The Blueskins - Word of mouth

The Blueskins- Word of mouth

Domino / Rough Trade
VÖ: 01.06.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Raw power

Hände hoch, Kampfabstimmung! Wer will allen ernstes noch eine Garagen-Rock-Platte hören? Mit lumpigem Sound, Stooges-Verklärung, Dilettanten-Soli und allem, was dazu gehört? Na, wer will das noch? Niemand? Gut. The Blueskins nämlich auch nicht. Zum Glück. Es gibt da nur ein kleines Problem. Die sind eigentlich so eine Stooges-Rumpel-Gitarrensoli-Band. Mit allem drum und dran. Ganz tief drin. Und wenn die jetzt raus wollen aus ihrer Haut, dann wird das unter Umständen ein bißchen weh tun. Aber probieren Sie es doch einfach selbst aus.

"Word of mouth", das Debüt-Album der Blueskins für Domino, macht den sympathisch bekloppten Eindruck, sich selbst nicht so recht leiden zu können, weil es ist, was es ist. Hier soll sich aufrichtiges Anderssein nicht darauf beschränken, eine Retro-LP zu machen, die länger als 40 Minuten dauert. Und deshalb geht diese Platte bemerkenswert rücksichtslos mit ihren eigenen, klassisch geschulten Schnodder-Rocksongs um. Der Opener "Bad day" steigt kurzerhand mit dem linken Fuß aufs Klavier. "Change my mind" rödelt sich einen beinahe akustischen Western-Skiffle zusammen. Und das ohnehin bedenkliche "Go" fetzt so vehement auf den Wahnsinn zu, daß es irgendwann von den eigenen Radkappen überholt wird. Das mußte ja so kommen.

Aber es macht Sinn. "Word of mouth" erinnert in seiner willkürlich anmutenden Flickschusterei tatsächlich an ein Auto, das irgendein Idiot im ersten Gang bis auf 80 getreten hat. Es dröhnt, rappelt und wackelt, klingt nach Zahnrädern, die effektvoll den Dienst quittieren und kommt am Ende doch wieder irgendwie bei halbwegs gerade stehenden Song raus. Die nur etwas verrückte Surf-Hommage "Stupid ones" ist etwa so einer. Oder das mit beachtlicher Bierruhe zu Ende georgelte "Take me home". So viel Fokus hätte man den Blueskins öfter gewünscht. Anstatt alles zu zerschießen, was sich vor die Flinte verirrt. Oder anders gesagt: Die hätten ruhig ein bißchen langweiliger sein dürfen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Stupid ones
  • Go
  • Magpie blues

Tracklist

  1. Bad day
  2. Stupid ones
  3. Change my mind
  4. Girl
  5. Ellie Meadows
  6. Love boat
  7. My love is law
  8. Go
  9. Tell me I'm someone
  10. Take me home
  11. Magpie blues

Gesamtspielzeit: 40:35 min.

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