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The Dillinger Escape Plan - Miss machine

The Dillinger Escape Plan- Miss machine

Relapse / SPV
VÖ: 02.08.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Synapsenboogie

Progressive Grindcore, Mathcore, Spazzcore, Frickelcore - wie auch immer man das meist kaum als strukturiert erkennbare Getrümmer von The Dillinger Escape Plan nennen mag. Leicht bekömmlich ist auch "Miss machine" nicht geworden. Dabei gehen ein paar Songs (oder besser einige Passagen der auf insgesamt 99 Tracks zerstückelten elf Hirnficks) sogar fast als melodiös, gar eingängig durch. Bis die hochkonzentriert durchchoreographierte Selbstdemontage im allernächsten Moment wieder zuschlägt. Uff!

Die hypernervöse Ästhetik von "Miss machine" dürfte ganz dem Geschmack von Mike Patton entsprechen, der auf der "Irony is a dead scene"-EP seine Stimmbänder für die extremistischen Klangschnitzlern explodieren ließ. Was für ein Liebesdienst! Und keine zu unterschätzende Meßlatte für den neuen Shouter Greg Puciato, der sich auf ungewöhnliche Art in die Nähe seiner Lieblingsband schmuggeln konnte: Auf der Suche nach einem Nachfolger für den ausgestiegenen Brüllwürfel Dimitri Minakakis stellten The Dillinger Escape Plan einige Instrumentals ins Netz. Und Puciatos Gekreische überzeugte die Band derart, daß er schnell seinen Traumjob hatte. Und den lebt er intensiv aus. Nicht nur in Aktionen wie dem spontanen Schiß auf die Bühne des Reading-Festivals, der versinnbildlichen sollte, was er von den folgenden Acts wie Puddle Of Mudd hielt.

Doch egal, wer nun das Mikrophon vollgeifert und zerkaut, Musik von The Dillinger Escape Plan goutiert man am sichersten mit eingezogenem Kopf. Selbst einen vergleichsweise harmlosen Noiserocker wie "Highway robbery" sollte man nie unterschätzen. Auch dann nicht, wenn "Baby's first coffin" oder "We are the storm" mit sehnsüchtigem Geschwelge daherzukommen scheinen. Die Ruhe vor dem Sturm und so. Denn hinter dem nächsten Break könnte eine herbe Klatsche wie "Panasonic youth" lauern.

Irrwitzige Saitenflitzereien, jazzinformierte Harmoniewechsel, unzurechnungsfähige Trommel-Trümmereien - auf "Miss machine" ist alles möglich. Zeit für sinnfreies Namedropping: Sick Of It All jammen mit Mars Volta, Fantômas infiltrieren Slipknot, und Nine Inch Nails remixen Converge. Passend dazu spielt Puciato ein Halbdutzend Rollen, oft mehrere gleichzeitig. Manchmal ein wenig zu nah an den Vorbildern, aber selbst dann mit feuerspuckender Hingabe.

The Dillinger Escape Plan kultivieren die Extreme. Denn Brutalität zeigt sich nicht nur im Frontalangriff, sondern vor allem in der zwischenzeitlichen Zurücknahme der Gewalt. Die Hand auf der Herdplatte brennt ja schließlich auch viel stärker, wenn sie vorher eine Weile im Kühlschrank verweilen durfte. Dieser Wahnsinn hat Methode. Und so geht das kalibrierte Chaos von "Miss machine" beinahe als wissenschaftsphilosophisches Experiment durch. Wenn Stephen Hawking tanzen würde, dann nur auf solches Zeug.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Panasonic youth
  • Highway robbery
  • Setting fire to sleeping giants
  • Baby's first coffin

Tracklist

  1. Panasonic youth
  2. Sunshine the werewolf
  3. Highway robbery
  4. Van damsel
  5. Phone home
  6. We are the storm
  7. Crutch field tongs
  8. Setting fire to sleeping giants
  9. Baby's first coffin
  10. Unretrofied
  11. The perfect design

Gesamtspielzeit: 39:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Dumbsick

Postings: 176

Registriert seit 31.07.2017

2021-08-08 07:50:21 Uhr
Bestes Album von ihnen. Mir gefallen die Sachen mit Greg besser, als mit dem ursprünglichen Sänger

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 9452

Registriert seit 23.07.2014

2021-08-07 14:25:34 Uhr
Der Opener ist so ein Brett, herrlich.
lel
2019-02-22 12:56:11 Uhr
SEA+AIR Sängerin war vorher bei Jumbo Jet. Die haben Chaotic HC, Screamo Krams gemacht. Macht also so rum Sinn.

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 9452

Registriert seit 23.07.2014

2018-11-10 12:12:19 Uhr
Ja, klingt interessant. Danke für die Info!
Flimmern
2018-11-10 11:57:16 Uhr
Der Dillinger-Bassist hat übrigens eine neue Band namens Azusa u.a. mit Extol-Mitgliedern. So weit, so gut. Was mich aber weghaut ist der Gesang. Den übernimmt nämlich die Sängerin der Indie-Pop-Band SEA+AIR. Keine Ahnung, wie so eine Kombination zustande kommt. Geht aber ab. Album kommt jetzt bald am 16.11.

Falls sich jemand interessiert, gibt hier ne Hörprobe:

https://www.youtube.com/watch?v=Aci3pimlw44
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