Lamb Of God - Ashes of the wake

Lamb Of God- Ashes of the wake

Epic / Sony
VÖ: 27.09.2004

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Totentanz

Kann es sein, daß der New Metal endlich das Zeitliche gesegnet hat? Nachdem die Speerspitzen mit der Bewegung nichts mehr zu tun haben wollten, springen die Labels auf den nächsten Trendzug, auf daß er maximal gewinnbringend ausgeschlachtet werde. Im Jahre 2004 ist Metalcore an der Reihe. Letztlich eine logische Weiterentwicklung: Neumetallische, auf technisch hohem Niveau befindliche Sounds werden extremisiert, und die Rapper landen mitsamt Plattenteller wieder auf der Straße. Insofern ist es nur konsequent, daß die bis dahin weitgehend unbekannte Mannschaft von Lamb Of God eine Heimat beim Majorlabel Epic gefunden hat.

Und der Fünfer um die Brüder Chris und Willie Allen brettert dann auch gleich wie von der Tarantel gestochen los. Ohne Gnade wird das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten. Pedal to the metal sozusagen. Shouter Randy Blythe versprüht dabei puren Haß: "Destroy yourself, see who gives a fuck / Absorb yourself, you're better alone." Es gibt in der Szene nur wenige Wutklumpen seines Schlages. Mal growlend, mal langgezogen keifend, holt Blythe alles aus Lungen und Stimmbändern heraus. Verblüffend an dem Sound der Amerikaner ist dabei, daß sich die Riffs auf einem außerordentlich hohen Niveau bewegen. Die Herren Klampfer bewegen sich tatsächlich in einer Liga mit Jeff Hannemann (Slayer) oder Jeff Waters (Annihilator).

Im Unterschied zu den genannten Bands schaffen es Lamb Of God allerdings nicht, "Ashes of the wake" Profil zu verleihen. Das grundsätzliche Manko vieler extremer Alben tritt auch hier zutage: Die Songs sind letztlich kaum unterscheidbar. Wie ein Dragster-Fahrer, der immer nur Vollgas kennt, heizen die fünf durch ihre Kompositionen. Das sorgt zwar auf Konzerten für gigantische Moshpits, auf Konserve ist dies allerdings ermüdend. Daß das Gaspedal auch mal gelupft werden kann, zeigt man am Ende, wenn mit "Remorse is for the dead" tonnenschwere Riffs abgefeuert werden.

Was bleibt, ist Mittelmaß. Schade eigentlich, denn "Ashes of the wake" hat keine wirklich schwachen Songs. Aber dummerweise auch keine wirklich guten. Lamb Of God stehen somit unter dringendem Tatverdacht, "nur" eine weitere Band zu sein, die im Sinne des Metalcore-Hypes durch die Veröffentlichungsmaschinerie getrieben werden. Die für die Verhältnisse der extrem kurze Produktionszeit läßt ebenfalls darauf hindeuten, daß es sich bei "Ashes of the wake" um einen Schnellschuß handeln könnte.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Ashes of the wake
  • Remorse is for the dead

Tracklist

  1. Laid to rest
  2. Hourglass
  3. Now you've got something to die for
  4. The faded line
  5. Omerta
  6. Blood of the scribe
  7. One gun
  8. Break you
  9. What I've become
  10. Ashes of the wake
  11. Remorse is for the dead

Gesamtspielzeit: 47:48 min.

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