The Ocean - FluXion

The Ocean- FluXion

Make My Day / Rough Trade
VÖ: 23.08.2004

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mischen impossible?

Schon mal was von "Ambient Soundtrack Doomrock" gehört? Nein? Tja, so geht's jedem, der zum ersten Mal mit dem Klangkosmos von The Ocean konfrontiert wird. Mit ihrer Debüt-EP "Fogdiver" haben die acht Berliner in Fachkreisen für gewaltige Furore gesorgt, indem sie Merkmale scheinbar völlig unvereinbarer Stile in eine einzige instrumentale Klangcollage einfließen ließen. Und auch mit dem nun vorliegenden ersten abendfüllenden Silberteller "FluXion" hat man sich vorgenommen, sich ausschließlich in die eigendefinierte Schublade stecken zu lassen.

Der Opener "Nazca" steht denn auch dem Material von "Fogdiver" in nichts nach: mächtig bretternde Riffs, düstere Breaks, zusammengehalten von einer klagenden Klezmer-Melodie. Paßt nicht? Paßt sehr wohl! Zumal quasi als Schlußgag ein seltsames Geknarze eingestreut wird, welches massiv an "Interstellar overdrive" von Pink Floyd, die Noise-Orgie der späten Sechziger, erinnert. Doch dann zerreißt kellertiefes Growlen die Spannung: Ja, The Ocean haben jetzt auch Vocals.

Diese sind jedoch nicht immer wirkungsvoll. Klar, das Cavalera-artige Geröchel bei "Comfort zones" hat was, ansonsten wirken die drei Brüllwürfel eher wie Fremdkörper. Sie sind es, die "FluXion" den Hauch des Gewöhnlichen verpassen. Warum ist man eigentlich der Meinung, Rockmusik, wie auch immer geartet, sei nur mit Gesang vollständig? Was viel schlimmer ist: In manchen Passagen wie z.B. im bereits erwähnten "Comfort zones" wird der Gesang benutzt, um allzu beliebiges Riff-Geschraddel zu kompensieren.

Was bleibt, ist ein eher durchschnittlicher Eindruck. Dies ist umso bedauerlicher, als sich das Berliner Metal-Kollektiv mitnichten im Stildickicht verheddert. Nein, manche Elemente sind schlicht und ergreifend zu austauschbar, es fehlt fast über die gesamte Spieldauer die Unbekümmertheit, die "Fogdiver" noch ausgezeichnet hatte. Einzig, wenn die Sänger schweigen, blitzen große Momente auf, die mitunter gar an Devin Townsend erinnern. Es gehört schon reichlich Mut dazu, fast schon Grindcore-artiges Geholze mit Klängen zu kombinieren, die aus einem Filmscore stammen könnten. The Ocean sollten sich auf diese Stärken besinnen, ansonsten könnte selbst der Underground eine zu hohe Liga sein.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Nazca

Tracklist

  1. Nazca
  2. The human stain
  3. Comfort zones
  4. Rebirth of tragedy
  5. Equinox
  6. Loopholes
  7. Dead on the whole
  8. Isla del sol
  9. The greatest bane

Gesamtspielzeit: 56:49 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
embele
2009-06-16 22:04:18 Uhr
Ich gebe Dir Recht, die Vocals sind facetten- bzw. ideenreicher, aber mir ist besonders das Mastering positiv aufgefallen, vielleicht liegt es aber auch daran, das ich die Scheibe ziemlich laut gedreht habe. Der Sound überzeugt mich absolut in Sachen Dynamik und Detailvielfalt. Hammer, Hammer !
Wenn das Album vorher eine 9 war, jetzt ist es eine 10 !
toolshed
2009-06-15 05:52:09 Uhr
Ok, das letzte was ich wollte war die Original-Version abstufen, dafür griff ich in den letzten Jährchen einfach zu oft nach ihr. Auf dieser fand ich jedoch immer einzig die Vocals etwas zu monoton, und das wurde erfreulicherweise nun ausgebügelt, das ganze klingt für mich nun einfach "definitiver". :)

Favoriten: "Human Stain" (endlos geil) und "The Greatest Bane", meine Fresse.. ein Rausschmeißer der noch mal alle Facetten des Könnens der Band aufzeigt, so geht das - Hammer!
embele
2009-06-14 11:21:22 Uhr
Die Platte war vorher schon superklasse, jetzt ist sie durch die "Verfeinerungen" noch ein Ticken besser, und das Artwork ist natürlich mal wieder Spitzenklasse... schön dem der "Aeolian" angepasst.
Album ist immer noch superklasse, die Anschaffung hat sich auch für mich gelohnt, jetzt habe ich beide Versionen, beide haben ihren eigenen Charm.
toolshed
2009-06-14 06:40:49 Uhr
Wurde vorgestern nun endlich wiederveröffentlicht. (War seit 2-3 Jahren vergriffen)

Die neuen Gesangsparts von Mike Pilat (inzwischen auch wieder Geschichte, der Typ), kommen wesentlich druckvoller und verleihen dem Album mehr musikalische Tiefe.

Artwork wurde komplett geändert, alles wieder sehr aufwendig.

Lohnt sich auf jeden Fall. Gefällt mir besser als die Original-Version!
MAR
2005-06-28 18:27:59 Uhr
es waren sogar nochz viel mehr. aber von abSAGEN, kann nicht die rede sein. gesagt wurde gar nix. ich wollt hin und es stand einfach nicht mehr dran, wann es ist. und auf deren seite stand auch nichts mehr.
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