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Shine - Rock'n'roll with a little bit of style

Shine- Rock'n'roll with a little bit of style

Safety / Edel
VÖ: 13.09.2004

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Scheinehe

Aus der Reihe "Was macht eigentlich...?", 1.) Franz Plasa. Der Herr, der vor gefühlten zwanzig Jahren Selig und Echt den richtigen Schliff verpaßt hat, betreibt seit bereits einem Jahr in Hamburg sein eigenes Label Safety Records, erste Veröffentlichung war das "Familienalbum". 2.) Bassist Thomas Merkel und Drummer Reiner "Colours" Hubert von Christian Neanders Selig-Nachfolgegruppe, den seit Sommer 2003 tatsächlich seligen Kungfu. Auch sie haben fleißig neugegründet, zusammen mit Sänger und Gitarrist Frederik Waldner - eine Band namens Shine. Produziert wurde deren Erstling von, natürlich, Franz Plasa. Dem Mann, der weiß, wie das geht mit der Pop-Opulenz. Wie man sich in Ohren einnistet. Wie man Melodien aufs Streicher-Trampolin schubst. Wie man sich im Melancholie-Meer suhlt, ohne daß der rhythmische Rettungsring abhanden kommt.

Das Debüt des Hamburger Trios beginnt überraschend herausragend: "Starlight traffic", zurecht erste Singleauskopplung, führt Suede, die Manic Street Preachers und Roy Orbison zusammen. Und das in geradezu perfekter Art und Weise, so daß man sich vor Songwriter Waldner persönlich verbeugen möchte. Das Vereinigte Königreich wäre begeistert! Zu schön wäre es, diese Klasse über eine Albumlänge halten zu können. Der Konjunktiv verrät es schon: Shine gelingt dies nicht. Der Rest ist wirklich netter, hübscher Pop, aber eben auch nicht mehr als das. Im Radio würden die drei wohl angenehm auffallen, in einer gut sortierten Plattensammlung eher nicht. Zu unaufregend, abgepaust, textlich größtenteils recht simpel ("Flying high to fall down deep / Love can cause a smile or make you weep" oder auch: "Did you ever love me the way I still do / So why can't I be with you"). Zudem modelliert Waldner seine Stimme so auffällig nach Vorbildern wie Bellamy, Bradfield, Anderson, Orbison oder Walsh, daß man sich im akustischen Wachsfigurenkabinett wähnt. Beeindruckend da, keine Frage. Aber viel Kopie macht immer viel Lust auf das Original.

Am aufregendsten ist noch die Tatsache, daß Tagesschau-Sprecher Jens Riewa im Videoclip zu "Popbitch" mitgespielt hat. Das ist eine simple Elektrogeplucker-Verzerrer-Refrain-Nummer, die man in der Indiedisco nachts um halb vier sicher auch euphorisch beklatschen würde. "If I can't have you" schnulzt durchschnittlich, "Did you ever love me" rockt klassisch, "Alive" läßt den 80er Jahre-Sound wieder aufleben und "Star bright sky" nochmal an Starsailor denken. An Kungfu erinnert hier nicht mehr viel. Und mit Rock'n'Roll hat das alles auch wenig zu tun. Sondern viel mehr mit lupenreinem Pop, der allzu gerne Brit geheiratet hätte. Wegen des Doppelnamens.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Starlight traffic

Tracklist

  1. Starlight traffic
  2. Car chase
  3. Did you ever love me
  4. Silent
  5. Popbitch
  6. If I can't have you
  7. Dry your tears
  8. Alive
  9. Star bright sky
  10. All kinds of grey
  11. Me and jealousy

Gesamtspielzeit: 44:58 min.

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