Gisli - How about that?

Gisli- How about that?

Parlophone / EMI
VÖ: 11.10.2004

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kabelsalat

Das Haldern Open-Air ist traditionell ein guter Ort, um neue Künstler kennenzulernen. Dieses Jahr war es Gisli, der mit Band und Power-Pop für Stimmung und Vorfreude auf das Debütalbum sorgten. Allein der Umstand, daß ein isländischer Sänger mal keine Elfenklänge verbreitet, macht Gisli interessant. Und der Opener "How about that?" ist mit seinem irrwitzigen Text ("When a lot of princesses used to be sluts / A lot of overweight bankers used to be studs / A lot of evil lawyers used to be really cool") und den verspielten Gitarren besser als das allermeiste, was Weezer in den letzten fünf Jahren hingekriegt haben.

Klar, daß nach so einem Auftakt das große "Aber..." kommen muß. Und hier ist es: Gleich bei mehreren Tracks hat man das Gefühl, der Songwriting-Prozess sei mit der ersten Idee abgeschlossen gewesen. Zu viele Songs drehen sich um exakt eine Idee, die dann bis zum Abwinken wiederholt wird. Ansonsten ist die Platte ja durchaus nett anzuhören. Das scheppernde "Passing out" stünde auch Beck, "Can you make me right?" Cake gut zu Gesicht, und die Band erscheint nicht immer ideenlos. Statt 13 teilweise halbgaren Songs hätte die Band die Ansätze besser zu einer dicken EP zusammendampfen sollen.

Das hört sich jetzt wieder alles so negativ an. Dabei ist "How about that?" ja recht ambitioniert. Nur die Umsetzung schwankt häufig zwischen "dürftig" und "überdreht", zwischen "langweilig" und "nervig". So ein Tonstudio hat heutzutage einfach zu viele Möglichkeiten, um Songs zu verschandeln. Vor allem gegen Ende wird die Platte eigentlich immer besser. Und wenn der Hörer sie nicht schon irgendwo zwischen dem zweiten und dem siebten Track aus dem CD-Player geworfen hat, wird er am Ende mit der traumhaften Akustikballade "You & me" belohnt.

All diese Schwankungen machen "How about that?" leider nur zu einem mediokren Debütalbum, bei dem an einigen Stellen aber großes Potential zu erkennen ist. Mit einer etwas aufgeräumteren Produktion, durchgängig brauchbarem Songwriting und etwas mehr Verve im Gesang hätte der Mann das Zeug, das '90er-Revival einzuleiten. Und live war die Band wirklich toll.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • How about that?
  • Passing out
  • You & me

Tracklist

  1. How about that?
  2. Straight to hell
  3. Go get 'em tiger
  4. Worries
  5. The day it all went wrong
  6. I don't fight
  7. TV = the devil
  8. End of my ropes
  9. Passing out
  10. Can you make me right?
  11. I'm trying
  12. Mindgames
  13. You & me

Gesamtspielzeit: 42:43 min.

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