The Black Keys - Rubber factory

The Black Keys- Rubber factory

Fat Possum / Epitaph / SPV
VÖ: 06.09.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Gummitwist

Blues ist ein Phänomen. Irgendwo in den Tiefen der Sklavenzeit in den USA wurzelt ein musikalischer Stil, der in seiner Simplizität überwältigend viele Variationen zuläßt und dessen Ausdrucksstärke menschliche Gefühle vor allem der melancholischen Sorte von einem Ohr zum anderen trägt. Der Blues erzählt mit einfachen, oft auch beschränkten Mitteln immer wieder die gleichen Geschichten. Das tun Fernsehseifenopern auch. Der Unterschied zum Blues ist, daß eine Soap nach wenigen Folgen nervt. Musik aber kennt Nuancen, die es möglich machen, die hundertmal gehörte Story mit den selben Phrasen zu erzählen, die schon Tausende Erzähler vorher benutzt haben, und trotzdem ein Publikum zu finden, das gespannt zuhört. Und es ist möglich, genau dieses Publikum nicht zu enttäuschen. Monotonie, schleppende Rhythmen, immer wiederkehrende Gitarrenlicks und ein Sänger, der etwa zwei Töne beherrscht, das kann, wenn alles paßt, eine Offenbarung sein. Dabei ist es völlig egal, ob man das alles schonmal gehört hat. Ja, hat man. Aber eben ganz anders.

Oder zumindest ein bißchen. Da gibt es diesen kleinen Kick, der den altbekannten Song, der nur einen neuen Namen zu tragen scheint, so deutlich von anderen abhebt. Es ist nicht greifbar und nicht zu benennen, aber es ist da. Manchmal jedenfalls. Womit wir endlich bei "Rubber factory" angekommen wären. Irgendwo zwischen der Blues Explosion und einem sehr traditionell-puristischen Ansatz bewegen sich The Black Keys in einem wahrhaftig nicht gerade spannungsarmen Umfeld. Meist gelingt es auch, dieses Prickeln in die Songs des neuen Albums zu packen.

Zum Beispiel mit "10 a.m. automatic", einem Kracher in bester Jon Spencer-Art, allerdings ohne dessen Destruktivismus. Oder mit dem staubbeladenen "Girl is on my mind", das einer ganzen Riege sogenannter Bluesrocker aus den frühen Siebzigern zeigt, wie es besser gegangen wäre. Direkt im Anschluß zeigen die Black Keys aber eben auch, daß sie daneben greifen können: Die countryfizierte Ballade "The lengths" versinkt in allzu viel Schmalz, wird aber vom Nachfolger "Grown so ugly" wieder hinausgezerrt und mit herrlich grobkörnigem Dreck beworfen. Einen Platz im Olymp des gelebten Blues erreicht die it dem einen oder anderen eher mittelmäßigen Stückchen versehene "Rubber factory" noch nicht aus, über die Black Keys machen schon mal auf sich aufmerksam und zeigen, daß sie sehr wohl in der Lage sind, in die luftigsten Höhen aufzusteigen. Wenn sie nur nicht immer wieder vom eigenen Ballast gebremst werden würden.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • 10 a.m. automatic
  • Girl is on my mind

Tracklist

  1. When the lights go out
  2. 10 a.m. automatic
  3. Just couldn't tie me down
  4. All hands against his own
  5. The desperate man
  6. Girl is on my mind
  7. The lengths
  8. Grown so ugly
  9. Stack shot Billy
  10. Act nice and gentle
  11. Aeroplane blues
  12. Keep me
  13. Till I get my way

Gesamtspielzeit: 41:31 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
rhdf
2011-02-25 12:43:59 Uhr
gibt einfach zu viele cds
Wolffather
2011-02-25 12:07:59 Uhr
Thickfreakness finde ich als Album ein kleines Bisschen besser, auch wenn Rubber Factory mehr Hits hat
Pirlo
2011-02-25 11:50:00 Uhr
Lieblingsalbum der Black Keys.
udw
2007-06-11 21:45:33 Uhr
Ja, ist es. Übrigens: auf deren myspace-Seite kann man sich eine 4-Track Live-EP kostenlos downloaden ;)
moi, l'etat
2007-06-11 18:29:18 Uhr
Warum kein thread?! Großartig!!!
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