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Skunk - Stronger than you

Skunk- Stronger than you

Supermusic
VÖ: 11.09.2000

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mundgeblasener Regentanz

Mieses Wetter beschert uns seit Wochen die allmorgendliche Depression und da liegt es nahe, daß man nur zu gerne von Strand und vom Urlaub im sonnigen Süden träumen mag. Abhilfe schaffte in solchen Zeiten eigentlich immer eine ordentliche Ska-Platte, die so manche böse Miene in ein freudiges Grinsen verwandeln kann. Namen wie Sublime und die Mighty Mighty Bosstones zeigten uns in der Vergangenheit, daß ein solches Grinsen durchaus auch mit einem Arschtritt einhergehen kann. Skunk aus Mühlheim wollen uns mit ihrem Zweitling zeigen, daß der Trend vom vorletzten Jahr auch im Jahre 2000 den gleichen Effekt haben kann.

Das Rezept von "Stronger than you" ist ziemlich einfach gestrickt. Man paare Gitarre, Baß und Keyboard mit jeweils einer mundgeblasenen Posaune, Trompete und Saxophon und stelle ihnen neben einem Deejay noch einen Sänger zur Seite, der sowohl zum Rap als auch zum Gesang befähigt ist. Das Material mopst man sich von Vorbildern wie Rancid, den schon erwähnten Sublime oder gar Bob Marleys Wailers zusammen, streut hier und da ein wenig abgestandenes Crossover-Riffing ein und glaubt so, etwas Eigenes geschaffen zu haben. Die Qualität dieser Mischung läßt bei Skunk jedoch einiges zu wünschen übrig. Der deutlich vernehmbare deutsche Akzent des Sängers verhindert jedes Aufkommen authentischen Jamaica-Flairs. Die dargebrachten Texte entziehen sich zudem jedem literarischen Anspruch jenseits der Peinlichkeitsgrenze. Einzig die durchaus profunde Bläsersektion macht einige der Defizite durch gekonntes Spiel wett.

Anhören kann man sich das Album aber trotzdem ohne Bedenken, denn die hartwurstige Melange aus Ska, Reggae, Dub und Swing hat trotz der Macken auch das eine oder andere Highlight zu verzeichnen. "Irie", die Single "Paranoia" und "Radioactive words" sind auf jeden Fall als solche einzuschätzen. Textzeilen wie "It takes me away" lassen dann wieder an das hiesige Wetter denken und verstärken das Erholungsverlangen um ein weiteres. Leider ertränkt man dieses aber schnell wieder in insgesamt zu lang geraten Tracks. Man wundert sich des öfteren, warum der Spieler bei komplett anderer Musik immer noch die selbe Tracknummer anzeigt. Besonders motiviert kommen diese Stilwechsel nämlich nicht daher. Zum Ende hin verliert die Platte zudem immer stärker an Ausdauer und Überzeugungskraft, so daß man sich beim nächsten Durchlauf freiwillig auf ganze drei Stücke beschränken wird. Angebrachter wäre es wohl, eine Scheibe von stilverwandten Kollegen aufzulegen, die den überheblichen Albumtitel Lügen strafen werden.

(Benjamin Bunte)

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Highlights

  • Irie
  • Paranoia
  • Radioactive words

Tracklist

  1. Irie
  2. Paranoia
  3. Nostalgic
  4. Stuck
  5. 27 now
  6. Isolation
  7. Radioactive Words
  8. Herbvine
  9. Hero for one day
  10. Second chance
  11. Sky

Gesamtspielzeit: 40:41 min.

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