The Paper Chase - God bless your black heart

The Paper Chase- God bless your black heart

Kill Rock Stars / Southern / Cargo
VÖ: 20.09.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

I am the walrus

Sperrig. Schwierig. Schräg. Die Adjektive, die einem zu The Paper Chase einfallen, fangen in vielen Fällen mit "S" an. Schwermütig. Sarkastisch. Nur das Wörtchen "sensationell" will sich nicht wirklich einstellen. Dabei sind die aufgetürmten Akkordkaskaden, die neben der Schnur verlaufenden Harmonien und die taumelnden Melodien vom Start weg äußerst reizvoll. "Said the spider to the fly" baut sich in dramatischer Unbeirrbarkeit auf. Auf dem Klavier trippelt eine betrunkene Katze über die immer gleichen Tasten, Baß und Schlagzeug hauen mit der Faust auf den Tisch, und Gitarren und Geigen verwackeln vor lauter Leidenschaft.

Auch das famose "One day he went out for milk and never came home" kantet sich durch die Gehörgänge wie ein umgestürzter Bob im Eiskanal. "Sweetheart, I'd send you up to heaven." So fühlen sich die Schmetterlinge im Bauch wohl an, wenn die Verliebten ihnen vorher illegale Betäubungsmittel verabreicht haben. Walzer und Wagner treffen auf Atonalität und Albini. Obwohl letzterer gar nicht dabei war. Egal. Nenn es Emo, nenn es Postcore, nenn es Folkrock, und Du triffst maximal ein Zehntel von dem, was da alles passiert.

Schade nur, daß diese mit Hingabe über alle eigenen Leidenschaften stolpernden Songs nach einer Weile entblößen, daß sie nach dem immer gleichen Prinzip funktionieren. Wenn Mastermind John Congleton am Ton vorbeikrakeelt und seine Tonleitern aufbauscht, ist das für jeden Moment toll. Bis man auf lauter Momente stößt, die man kurz zuvor schon mal fast genauso gehört zu haben glaubt. Zuviel Abwechslung artet da fast schon ins Gegenteil aus. Wenn nur alles so fein ausgedacht wäre wie die Songtitel: "What I'd be without me", "Abby, you're going to burn for what you've done to me", "Dying, with decent music". Großartig. Aber der Name ist eben nur die halbe Miete.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Said the spider to the fly
  • One day he went out for milk and never came home
  • What I'd be without me
  • Now you're gonna get it

Tracklist

  1. Said the spider to the fly
  2. One day he went out for milk and never came home
  3. What I'd be without me
  4. The sinking ship the grand applause
  5. Piggy's had too much wine
  6. Ready, willing, Cain and Able
  7. Now, we just slowly circle the draining fish bowl
  8. A war is coming
  9. Your ankles to your earlobes
  10. Let's be bad, Henry, let's be really bad
  11. Now you're gonna get it
  12. Abby, you're going to burn for what you've done to me
  13. Your pretty little head
  14. Dying, with decent music

Gesamtspielzeit: 52:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
kabelsalat
2009-12-26 21:21:19 Uhr
großartige Platte, und eine der wenigen, die ich schon beim ersten Hördurchgang großartig fand. Und bei jedem Hörn entdeckt man noch neue tolle Details.
War jedenfalls ein toller Abschluss des Heiligabends. Nachdem ich das ganze Klischee-Familien-Weihnachtszeug über mich ergehen lassen musste, Licht aus, Kopfhörer an und das erste Mal ein Paper Chase Album durchhörn. Vielleicht sollt ich mir künftig immer an Weihnachten ein Album von ihnen wünschen ;)
Maldoror
2009-05-23 11:05:17 Uhr
Die Momente, die man kurz zuvor fast genauso gehört hat sind Absicht und finden sich bei The Paper Chase immer wieder und wenn man sich intensiver mit den Texten beschäftigt, bemerkt man, daß sich da jemand etwas dabei gedacht hat - nenn es Unterbewußtsein, nenn es Fugentechnik ("Klassik"!). Mitunter gehört das zu den Dingen die diese Band so großartig macht.
Konsum
2007-03-01 16:03:35 Uhr
Die Platte feiert gerade ein Revival bei mir und läuft wieder rauf und runter. Jeder einzelne Song ist grossartig, aber irgendwie geht es mir exakt so, wie Oliver das in der Rezi beschrieben hat, nämlich dass man auf lauter Momente stößt, die man kurz zuvor schon mal fast genauso gehört zu haben glaubt.
Ich überlege jedes Mal, ob nicht die ganze Platte aus demselben song in immer neuen Varianten besteht. Aber egal, die Platte macht trotzdem Spass und wird nie langweilig. Das zählt.
Oliver Ding
2006-05-25 00:12:53 Uhr
Tja, wenn einem die Platte, um die es geht, nicht selbst vorliegt, kommt man da schon mal durcheinander. ;-)
fakeboy
2006-05-24 23:22:32 Uhr
falsch, armin, diese platte erschien schon vor 2 jahren... du bist im falschen thread, letzteres müsstest du im "now you're one of us" thread posten!
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