Weevil - Drunk on light

Weevil- Drunk on light

Wichita / V2
VÖ: 28.06.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Tunnel am Ende des Lichts

Ich hatte einen merkwürdigen Traum: Ich ging einem Mädchen hinterher durch eine Betonwüste, es regnete, und überall war Wasser. Aber die Sonne schien auch und tauchte alles in ein unwirkliches Licht. Und da war diese Musik, elektronisch und verspielt, die das Ganze noch viel surrealer wirken ließ. Mir fällt gerade ein, daß das gar kein Traum war, sondern daß ich wirklich letzte Woche am Ende unserer Uni herumspazierte, um einen Eingang zu dem von Baustellen umstellten Institutsgebäude zu finden. Das mit dem Regen und der Sonne war auch echt. Und die Musik dann wohl auch.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich "Drunk on light" in meinem Discman, das zweite Album der englischen Elektroniker von Weevil. Dahinter verbergen sich Tom Betts und Jonny Pilcher, zwei kreative Köpfe, die ihre Energien und Ideen zu bündeln wissen. Sphärische Klänge, treibende Beats, Gitarren und Klavier - bei Weevil findet man alles, was der Musik dienlich ist. Und darüber hinaus noch Zeilen wie "I want to see my name on every page / So I cross out words from books till I feel stronger."

Lieder wie "Half smile" lassen schnell vergessen, daß man es hier eigentlich mit einem Elektro-Projekt zu tun hat - so sehr klingen sie nach echter Band. Auf der anderen Seite gibt es Stücke wie "Too long sleeping" oder "Handburn", die auch ohne weiteres auf "Neon golden" von The Notwist gepasst hätten. Die Grenzen sind fließend, und überhaupt ist das doch irgendwie alles Musik. Bei Weevil verschmelzen die Genres, und alle Lieder verfügen über wohldurchdachte Melodien, deren Schönheit sich mitunter erst bei mehrmaligem Hören offenbart.

Im Geiste sieht man schon wieder Hunderte Leute losrennen, die Stücke von "Drunk on light" für Filmsoundtracks und Werbespots einkaufen wollen. Und wirklich: Für fast jedes Lied könnte man sich Szenen und Bilder vorstellen. Schwerelosigkeit, Kontrollverlust, Loslassen, Aufwachen, Licht. Und trotzdem funktioniert die Musik von Weevil auch ohne all dieses Gedöns, einfach hier und jetzt. Ob bei Nacht auf der Autobahn, im Schatten am Strand oder zu zweit unter einem sternenklaren Himmel. Wenn es so klingt, wenn man vom Licht betrunken ist, dann nehme ich eine doppelte Portion davon.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Half smile
  • Silver rails
  • No end soon

Tracklist

  1. Out of time
  2. Half smile
  3. Too long sleeping
  4. Silver rails
  5. Handburn
  6. Splinters
  7. Fragment
  8. A million things
  9. Bytecry
  10. No end soon
  11. On wires

Gesamtspielzeit: 51:57 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
oli
2005-10-10 12:22:01 Uhr
out of time ist ein super schönes Lied. Der Rest der CD fällt etwas ab. Trotzdem immer noch eine schöne CD.
Pure_Massacre
2005-10-09 20:09:25 Uhr
2 läppische Postings?



Schöne Platte, übrigens ;-)
Bungee
2004-07-01 11:46:17 Uhr
Die 7 /10 von Lukas nehm ich als Liebeserklärung und auch sonst bin ich sehr gespannt auf die Scheibe
Armin
2004-06-09 15:36:21 Uhr
Weevil
Genau wie Bloc Party erscheinen Weevil in England auf dem feinen Label Wichita. Das Album "Drunk On Light" erscheint am 28.06.04 und einen ersten Höreindruck verschafft der folgende Audiostream. Das Album vereint Akustik-Gitarren, eingängigen stimmlichen Harmonien, Samples, Cut’n’Paste-Drums, rückwärts laufenden Loops, Harmoniums, Melodicas, Dub-Bässen, Ausbrüchen lärmender Gitarren, Soundlandschaften und himmlischen Klaviermelodien. Aber hört selbst:
http://mcms-delivery.virtuebroadcasting.com/deliverMedia.asp?id=5F9B9C93-E22F-460B-AA00-06E8D546BB4D

Album: Drunk On Light VÖ 28.06.04

Feine Platte,
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