Snake River Conspiracy - Sonic jihad

Snake River Conspiracy- Sonic jihad

Reprise / WEA
VÖ: 21.08.2000

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ein bißchen böse

Garbage in fies: Das zu sein, ist das erklärte Ziel von Jason Slater und Tobey Torres. Slater, früheres Mitglied der Ami-Lieblinge Third Eye Blind, möchte ein Zeichen gegen den Mainstream-Frauen-Rock setzen und schafft sich mit Ex-Stripperin Torres gleich ein stimmgewaltiges Aushängeschild an. Auf der Produzentenseite wurden weder Kosten noch Mühe gespart: David Kahne (Sublime, Sugar Ray), Eric Valentine (Third Eye Blind) und Charlie Clouser (NIN, White Zombie) unterstützen Herrn Slater bei seinem durchaus ehrbaren Vorhaben, Metal, Pop und Industrial zu vermengen. Dazu gibt es noch Coverversionen von "Lovesong" (The Cure) und "How soon is now" (The Smiths). Da kann doch eigentlich nichts schiefgehen. Oder doch?

Leider, leider kommt das als Kriegserklärung gedachte "Sonic jihad", dann doch reichlich zahnlos rüber. Nichts gegen die Songs oder den Sound, aber irgendwo macht Slater die gleichen Fehler wie seine erklärten Feindbilder. Er will zwar rocken, schafft es aber nicht so ganz. Pop zu machen wäre auch schön, soll es aber eben auch nicht nur sein. So bleibt das Album unentschlossen zwischen allen Stühlen sitzen. Schade um das Potential, das in der Platte steckt. Zwar ist jeder der Musiker ein Könner auf seinem Gebiet und wenn die Ideen auch nicht taufrisch sind, sind sie aber auch nicht völlig ausgelutscht. Dennoch bleibt die Atmosphäre letztlich auf der Strecke. Dazu kommt, daß das Album an einer dicken Spannungsschwäche krankt. Ungefähr ab Mitte der Platte denkt man, das Ding hätte seinen ersten Umlauf hinter sich und würde noch einmal von vorne anfangen.

Die Coverversionen sind zwar nett, aber die Originale stehen als förmlich unbezwingbare Riesen im Hintergrund. Ein weiteres Vorbild der Conspiracy ist eindeutig Trent Reznor. Wenn es aber wie in "Oh well" wirklich mal zügig zugeht, eifert man so dermaßen bemüht dessen Nine Inch Nails nach, daß sich der Eindruck einer Schülerband aufdrängt. Trotzdem sollte man die Platte als zumindest lobenswerten Versuch abhaken. In dieser Form ist sie zwar sicher noch nicht brauchbar, aber mit ein bißchen Training, zurückgeschraubten Ansprüchen und mehr Mut zu einem eigenem Stil könnte hier durchaus einmal etwas Fähiges reifen.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • You and your friend

Tracklist

  1. Breed
  2. Casuality
  3. You and your friend
  4. Lovesong
  5. Act your age
  6. More than love
  7. Strangled
  8. Oh well
  9. Somebody hates you
  10. Vulcan
  11. How soon is now

Gesamtspielzeit: 44:49 min.