Caliban - The opposite from within

Caliban- The opposite from within

Roadrunner / Universal
VÖ: 20.09.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Fliegende Fahnen

"Und dann knallt es, und dann fliegen ganz viele Leute durch den Raum, und alle schauen sich zwei Minuten später kurz verwirrt um, weil sie ganz woanders sind als vorher." Autobombe? Nein, Konzert von Caliban. Wie soll man auch nur halbwegs beschreiben, welche Energie von den fünf Jungs ausgeht? Mit Worten kommt man hier schnell ans Ende der Ausdrucksfähigkeit. Caliban spürt man, mit jeder Pore. Auf ihrem neuesten Longplayer so gut, wie man es von ihnen gewohnt ist.

Die Kunst, die den Ruhrpott-Fünfer auszeichnet, ist die Fähigkeit, Krach und Melodie zu vermengen. Und dabei nicht Breitwand-Rock oder Fear Factory-Klänge zu produzieren, sondern einen gehörigen Wutbrocken zu vertonen. Der noch immer gewaltige Ausschlag des Zeigers in Richtung Hardcore ist der Band um Frontmann Andy Dörner vor allem in Sachen Gesang erhalten geblieben – zum Glück. Die Instrumente neigen eher in Richtung Death und Trash – Szenegrößen wie In Flames lassen grüßen. In Flames? Produziert wurde "The opposite from within“ von deren Frontröhre Anders Friden. Ganze Arbeit leistete auch Mixer Andy Sneap, der schon bei Machine Head Hand anlegte. Übrigens: Machine Head und Kollegen dürften ganz schrumpelige Schniepel bekommen, wenn sie Caliban mal kurz zuhören.

Faszinierend ist die Tatsache, daß man sich während des Hörens trotz aller Härte und bedingungsloser Temposteigerungen oft eines genüßlichen Grinsens nicht erwehren kann. Das ist dann ganz und gar kein Ausdruck des Lustig-Machens angesichts der Schreierei, sondern vielmehr ein Gefühl des absoluten Genusses. Mitten in "I've sold myself" zum Beispiel fühlt man sich plötzlich in einer einminütigen Reise durch die Heimat von Slayer. Und wird im nächsten Moment wieder in Caliban-Gefilde zurück gerissen. Keine Bange: Jeder Versuch, mit diesen wundervollen Momenten Leute von dieser Musik zu begeistern, die schon bei Nickelback von "Ist das heftig!" sprechen, wird glücklicherweise kläglich scheitern.

Spannend wird die Chose auch durch cleane Parts, in denen tatsächlich mal gesungen wird – zum Beispiel im eindrucksvollen „Senseless fight“ oder im nicht minder gelungenen "My little secret". Wobei Dörners Schrei-Parts während der 40 Minuten währenden Energie-Fahrt die uneingeschränkten tonalen Höhepunkte bilden. Schade nur, daß gegen Ende von "The opposite from within" die Songs etwas abflachen und Caliban immer leichter auszurechnen sind. Das heißt aber noch lange nicht, daß hier irgendwas aufgesetzt und künstlich in Richtung "Was sind wir für harte Jungs" inszeniert wirkt. Wer Metal-Core sagt, meint Caliban. Und dafür läßt man sich gerne auch mal durch die Gegend schubsen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Senseless fight
  • Certainly... corpses bleed cold
  • My little secret

Tracklist

  1. The beloved and the hatred
  2. Goodbye
  3. I've sold myself
  4. Standup
  5. Senseless fight
  6. Stigmata
  7. Certainly… corpses bleed cold
  8. My little secret
  9. One of these days
  10. Salvation
  11. Diary of an addict
  12. 100 suns

Gesamtspielzeit: 47:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
^^
2005-12-29 14:53:22 Uhr
JA DAS STIMMT HSB IST BESSER ALS CALIBAN WOBEI CALIBAN KEINESFALLS SCHLECHT SIND ABER GEGEN MADBALL ODER AGNOSTIC FRONT SIND SIE EHER SCHWACH WOBEI AGNOSTIC FRONT HARDCORE MACHEN
HSB
2005-12-28 15:34:51 Uhr
Also man kann ja Caliban in den Himmel loben und ich mag sie auch. Besonders die Abwechslung von melodischen Parts und Moshparts ist sehr gelungen und bringt auf Konzerten das Publikum zum "beben":-)!
Nachdem ich jedoch Heaven Shall Burn auf dem Hell on Earth Festival live erlebt habe, muss ich sagen: Caliban kann abstinken! Heaven Shall Burn ruled ainfach die europäische Metalcoreszene!!!
Nicht nur, weil sie die besseren Songs haben, sondern auch, weil die live einfach abgehen!!
Und das nicht nur mit Klassikern wie "The Weapon They Fear", sondern auch mit älteren, unbekannteren Songs...
Naja...jedem das seine, aber ich persönlich bleibe bei Heaven Shall Burn (die sind ja befreundet mit Caliban und die neue Split-LP is der Hammer, auch der Teil von Caliban!!)
Thunderstorm
2005-11-09 16:44:47 Uhr
Das dachte ich mir schon :)
JD
2005-11-08 14:46:41 Uhr
ähm shit...meinte eigentlich marc der gitarrist
JD
2005-11-07 17:01:25 Uhr
Patrick der gitarrist sagte kürzlich dass die neuen songs härter und melodischer werden... also ich bin mal gespannt
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