Listen


Banner, 120 x 600, mit Claim

VAST - Nude

VAST- Nude

456 / InsideOut / SPV
VÖ: 25.10.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kleiderordnung

Die Auszeit, die sich Jon Crosby nach dem Erfolg des bahnbrechenden Debüts "Visual audio sensory theater" und des breitwandigen Nachfolgers "Music for people" nahm, könnte man als arg lang bezeichnen. Vier Jahre sind reichlich Zeit. Dabei waren VAST gerade dabei, sich mit der Mischung aus spannungsreicher Elektronik, sphärischen Ethno-Anleihen und sägendem Gelärme als erfreulicher Fremdkörper in den von geschmacksfreiem New Metal beherrschten Charts festzusetzen. Der Mainstream wartete nur darauf, geknackt zu werden.

Doch statt durch die Decke ging Crosby lieber in die Isolation. New Mexico. Wüste. Nur Hitze und sein Laptop. Nach und nach wuchsen im staubigen Nichts die Skizzen zu Klangfarben zusammen, aus Ideen wurden Songs. "Nude" heißt das dritte Album, und Crosby ist wieder am Anfang. Nackt und schutzlos. Die Samples und ihr Prediger. Die Exotik ist gewichen, aber die Stimmung ist immer noch so zerrissen emotional wie einst beim Debüt.

Der treibende Opener "Turquoise" wirkt zunächst, als würde Bono Vox bei den späten Depeche Mode mitschwelgen, und steigert dabei langsam seine Leidenschaften. Kein unbedingter Ohrwurm, aber spannungsreicher Beginn einer keineswegs unspannenden Platte. Crosbys Melodien fühlen sich weiterhin im Halbdunkel am wohlsten, und seine Gitarren schwanken zwischen zornigem Jaulen, orientalischen Arabesken und lagerfeuriger Besinnlichkeit.

Crosby thematisiert persönliche Eitelkeiten und Freiheitsträume, fleht mit dem sehnsüchtigem "Don't take your love away" zu sanftem Klavier, läßt die Gitarren in "Be with me" stottern und wirft mit "I need to say goodbye" eine unruhige Hymne hinterher. Fern von gelangweilter Routine greift das dritte Vast-Album die losen Fäden auf und führt sie zu Songs zusammen, die zwar etwas weniger oberflächlichen Eindruck schinden, und doch unspektakuläre Größe besitzen. Für Pathosallergiker ist aber auch "Nude" nichts. Alle anderen dürfen sich an den melancholischen Kristallblumen erfreuen, die "Winter in my heart" in die Luft malt.

(Oliver Ding)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Turquoise
  • I need to say goodbye
  • Be with me
  • Winter in my heart

Tracklist

  1. Turquoise
  2. Thrown away
  3. Don't take your love away
  4. Be with me
  5. Lost
  6. Winter in my heart
  7. I need to say goodbye
  8. Japanese fantasy
  9. Ecstacy
  10. Candle
  11. I can't say no (to you)
  12. Desert garden

Gesamtspielzeit: 45:13 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2004-09-20 12:43:22 Uhr
Was lange währt, wird endlich gut: Nach mehrfachen Ankündigungen bringt
InsideOut Music Ende Oktober das neue VAST-Album "Nude" in Europa an den
Start. Kritiker- und Publikumsliebling Jon Crosby, Herz und Hirn des
Bandprojektes und einst bei eastwest records unter Vertrag, hatte seit
"Music For People" vor vier Jahren nichts mehr von sich hören lassen. Sein
Metier: bestechende Klänge mit Mystic- und Wave-Touch, irgendwo zwischen The
Cure und U2. www.realvast.com/
Metalhos
2004-05-13 14:35:20 Uhr
@patte:

seh ich völlig anders. sicherlich erreicht "nude" nicht die überragende qualität des debuts, welches eine totale offenbarung war - aber das im gesamten (und auch im rückblick) eher durchschnittliche "music for people" lässt das neue werk weit hinter sich. die dort vermisste "magie" ist endlich wieder da. :-)
......
2004-05-13 10:32:09 Uhr
Gabe es eigentlich eine Rezi? Habe zumindest eine gefunden...
crosby
2004-04-06 16:31:49 Uhr
Das ist ja das faszinierende an VAST, die Songs kommen mit unglaublicher Verzögerung sehr gewaltig rüber. 'Visual Audio Sensory Theater' hat mich auf Anhieb weggeblasen und trotzdem steigert sich die CD immernoch, je öfter ich sie höre. Die 'Music For People' habe ich nach den ersten Hörversuchen erstmal wieder geschockt ins CD-Regal zurückgestellt um sie nach einem Jahr wieder hervorzuholen und jetzt läuft sie bei mir auf Heavy Rotation. 'Nude' geht die Sache (mal von 'Turquoise' und 'Thrown Away' abgesehen) etwas ruhiger an, aber auf der CD ist wieder etwas vorhanden, das einen absolut in seinen Bann zieht.

Für die CD gibt es z. Zt. nur einen Vertrieb in den USA, daher kann man sie in deutschen Läden (noch) nicht kaufen, aber über den Amazon Marketplace ist sie auch hier zu beziehen.

Für mich bleibt nur zu hoffen, dass VAST auf Tour nach D kommen... Die vorherigen Male ist mir immer was dazwischen gekommen...
nothing
2004-04-05 18:42:56 Uhr
so schlecht find ich sie gar nicht, eigentlich sogar sehr gut.
bis jetzt kommt sie mir schlechter als die erste und besser als die zweite platte vor.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Anhören bei Spotify