vielleicht doch wieder nicht. Bei aller Redneck-Truckstop-Preacherman-Attitüde hat das Teil schließlich hochoffiziell den Putz von der Wand gerockt, hochgradig Ärsche versohlt und mindestens hochkant auf die Kacke gehauen. Wer damit durch war, fand keinen Stein mehr auf dem anderen, wer sich das angehört hat, sah später aus wie Rudi Völler. Und fand es auch noch gut. Aber jetzt stehen wir wieder hier, Rudi ist weg, das neue Album da und wir haben absolut keinen blassen Schimmer, was das nun werden soll.

Mal vorsichtig gesagt: "Aha shake heartbreak" ist nicht die Krach-Bumm-Tschack-aufs-Mett-Platte, die ihr Vorgänger gleich doppelt und dreifach war. Ja, man wird sich das hier sogar anhören können, ohne danach ein frisches T-Shirt zu brauchen. Und trotzdem ist das Album verglichen mit "Youth and young manhood" doch nochmal eine ordentliche Schippe chaotischer geworden. Diesmal schwingt das Gefühl mit, es könnte alles passieren. Und folgerichtig passiert davon dann auch gleich eine ganze Menge. "Slow night, so long" kippt uns nach standesgemäßem Loslegen etwa zur Seite weg und muß von Bongo-Getrommel und Klavier-Geklimper ins Leben zurückgeholt werden. Nur um mal ein Beispiel zu geben.

Und es ist ja nicht so, daß es sich damit schon hätte. Bei "Soft" könnte man meinen, die Plattenfirma hätte versehentlich einen Strokes-Song auf das Album gepreßt. Wenn auch nur, bis das Sänger-Ferkel der Kings mit frisch genölter Stimme ein Klagelied auf die unregelmäßigen Arbeitszeiten seines kleinen Followills anstimmt. "I'd pop myself in your body / I'd come into your party but I'm soft." Wie das halt manchmal so ist. Daß es nun auch im gespenstischen Gedümpel von "Milk" nicht um gesunde Getränkezunahme gehen wird, steht natürlich schnell außer Frage. "Said he's on his own, but his own is you." Ist der Bassist von denen nicht eigentlich noch viel zu jung für solche Geschichten?

Wie auch immer. Der Milchbart ist jedenfalls ab, und mit den Frauen wird das heute auch nichts mehr. Man könnte also genauso gut wieder... rocken! Und so macht es dann doch nochmal Krach-Bumm-Tschack. Im quasi onomatopoetischen "Razz". Oder im ähnlich verräterrischen "Four kicks". Das sich übrigens wiederum anhört, als wären die Jungs kurz davor noch von Jack White verkloppt worden. Und dabei könnte der hier noch was lernen. Wie man dem zweiminütigen Saubengel-Poltern von "Velvet snow" noch einen "Uhhuhu"-Chor reinwürgt, nämlich. Oder daß eine gute Platte mit einer echten Slowdance-Abschlußball-Nummer zu Ende gehen sollte. Einer wie "Rememo" eben. Auch wenn sie einen Leierkastenmann featuret. Der wie Rudi Völler aussieht. Wir müssen reden, Kings Of Leon.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Slow night, so long
  • The bucket
  • Soft
  • Rememo

Tracklist

  1. Slow night, so long
  2. King of the rodeo
  3. Taper Jean girl
  4. Pistol of fire
  5. Milk
  6. The bucket
  7. Soft
  8. Razz
  9. Day old blues
  10. Four kicks
  11. Velvet snow
  12. Rememo

Gesamtspielzeit: 35:13 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Knocked Up
2011-06-10 12:57:13 Uhr
Bester Song: FOUR KICKS
Schlechtester Song: MILK
Lyxen
2006-07-27 10:56:07 Uhr
Das wurde so sehr gehypet, dass ich es mir dumm wie ich bin blind gekauft habe. So ein Reinfall.
LostInACity
2006-07-27 10:47:52 Uhr
Tu das Lyxen. Das Debut fand ich auch erschreckend doof.
Lyxen
2006-07-27 10:37:27 Uhr
Ich werd dem Album noch mal ne chance geben demnächst.
LostInACity
2006-07-27 10:15:10 Uhr
Riesenalbum. Geht in die Beine wie nichts. Und wird nie langweilig.
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