Nom - Nom

Nom- Nom

Kiddo / Sony
VÖ: 28.06.2004

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Trauerspiel

Joe McAlinden gründete als Jungspund die BMX Bandits. Man hat ihm dafür zu danken. Wir fallen ehrfürchtig auf die Knie, denn schließlich entstanden aus diesem Umfeld die großartigen Teenage Fanclub oder The Charlatans. Später spielte McAlinden bei Superstar, einer Band, die nicht nur von Brian Wilson und Rick Rubin geschätzt wurde. Warum McAlinden jetzt gemeinsam mit Dave Lockhart ein Projekt wie Nom ins Leben rief, verwundert deswegen um so mehr.

Vielleicht hätte McAlinden nochmal tief durchatmen sollen, bevor er diese Platte aufnahm. Nom lassen Seelenschmerz aus den Lautsprechern triefen. Tragend und mitleidsheischend. Glockenklar abgemischt, mit Streichern unterlegt und maßlos übertrieben. Das geht prinzipiell auch vollkommen in Ordnung. Nur leider hat man das woanders schon wesentlich besser gehört. Einzig die Single "It don't bother me" deutet an, das sich Pathos und catchy Refrain verstehen können. Bernard Butler läßt grüßen.

"Hush / Don't you cry / This is my / Lullaby" ist der Tenor des Albums. Zugegeben: Manche Texte sollte man nicht aufschreiben, denn sie verlieren an Peinlichkeit, sobald sie gesungen werden. Leider ist es bei Nom eher umgekehrt. Dabei ist das Album doch so gut gemeint: So mancher Song wartet auch mit nettem Sample auf und groovt vielleicht sogar ein Stück weit, wird dann aber doch immer wieder gnadenlos mit dem Höchstmaß an Kitsch zur Strecke gebracht.

So widerfährt es beispielsweise auch "Doing fyne". Titel und Intro des Stückes lassen noch auf eine Erlösung vom Weltenschmerz hoffen, doch es wird immer weiter gewimmert: "Just let me know / When I'm doing fine". Machen wir, wird aber angesichts von so viel Verzweiflung und Schwermut wohl noch eine Weile dauern. Das alles hört sich jedoch schlimmer an, als es wirklich ist: Wenn die Orgel am Ende von "Open door" übernimmt, keimt so etwas wie Hoffnung auf. Ein wenig. "Nom" ist ein trauriges Album geworden. In fast jeder Hinsicht.

(Jan Schimmang)

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Highlights

  • It don't bother me
  • Open door

Tracklist

  1. It don´t bother me
  2. Lullaby
  3. All I am
  4. Doing fyne
  5. Heart in my head
  6. Solar vision
  7. Open door
  8. White light
  9. Hot waterfall
  10. Out of my hands

Gesamtspielzeit: 48:41 min.

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