Tiger Army - III: Ghost tigers rise

Tiger Army- III: Ghost tigers rise

Hellcat / Epitaph / SPV
VÖ: 29.06.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kratzbaum

Cowabunga! Sonnengebräunte Jungs stehen wie festgewachsen auf ihren Brettern, gleiten durch die Gicht, während ihr breites Grinsen mit der untergehenden Sonne um die Wette strahlt. Der Sinn des Lebens ist im wahrsten Sinne des Wortes sonnenklar und findet sich im Tunnel unter der brechenden Welle. Sommer, Strand und Surfgitarre. Was braucht man mehr?

Yee-ha! Was man mehr braucht? Na, vernünftige Musik zum Beispiel, etwas, wo Du wirklich zu Hause bist, wenn Du Dich tagelang irgendwo im nirgendwo herumtreibst. Eine Lapsteel-Gitarre. Staubige, weite Prärie und einen Haufen verdammter Kühe. Wenn Du dann abends am Lagerfeuer sitzt, hinten am Horizont der letzte rote Streifen verschwindet und der Typ, der vermutlich Hank heißt, seine Dobro auspackt und dazu den Blues des weißen Midwesteners singt, während Du Dir Deine Feierabendkippe anmachst, dann weißt Du, wofür das Leben gut ist.

Natürlich wissen wir nicht, ob dieses oder ähnliche Gespräche im Proberaum der Tiger Army stattfinden. Zumindest aber erscheint es möglich, denn auf "Ghost tigers rise" ist eine Mischung zu hören, die über das im Psychobilly Übliche weit hinausgeht. Klar, Punkwurzeln sind unüberhörbar und ein wenig Surftwäng gehört zuwieso mit dazu, aber es werden eben auch Westernelemente mit einer so nachdrücklichen Ernsthaftigkeit eingesetzt, daß der Verdacht der Ironie hier gar nicht aufkommen kann. Außerdem kommt das Album ungewöhnlich ruhig daher. Die Nachdenklichkeit der bauen Stunde zwischen Sonnenuntergang und der Nacht ist auf "Ghost tigers rise" nahezu greifbar.

Dazu gesellt sich eine Stimme, die den Genre-Rahmen doch bisweilen recht weit dehnt und Grenzen verschwinden läßt. Mal kräftig und drückend wie bei "Ghost tigers rise" mal weich und tief wie bei "Santa Carla twilight", singt Nick 13 mit einem Organ aus schwarzem Samt die Songs der Tiger Army, die mit diesem Frontmann auch gut als Danzig-Coverband durch die Lande tingeln, oder aber in Las Vegas eine der besseren Elvis-Shows abliefern könnten. Stattdessen machen die drei Jungs ihre ganz eigene Musik. Miau!

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Ghost tigers rise
  • Santa Carla twilight
  • Atomic
  • Sea of fire

Tracklist

  1. Death of a tiger
  2. Ghost tigers rise
  3. Wander alone
  4. Santa Carla twilight
  5. Ghostfire
  6. Rose of the devil's garden
  7. Atomic
  8. What happens?
  9. Through the darkness
  10. The long road
  11. Calling
  12. Swift silent deadly
  13. Sea of fire

Gesamtspielzeit: 45:34 min.

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  • Tiger Army (39 Beiträge / Letzter am 13.06.2017 - 06:46 Uhr)

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