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Jimmy Eat World - Futures

Jimmy Eat World- Futures

Interscope / Universal
VÖ: 11.10.2004

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Vergangenheitsüberwältigung

Wieso lieben wir Jimmy Eat World eigentlich so unsterblich? Was unterscheidet diese Band, die sich im Mainstream pudelwohl fühlt, große Ambitionen hintenan stellt und lieber kleine Brötchen backt, von all den langweiligen College-Rockern? Keiner weiß es. Aber Du glaubst, es für Dich erfühlen zu können. Diese lieblichen Stimmen der Band, aus denen alle Optimisten der Welt im Chor zu Dir zu sprechen scheinen. Die Melodien, die Dich an Orte geleiten, die Du vorher nicht kanntest und immer wieder aufsuchen möchtest. Und die Texte, in denen Du immer wieder Deine verlorenen Gefühlszwillinge wiedererkennst. All das macht Jimmy Eat World unverwechselbar. Unvergleichlich. Und unübertrefflich.

Der positivistische Titel "The world you love" und der dazugehörige Track dienen als Schlüssel zu "Futures". Du horchst auf, drehst Dich um und fühlst Dich persönlich angesprochen, wenn Jim Adkins Dir nachruft "I got a story it's almost finished / All I need is someone to tell it, too / Maybe, that's you." Der Refrain liefert Desillusion und Hoffnung zugleich. "Don't it feel like sunshine after all? / The world we love forever, gone / We're only just as happy / As everyone else seems to be." So in etwa: Du kannst das Beste draus machen, wenn Du nur willst. Auch Dir steht eine glänzende Zukunft bevor, begründet aus der eigenen Vergangenheit. Für Suchende wie Dich stehen Jimmy Eat World an jeder Kreuzung, als Wegweiser. Die Entscheidung überlassen sie Dir.

Einen anderen Entschluß haben die Jungs aus Mesa, Arizona selbst gefaßt. Jimmy Eat World haben Stammproduzent Mark Trombino Lebewohl gesagt und Gil Norton (Pixies, Foo Fighters, Counting Crows) angeheuert. Er durfte diesmal vorm Studio den roten Teppich ausrollen und die Räumen mit kuschelig weichen Plüsch-Kissen auslegen. Aber nicht immer. Vier Songs sind etwas kratzbürstiger ausgefallen: "Futures" und "Just tonight...", mit denen das Album lauter beginnt, als es eigentlich sein will. Die erste Single "Pain", die etwas zu verbissen das Erfolgsrezept des "Bleed American"-Titeltracks fortzuschreiben versucht. Und das ungewohnt heftige "Nothingwrong". Hier explodiert etwas, das Jimmy Eat World schon länger die Seele aufgebläht haben muß: "Turn them off, all tactless singers! / A forty-five, spin spin spin, give in!" Gut gebrüllt.

Die anderen sieben Songs zeigen Jimmy Eat World genau so, wie wir sie lieben und schätzen. Da kümmert es wenig, daß "Futures" nicht das ganz große Meisterwerk geworden ist. Einen eingängigeren Song als "Work" muß die Konkurrenz nämlich erstmal schreiben. Das wunderwundervolle "Kill" sorgt für Schwindelgefühle und bewirbt sich als Hymne für Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Heller als bei "Polaris" war die Nacht noch nie. "Nightdrive" probt den großen Kniefall. Und "23" bietet das erhoffte Finale zum Aufjauchzen. Siebeneinhalb Minuten, die sich nicht so schnell vergessen lassen.

Dennoch: "Futures" ist erst Liebe auf den zweiten Blick. Es ist kein "Clarity", das Dich von der ersten Sekunde an am Schlawittchen packt und immer tiefer in den Strudel zieht. Und es ist auch kein "Bleed American", das sich Dir als Dein musikalisches Tagebuch unter den Arm klemmt und da nie wieder weg will. Nein, "Futures" braucht Zeit. Es gründet sich auf die Vergangenheit, auch auf die von Jimmy Eat World. Es ist die "Static prevails"-Schönheit, der große Schwarm, den Du lange Jahre aus den Augen verloren hast. Und den Du beim überraschten Wiedersehen erst neu kennen lernen mußt, um Dich einzulassen. Nur dann wird eine lange Freundschaft daraus. Und irgendwann, vielleicht, hoffentlich, ganz sicher, sprühen die Funken. Das große Happy End.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Work
  • Kill
  • 23

Tracklist

  1. Futures
  2. Just tonight...
  3. Work
  4. Kill
  5. The world you love
  6. Pain
  7. Drugs or me
  8. Polaris
  9. Nothingwrong
  10. Night drive
  11. 23

Gesamtspielzeit: 49:29 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Enrico Palazzo

Postings: 1662

Registriert seit 22.08.2019

2020-12-09 07:25:57 Uhr
Sorry, der Titeltrack ist nicht gut. Das ist wie Bon Jovi, nur wills keiner raushören.

Vennart

Postings: 644

Registriert seit 24.03.2014

2020-12-09 00:05:24 Uhr
Insgeheim vielleicht das beste Album der Band, auch wenn "Clarity" halt DAS Meisterwerk ist aber "Futures" macht am meisten Spaß!
Titeltrack, "23" und "Polaris" sind drei ihrer besten Songs. Ansonsten nur weitere Hits am Start, einziger Song der etwas abfällt ist für mich "Drugs Or Me".

Andreas

Postings: 181

Registriert seit 29.12.2013

2020-12-02 17:27:23 Uhr
Work
Kill
Polaris
The World You Love


wären's bei mir.... Und über Allem thront 23.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 6860

Registriert seit 26.02.2016

2020-12-02 09:59:37 Uhr
Die fünf genannten wären auch exakt meine Highlights, alles Top-Songs der Band. Plus "Shame", das ich auch sehr gut finde.

Enrico Palazzo

Postings: 1662

Registriert seit 22.08.2019

2020-12-02 09:25:45 Uhr
Aber insgesamt schwankt mir das Album in Gänze zu sehr, viel zu viele mediokre Filler drauf.

Wirklich gut finde ich:

Work
Kill
Polaris
Night Drive
23

Der Rest kann von mir aus gerne weg.
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