Secret Machines - Now here is nowhere

Secret Machines- Now here is nowhere

Reprise / Warner
VÖ: 30.08.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nirgendwort

Secret Machines sind keine The-Band. Secret Machines sind ein Trio bestehend aus Josh Garza, Brandon Curtis und Benjamin Curtis. Diese Drei haben mit "Now here is nowhere" kein Retro-Hitalbum aus der krachigen Gitarrenecke abgeliefert. Das Album gleicht schon eher einem Konzept-Epos aus den tiefen Siebzigern mit Allem, was dazugehört: flächige Sounds, die mitnehmen auf Trips in Ungewisse, repetitive Elemente mit dem Hang zum Selbstzitat, emotionale Themen aus den weiten Räumen des Unbewußten, verschwurbelt-verquaste Texte mit melodramatischer Latenz.

Trotzdem ein richtiger Hit: "Nowhere again". "We know we are lost in nowhere now." Poetische Situationsbeschreibung im Stile und im Gestus eines Lou Reed, nur mit mehr Feuer im Arsch. Existenzialismus mit Kickdrum. An diesem Punkt - Track 4, das Motiv wird noch einmal aufgegriffen zum Albumschluß mit "Now here is nowhere" - ist die Band ganz New York, diese Szene der Kunst- und Philosophie-Studenten, die sich seit 30 Jahren immer wieder selbst belebt. Die jüngsten Kommilitonen haben Namen wie The Strokes oder Interpol.

Allerdings darf der Verdacht nicht verschwiegen werden, daß wir es hier nicht nur mit Jungs zu tun haben, deren Eltern wahrscheinlich die weitaus interesantere Plattensammlung haben als ihre Mitschüler. Nein, besonders ins Auge fällt natürlich die Perfektion des Gesamtpakets Secret Machines. Man könnte es die anspruchsvolle Speerspitze der Musikindustrie nennen. Ein Versuchsballon mit Zielrichtung Alternativ-Kultur. Neben einer zum freien Download angebotenen EP gab es die Platte über die Bandhomepage und via iTunes zum käuflichen Erwerb. Dann fand eine abgespeckte Version ohne Booklet im Pappschuber den Weg in den Handel. Und jetzt also die Premiumversion, das richtige Album. Alles drumherum ist abgestimmt: Videos, Medienpräsenz, Airplay. Ob's funktioniert, bleibt abzuwarten.

Das beschriebene Prozedere fand so nur in der Neuen Welt statt. Dort wird in der musikjournalistischen Rezeption auch durchaus eine Brücke geschlagen zwischen den versteckt-militärischen Anspielungen in den Texten, den verloren-orientierungslosen Verortungen und dem "war on terrorism". Frei nach dem Motto: bombastischer Rock mit umso subtilerer Botschaft. Zu Subversion oder gar Rebellion fehlt dieser durchaus netten Platte allerdings dann doch ein gutes Stück Tiefgang.

(Joerg Utecht)

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Highlights

  • Nowhere again

Tracklist

  1. First wave intact
  2. Sad and lonely
  3. The leaves are gone
  4. Nowhere again
  5. The road leads where it's led
  6. Pharaoh's daughter
  7. You are chains
  8. Light's on
  9. Now here is nowhere

Gesamtspielzeit: 50:29 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Ocean
2009-04-30 11:47:14 Uhr
Jap ist ein top album finde jedoch das neue ist ihr bestes Werk.
XTRMNTR
2009-04-30 01:07:29 Uhr
Top Album!
Gordon Fraser
2008-12-16 15:55:48 Uhr
Wiedergehört.

Großes Debüt, 9/10.

napoleon dynamite
2007-06-27 22:13:55 Uhr
blowing all the other kids away :)
Icarus Line
2007-06-27 21:23:14 Uhr
Das zweite fand ich wirklich schlecht. Total uninspiert, monoton, langweilig und kaltlassend.
Das erste gefiel mir aber, soweit ich mich erinnern kann, ziemlich gut.
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