Sons And Daughters - Love the cup

Sons And Daughters- Love the cup

Domino / Rough Trade
VÖ: 06.09.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Tassen im Schrank

Wenn die Jungs von Franz Ferdinand sich nicht gerade vor dem Spiegel den Scheitel geradeziehen oder die Zappelbuden dieser Welt mit unbedingt zwingenden Hymnen zum Brennen bringen, erzählen sie gerne, wie toll ihre Glasgower Nachbarn von Sons And Daughters sind. Zwei Jungs und zwei Mädchen. Süffiger Folk und skelettierte New-Wave-Ästhetik. Und "Love the cup" hat auch noch ein überaus anständiges Anliegen: Ehre sei Johnny Cash!

Und so ist passenderweise der dem Man In Black gewidmete Song der einwandfrei wertvollste dieses kurzen und kurzweiligen Siebenerpacks. Schwer sägende Gitarren und ein sturköpfiger Klapperbeat, ein Nörgeln und ein Dräuen. Gothischer Country, wie ihn 16 Horsepower zur Perfektion getrieben haben. Und wenn sich das Piano leise einwimmert, legt man freiwillig schon mal die Zwangsjacke an. All das gibt einen feinen Twang, der auch dem Rest von "Love the cup" nicht fremd ist, auch wenn dort der Zug längst in ganz andere Richtungen unterwegs ist.

Ein ziemlicher Referenzenboogie ist das, bei dem eigentlich nur das Namedropping als solches hinkt: depressive New Pornographers, countryfizierte Polly Jean Harvey, rauschmittelfreie Velvet Underground, siebenmeilenstiefelnde Swell, erwachsene Fiery Furnaces, entrückkoppelte The Jesus And Mary Chain. Auf "Love the cup" ist für fast jeden Indie-Connaisseur etwas dabei, der nicht gleich Reißaus nimmt, wenn Schotten zum Folk aufspielen oder das böse, böse Wort vom Bluesrock fällt.

In "Fight" necken sich Adele Bethel und Scot Paterson zu pfeffriger Schrammelgitarre und schleifender Violine. Eine laszive Bethel schleicht in "Broken bones" um ein schaurig ausgeleuchtetes Lagerfeuer. "Start to end" dämpft den Mandolinen-Boogie trübsinnsbedingt ab und läßt dann doch noch ein wenig sein Riff jaulen. Und am Ende versinkt das unwirkliche Liebeswerben aus "Awkward duet" im Staub der schottischen Prärie. Daß allerdings im Loch Ness kürzlich ein überdimensionierter Cowboy-Hut gesichtet wurde, bleibt ein Gerücht.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Fight
  • Johnny Cash
  • Awkward duet

Tracklist

  1. Fight
  2. Broken bones
  3. Johnny Cash
  4. Blood
  5. Start to end
  6. La lune
  7. Awkward duet

Gesamtspielzeit: 25:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Mekonian
2004-10-29 11:57:15 Uhr
ja...und die Band hat vielleicht Potential...

:-)
Mekonian
2004-10-29 11:57:14 Uhr
ja...und die Band hat vielleicht Potential...

:-)
Mekonian
2004-10-29 11:57:13 Uhr
ja...und die Band hat vielleicht Potential...

:-)
donahue
2004-10-29 10:42:49 Uhr
Auf jeden Fall empfehlenswert. Finde diese Frauen-Männer-Duett-Geschichte wie in "Fight" ganz prima.
no.L
2004-10-27 11:05:12 Uhr
Dann werd ich mal reinhören. Zwar kenne ich bis jetzt nur den einen Song, aber das die live gut sind glaub ich auch sofort.
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