Zeromancer - Clone your lover

Zeromancer- Clone your lover

Eastwest
VÖ: 01.06.2000

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nicht ganz so frisches Blut

Während im Mainstream-Bereich wenige skandinavische Bands internationalen Erfolg haben, sieht es im Electro-Wave-Underground schon ganz anders aus. Dort ist Skandinavien mit S.P.O.C.K, Apoptygma Berzerk und Covenant, um nur ein paar Bands zu nennen, eine richtige Großmacht. Ein weiterer bekannter Vertreter, mit einem eher dem Wave-Rock zuzuordnendem Sound, waren die norwegischen Seigmen, welche leider vor knapp über einem Jahr ihr Abschiedskonzert gegeben haben. Der kreative Kern der Seigmen, Kim Ljung und Erik Ljunggren, meldet sich jetzt unter dem Namen "Zeromancer" zurück, verstärkt unter anderem durch ehemalige Musiker von Prick und Vampire State Building.

Musikalisch erinnert die neue Formation nur entfernt an den Vorgänger. Harte E-Gitarren und ratternde Sequencer prägen das Bild. Da diese Art von Musik weder neu, noch sonderlich innovativ ist, muß man sich eigentlich einiges einfallen lassen, um auch nur ansatzweise an die Genre-Götter Nine Inch Nails heranzukommen. Leider (oder sollte man zynisch sagen: "Wie nicht anders zu erwarten"?), scheitern Zeromancer bei diesem Unterfangen. Und das schon im Ansatz.

Das Album faengt mit der ersten Single "Clone your lover" ja noch ganz nett an, aber selbst hier merkt man schon, daß einerseits kein besonders guter Sänger am Start ist und andererseits eine gute Produktion nicht alles ist. Wenn als Refrain sechs mal hintereinender "Clone your lover" gesungen wird und dieser am Ende des Stückes gleich noch zweimal kommt, geht einem das spätestens beim zweiten Durchlauf der CD furchtbar auf die Nerven. An dieser, hingeschludert wirkenden Machart kranken fast alle Stücke der CD, und auch sonst sollte man kein lyrisches Highlight erwarten. Refrains wie "It makes me sick to see what you need to breathe" aus dem Song "Fade to black" verleiten einen höchstens zu einem mitleidigen Lächeln, denn zu Begeisterung.

Im Großen und Ganzen ist das Zeromancer-Debüt schlicht langweilig. Es waren zwar ganz gute Musiker am Werk, aber deren kompositorische Kunst ist schlicht einfallslos und uninspiriert zu nennen. Nichts, was einen mal positiv überrascht. Stehts die selbe Melange, bestehend aus 08/15-Rockgeschrammel welches mit ein wenig Synthesizer-Gefiepe hier und einem Sample da recht dünn und kraftlos aufzupeppen versucht wurde. Die Namen der Songs sind genauso austauschbar wie die Tracknummern, alles klingt gleich. Gut, daß zwischen den Stücken Pausen sind. Einzig mit dem letzten Stueck "Houses of cards" versuchen sie sich mal an einer Ballade, die zwar recht gut geworden ist, aber keineswegs den Kauf dieses Albums rechtfertigen würde.

(Manuel Polik)

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Highlights

  • Clone your lover
  • Houses of cards

Tracklist

  1. Clone your lover
  2. Flirt (with me)
  3. Something for the pain
  4. Split seconds
  5. Fade to black
  6. God bless the models
  7. Opelwerk
  8. Flagellation
  9. Die of a broken heart
  10. House of cards

Gesamtspielzeit: 37:25 min.

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