The Mooney Suzuki - Alive & amplified

The Mooney Suzuki- Alive & amplified

Columbia / Sony
VÖ: 20.09.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Sex and the city

Schon die Idee an sich ist so absurd, daß sie fast wieder gut ist. Die Frauenversteher von The Matrix produzieren die Frauenflachleger von The Mooney Suzuki. Jenes Hitschreibe-Tandem, das erst Avril Lavigne erfunden und dann Liz Phair versaut hat, macht gemeinsame Sache mit der Gargenrock-Band, die spätestens mit "Electric sweat" gerne den muffigen Proberaum gegen die Olympiastadien dieser Welt eingetauscht hätte. Die gründlichste Putzkolonne der Mainstream-Musik poliert die Staubschicht von den rumpelnden Retro-Krachern dieser Parade-Detroiter aus New York runter. Und so weiter. Wie gesagt: Fast schon wieder gut. Fast.

Nun könnte man sich natürlich wunderbar vorstellen, wie The Mooney Suzuki mit glühenden Augen vor den Matrix-Typen gesessen sind und Jerry-Maguire-mäßig so Sachen wie "Führt uns zum Schotter!" gesagt haben. Da wir im Zweifel aber immer noch für die Angeklagten sein müssen, glauben wir natürlich nur das Promo-Gezeter: Man wollte mal was Neues machen. Nicht mehr sein wie all die anderen Testosteron-Rocker. Und außerdem fand das Label die Idee wirklich spitze. Also The Matrix. Und dann das dritte Album. "Alive & amplified". Als nächstes produziert Ross Robinson wahrscheinlich The Cure.

Eigentlich gibt es aber gar keinen Grund, sich aufzuregen. Denn obwohl die Band dem Rolling Stone Sätze wie "It was like we were diving headfirst into the eye of the storm" ins vergoldete Aufnahmegerät diktiert hat - würde es nicht ständig dazugesagt, wäre die Matrix-Sache wahrscheinlich auch niemandem aufgefallen. Die Platte windet sich in gewohnter Manier im Gitarren-Dreck. Die (vermutlich) vollbusigen Background-Sängerinnen haben ihren großen Auftritt im saftigen "Loose 'n' juicy". Die serienmäßige Akustikballade "Sometimes somethin'" sitzt wieder an der richtigen Stelle. Und für Songtitel wie "Messin' in the dressin' room" oder "Shake that bush again" sollte es von vornherein einen Orden geben.

Schon "Electric sweat" war eine Platte, der Mädchen besser nicht zu nahe gekommen sind, sollte ihnen ihre Jungfräulichkeit lieb gewesen sein. Und auch "Alive & amplified" greift wieder mit beiden Händen nach Schenkeln und Hintern. "New York girls" schwitzt sich eins zum Thema Frauen aus New York. "Naked lady" erigiert zur zugegebenermaßen ziemlich geilen Guns-N'-fucking-Roses-Gospel-Hymne über, nun ja, nackte Frauen. Und "Primitive condition" treibt sich den Kater des morning after mit ein paar gezielten Kopfstößen vors Garagentor aus. Gut und schön ist das ja alles, rockt sowieso für zwei und hat immer Platz für ein amtlich beglaubigtes Gitarrensolo. Ein paar Songs mehr, die spannender sind als Telefonsex, hätten trotzdem keinem wehgetan. Weil man all das eben schon hundertmal gehört hat. Allein letzte Woche. Trotz Matrix. Oder wegen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • New York girls
  • Messin' in the dressin' room
  • Naked lady

Tracklist

  1. Primitive condition
  2. Alive & amplified
  3. Legal high
  4. New York girls
  5. Shake that bush again
  6. Sometimes somethin'
  7. Loose 'n' juicy
  8. Hot sugar
  9. Messin' in the dressin' room
  10. Naked lady
  11. Love bus

Gesamtspielzeit: 41:07 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
XTRMNTR
2013-05-25 15:31:35 Uhr
Selten waren Gitarren Solos fetter.
sadcaper
2006-01-23 22:58:37 Uhr
Fand sie im Vorprogramm von Kings of Leon nicht gerade sooo toll. Lustig und unterhaltsam, aber toll nicht.Auf Platte besser.
Alex
2006-01-20 16:37:08 Uhr
Frag ich mich immer noch.
Alex
2005-12-18 15:19:32 Uhr
Absolut geile Platte aber wann kommt was neues?
Armin
2004-11-05 18:26:55 Uhr
THE MOONEY SUZUKI
16.11. Muenchen, Elserhalle
19.11. Hamburg, Grosse Freiheit
20.11. Berlin, Huxley*s
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