Minibar - Fly below the radar

Minibar- Fly below the radar

Excited / Rough Trade
VÖ: 12.07.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hotel California

Welcome to the Hotel California, it's such a lovely place. Aber das wußten Sie ja sicher. Ja, ein Zimmer hätten wir noch frei, allerdings hat sich nebenan eine Band einquartiert. Sind wohl neu hier, irgendwelche Engländer. Ich kannte die auch nicht, aber sie haben gesagt, ihr Debütalbum "Road movies" sei nur in den USA erschienen. Sie sind übrigens Freunde von Pete Yorn und den Wallflowers. Der Sänger heißt Simon, Simon Petty. Ist ein netter Kerl. Man merkt gar nicht, daß er Engländer ist.

So oder so ähnlich würde man sicher begrüßt, wenn man im Hotel California eincheckt, um die Minibar zu plündern. Die gleichnamige Band klingt auf ihrem Zweitwerk "Fly below the radar" in der Tat überraschend amerikanisch. Die Einflüsse, die zum Beispiel die produzierenden Mauerblümchen Rami Jaffee und Greg Richling hatten, glaubt man ziemlich genau heraushören zu können - klingt Petty doch mitunter selbst fast wie Jakob Dylan. Dabei sollte man nicht übersehen, daß der Band schon einige sehr schöne, eigenständige Stücke gelungen sind.

Die Melodien gehen nicht unbedingt beim ersten Durchgang ins Ohr, und doch berühren Lieder wie "Unstoppable" oder "New Mexico" sofort. Melancholisch und schleppend tänzeln sie umher, und wenn das Wort nicht so negativ behaftet wäre, würde man glatt von "Folkrock" sprechen. Orgeln, Keyboards und Akkordeons verbinden sich zu überraschend unpeinlichen Klangteppichen, auf denen sich Pettys Gesang betten kann: "And I'd stare down / At the big city lights / The big city lights / Stared back at me / And that's why / I knew I had to leave." Egal, worum es da jetzt geht, der Hörer versteht.

"Fly below the radar" braucht Zeit. Zwischen den ruhigen Polen und eher rockigen Stücken wie "Somebody down here loves you" und dem Titeltrack ist viel Platz. Mitunter sind die Stücke anrührend und mitnehmend, mitunter schlichtweg langweilig. Und doch muß man, nachdem der letzte Ton des zaghaft schunkelnden "Snake buckle belt" verklungen ist, anerkennend nicken. Es ist nicht der ganz große Wurf, aber es ist ein Album, daß man auch getrost hören kann, - Achtung, Kalauer! - ohne vorher die Minibar geleert zu haben.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Unstoppable
  • New Mexico
  • Somebody down here loves you

Tracklist

  1. It is what it is
  2. Unstoppable
  3. New Mexico
  4. Breathe easy
  5. Mill smoke black
  6. Somebody down here loves you
  7. Martha
  8. Fly below the radar
  9. Badlands
  10. Fragile
  11. Snake buckle belt

Gesamtspielzeit: 48:48 min.

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