Colour Of Fire - Pearl necklace

Colour Of Fire- Pearl necklace

PIAS / Rough Trade
VÖ: 02.08.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

The heat of the night

Drachen kreisen an einem düsteren Himmel. Majestätisch ziehen ihre geschuppten Körper weitläufige Runden. Und gelegentlich lassen sie Feuer auf kleine, schwarze, schreiende Punkte herabregnen. Ein schlechter Fantasy-Film. Aber der Soundtrack ist gut. Männer mit dunklen Gedanken und Absichten spielen ihn. Sie stehen auf einer riesigen Bühne, die aus dem Nichts herauswächst. Sturmböen wehen ihnen die Haare aus dem Gesicht. Sie schreien an gegen ganze Naturgewalten. Um sie herum steht alles in Flammen. Und über ihnen kreisen Drachen.

Ein Traum, nicht mehr. Du mußt Dir keine Sorgen machen. Nur der Schweiß auf Deiner Stirn ist echt. Nur der Schweiß und die Schallplatte, die hängengeblieben ist, bevor Du eingeschlafen bist. "The company won't colour me" wiederholt sie immer wieder mit ihrer Teenage-Angst-Stimme. Und dahinter kreuzen Gitarre, Bass und Schlagzeug mit kreischendem Stahl-auf-Stahl-Knirschen die Schwerter. Gefangen in den immer gleichen, immer wiederkehrenden Tönen. Du bleibst noch einen Moment lang liegen, bevor Du die Platte befreist, umdrehst und von vorne spielst. Heute nacht wirst Du nicht mehr schlafen.

"The exile" hält Dich wach. Ein Song mit lautem Refrain und leisem Zwischenspiel, wehleidigem Gesang und Gitarren, die auf die Zähne beißen. Ein Song wie alle anderen auf "Pearl necklace", aber dann doch auch wieder nicht. Gedrungener, angespannter, ja doch, intensiver. Es ist schwer, über dieses Stück hinwegzukommen. Aber es schadet nicht. "A couple of reasons" haut ähnlich tief in die gleiche Kerbe. Und dem Wehleidigen schwillt plötzlich ganz schön die Halsschlagader an. Zwei Songs mitten aus dem Zentrum des Feuers. Und dann wird es morgen.

Es stand zu befürchten. Bei Tageslicht betrachtet geben's einem diese Rabauken nur noch halb so dicke. Die Gitarren stören sich plötzlich an ihrem Hang zur Offensichtlichkeit. Die spätzündende Ballade "Images of you" treibt das Gewinsel von Sänger Owen Richards auf die Spitze und drüber hinaus. Und während "A pearl necklace for her majesty" von seinen Todes-Drums noch mal ordentlich auf den Sack kriegt, taucht das anschließende "Candles" leider endgültig ins Niemandsland der Langeweile ab. Da wir fürs Milkshake-Trinken auf Bandfotos noch keine Bonuspunkte vergeben, bleibt es also doch dabei: Eine Band für eine Nacht. Aber die wirst Du so schnell nicht vergessen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • The exile
  • A couple of reasons
  • The company won't colour me

Tracklist

  1. Robot rock
  2. The exile
  3. A couple of reasons
  4. Italics
  5. 9 volter
  6. Images of you
  7. A pearl necklace for her majesty
  8. Candles
  9. Second class citizen
  10. Hatemail
  11. The company won't colour me

Gesamtspielzeit: 39:38 min.

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