Spermbirds - Set an example

Spermbirds- Set an example

Common Thread / Cargo
VÖ: 05.07.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schwein gehabt

Deutscher Punkrock in den Achtzigern. Die oberflächliche Geschichtsverdrehung wird Namen wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte einwerfen. Die Großverdiener von heute also, mal mit Zeigefinger, mal pures Zahnweißgrinsen. Punk? Der Soundtrack für die Chaostage? Also bitte! Aber natürlich gab es auch damals Bands, die so angepißt waren, daß sie den Kreis ums A gegen den Wind und in voller Fahrt vom Skateboard zielsicher an die Wand pinkeln konnten. Schneller, lauter, härter. Das Motörhead-Prinzip mit den Mitteln der Dead Kennedys. Zorn auf der Stirn und Galle auf dem Stimmband. Hardcore. So war das damals.

Die Spermbirds waren damals mit Frontsau Lee Hollis schon ganz vorne mit dabei, wenn es darum ging, den Moshpit mit Schweiß zu fluten. Und nach zwischenzeitlicher Auszeit und Ringelreihen mit branchentypischen Fußangeln schreddert die wiedervereinigte Legende mit "Set an example" wieder los. Hollis hat seine Kehle vorsorglich noch einmal mit Stacheldraht geschrubbt, und Saitenschredderer Roger Ingenthron sägt sich einen Zacken nach dem anderen aus der Krone.

Schon das eröffnende Titelstück ist ein Tritt in die Familienplanung. "Give me a beer and a goddamn gun." Hollis rupft die Zielgruppe am Kragen und brüllt es ihnen in die Fresse: Setzt ein Zeichen, bewegt Euren Arsch! "Do what you think is right / Even if it's wrong." Mit zerfurchter Melodie donnern die Spermbirds durch "Neighbourhood relations" oder "All those memories". Im ständigen Spannungsfeld von Lauthals-Refrains, Hochgeschwindigkeits-Geschredder und pogofähigem Punkrock. Nicht wirklich zwingend, aber meist unterhaltsam.

Aus der Troisdorfer BluBox rattert jedoch nicht nur knackiges One-two-three-four-Getrümmer. Die Spermbirds gönnen sich nämlich ein paar dezente Schlenker. Mit zickiger Vehemenz outet sich Hollis als völlig psychopathischer "Knifethrower". Bei "Stop at nothing" türmen sich die Powerchords in mollige Höhen, "Hate me" zürnt und zetert beinahe wie der gute Henry Rollins, und "Me and my people" wackelt mit übergroßem Arsch. Im Mitschunkler "Say it loud" schließlich leiht man sich ein abgelegtes Riff von den Sternen aus. Big in Kaiserslautern tonight. Na ja, beinahe jedenfalls.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Knifethrower
  • Say it loud
  • Stop at nothing
  • Me and my people

Tracklist

  1. Set an example
  2. Neighborhood relations
  3. Knifethrower
  4. Say it loud
  5. All those memories
  6. It doesn't make it right
  7. Stop at nothing
  8. Hate me
  9. Economize
  10. Me and my people
  11. Level playing field
  12. Never be sorry again
  13. Get up
  14. The finish line

Gesamtspielzeit: 45:50 min.

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  • Spermbirds (5 Beiträge / Letzter am 05.06.2014 - 21:22 Uhr)

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